Sonntag, 18. Februar 2018

Kürbisbrötchen und mehr

Kürbisse und ich stehen auf Kriegsfuß. Egal welches der Gewächse aus der Familie der Cucurbitaceae bei mir im Garten wächst, sie wollen meist nicht fruchten. Die große Ausnahme bildeten die Gurken im letzten Jahr. Sie überraschten mich mit zahlreichen grünen Früchten, die meine Familie und ich gern aßen. Wahrscheinlich fruchteten die Pflanzen so gut, weil ich sie nicht selbst auf der Fensterbank vorzog, sondern schon fertige Gewächse beim Lieblings-Gemüse-Dealer kaufte.

Kürbisse hingegen ziehe ich selbst und die zieren sich oft erheblich. Wenn ich eine Pflanze kaufe, mickert sogar diese nur vor sich hin. Kann ich von der langen Ranke eine einzelne Frucht ernten, darf ich mich glücklich schätzen, denn oftmals kommt es vor, dass die Kleinen im Welpenstatus verharren und für nicht mehr als Deko nützlich sind.

Letztes Jahr pflanzte ich sechs Kürbisse, je zwei Butternut, Blaue Banane und Goldapfel. Die beiden großfruchtigen Sorten trugen je eine Frucht. Ich hatte nichts anderes erwartet – ehrlich. Ich freute mich über diesen Erfolg. Ein wild ausgesäter Hokkaido trug sogar zwei Früchte, wovon die zweite aber nicht reif wurde. Nur der Goldapfel prahlte mit jeder Menge kleiner Früchte. Ich schätze, ich erntete zwischen 10 und 15 der apfelgroßen Kürbisse.


Das Schöne an ausgereiften Kürbissen ist, dass sie praktisch ewig halten. Ich lagere sie bei uns im Treppenhaus, wo sie den Raum mit ihrer Schönheit schmücken. Nach und nach wird einer nach dem anderen geschlachtet. Mit dem großen Kochmesser werden sie zerteilt, das Innere herausgebrochen und wenn notwendig gehäutet, bevor ich sie in winzige Stückchen schneide. Die Kürbisse lassen mich an warme Sommertage denken und ich freue mich, dass etwas aus dem Garten überdauert hat, um jetzt unsere Bäuche zu füllen.

Eines schönen Sonntags buk ich Brötchen aus einer der Früchte. Das geht fix, noch schneller geht es, wenn man den Kürbis vorher zu Brei zerkocht und eingefroren hat. Das Rezept ist für Kleinkinder und die Brötchen sind kleine schwere Dinger, die pappsatt machen. M und meiner Mutter munden sie nicht so gut wir mir. Mich erinnern sie an meine Kindheit, denn sie schmecken wie die Brötchen, die es in der Kirche gab und die einer der Gründe waren, weswegen ich gern den Kindergottesdienst besuchte.


Kürbisbrötchen

250 g Kürbisbrei
325 g Dinkelmehl (am besten Vollkorn, am allerbesten selbst gemahlen, damit es grobkörnig ist)
1 Ei
1 EL Butter
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
Milch zum Bepinseln

Alle Zutaten mischen und ordentlich durchkneten. Kleine Brötchen daraus formen, auf ein Blech legen und 45 Minuten bei 160 °C backen.
Die Backzeit hängt vom Ofen und der Größe der Brötchen ab.

Bester Kürbis überhaupt
Die leckerste Möglichkeit, Kürbis zuzubereiten ist, ihn einfach nur zu braten. Dazu müsst ihr den Kürbis schälen, die Kerne raus kratzen, in mundgerechte Stücke schneiden und in heißem Öl braten. Lasst dem Kürbis Zeit, damit er ordentlich braun wird. Das ganze etwas salzen und genießen.


Den Tag nach dem gebratenen Kürbis machte ich zu Ms Leidwesen einen Auflauf mit den orangefarbenen Früchten - es war schließlich noch etwas übrig. M war völlig unterwältigt von so viel Kürbis auf einmal. Er murrte etwas, als ich ihm schon wieder dieses Gemüse vorsetzte, beruhigte sich aber schnell, als er feststellte, dass der Auflauf seinen Geschmack traf.

Sonntag, 11. Februar 2018

Quadratbeet Umzug und Befüllung

Die Pläne für eines meiner Quadratbeete sind in diesem Jahr riesig. Damit ich sie leicht erfüllen kann, musste eines der Beete in meine Nähe ziehen. Der Vorteil am neuen Standort: Es ist nah am Haus und die Versuchung, das Beet bei schlechtem Wetter zu ignorieren ist etwas geringer. Der Nachteil: Im Winter sieht das Beet keine Sonne.


Das erste von mit gebaute Quadratbeet platzierte ich strategisch klug, nah an das Haus. Allerdings wählte ich 40 cm hohe Bretter. Da ich den Kasten nur mit wenig Kompost füllte und keinen Untergrund aus Holz, Strauchschnitt oder Ähnlichem einbrachte, entstand ein Beet mit einem Füllstand von ca. 20 cm und einem Rand von weiteren 20 cm. Das Gemüse lag also tief im Schatten der Bretter, was es nur schlecht wachsen ließ. Über die Jahre verschärfte sich die Problematik sogar noch. Auch wenn ich mit Schubkarren voller Erde versuchte, den Füllstand zu erhöhen, so verdichtete sich der Boden doch immer weiter und sackte ab. Quadratbeet 1 wird also in diesem Jahr weichen.


Quadratbeet 2 habe  ich für den Umzug in Richtung Haus ausgesucht. Es ist das zweite Beet, das ich baute. Ich füllte es genau mit dem Inhalt, den ich in einem Buch zum Thema „Square Foot Gardening“ fand. Aber was soll ich sagen, die Erde sackte bis auf wenige Zentimeter ab. Die Befüllung war teuer und ich würde nie wieder diese Erdmischung nehmen. Jedes Halbjahr habe ich eine Schubkarre voll Kompost in das Beet geschüttet, aber geblieben sind nicht mal mehr 5 cm Erde.


Das ist zwar ärgerlich, erleichterte mir aber den Umzug des Beetes. Ich hob den Rahmen hoch und trug ihn ganz weit nach vorne zum Haus. An die Stelle, an der mein Kräutergarten eigentlich entstehen sollte, wenigstens dann, wenn es nach meinen Plänen für 2018 geht.


Die restlichen Zentimeter Erde trugen JF und ich mit einer Schaufel ab und brachte sie in das Beet ein. Der Kleine half mir mit der schweren Erde, packte den Schaufelstiel und hob ihn, so hoch er konnte – natürlich mit meiner Hilfe. Ganz stolz rief er seinen Papi, damit er sich anschauen konnte, wie tatkräftig er seine Mama unterstützte.


Vom Nachbarn bekam ich Sägespäne, die ich ebenfalls in das Quadrat warf. Ich hoffe, dass die Späne den Boden etwas auflockern und mit der Zeit verrotten. JF hatte großen Spaß an den kleinen Holzhäckseln. Erst half er mir, sie mit einem Rechen ordentlich im Beet zu verteilen. Er stellte aber schnell fest, dass man darin spielen konnte. Ganz vergnügt setzte er sich in die Späne und wühlte darin herum, als wolle er Sandburgen bauen.


„Ist das ein Sandkasten?“
„Nein, nicht wirklich“, antwortete ich und knirschte mit den Zähnen. Wie sollte ich diesen kleinen fleißigen Dreckspatz nur wieder sauber bekommen? Und würde er den Boden nicht noch unnötig verdichten?
Klara bewachte den kleinen Kerl beim Spielen und die Hühner gluckten neugierig herum, in der Hoffnung, wir würden ein oder zwei Würmer frei legen.


Damit ich das Beet komplett auffüllen konnte, holte ich Erde aus dem ersten Quadratbeet. Mitte Januar war alles fertig. Jetzt ist die Erde schon ein Stück zusammen gesackt und bevor ich es bepflanze, kann ich einen Sack (oder einen halben) gekaufter Erde aufbringen. Das wird helfen, das Beet unkrautfrei zu halten – oder wenigstens beinahe.


Zum Schutz vor den fleißigen Hühnern habe ich von Anfang an eine Frühbeetfolie auf das Beet gelegt. Sieht nicht schön aus, aber ich möchte, dass die Erde in der Kiste bleibt und nicht daneben landet, weil die zwei scharrenden Schönheiten nach Würmern suchen.

Und mit was befülle ich nun das Quadratbeet?
Mein Tipp ist: Macht euch nicht so viel Stress. Nehmt einfach, was an organischem Material oder Erde da ist. Und Kompost! Ein Quadratbeet braucht keine teure Füllung aus spezieller Erde, um gute Erträge zu liefern. Meine drei Beete wuchsen alle üppig, sobald sie nur mit Kompost versorgt wurden.

Auf Wiedersehen, sagt Walburga

Sonntag, 4. Februar 2018

Neue Bohnensorte züchten


Vor einigen Monaten berichtete ich, dass ich die Stangenbohne „Westgötland“ im Schrebergarten weiter vermehrt habe. Das Saatgut entsprach nicht meiner Erwartung. Anfang des Jahres sendete Carpe Diem mir ein kleines Tütchen mit braunen schrumpligen Bohnen zu. Was ich erntete, war Saatgut in unterschiedlichster Färbung.


Die Bohnenschau
Der weitaus größte Teil des frischen Saatguts ähnelt einem Zebra. Die Bohnen sind grau gescheckt und haben schwarze, ovale, unterbrochene Streifen. Als ich diesen kleinen Schatz erntete, freute und wunderte ich mich gleichzeitig. Mit so einer Überraschung hatte ich nicht gerechnet! Ich war beeindruckt von ihrer Schönheit und zweifelte an meinem Verstand. Wie konnte das passieren? Hatte ich etwas Falsches gepflanzt? War da eine Bohne, die ganz anders aussah, als ihre Tütenmitbewohner? War jemand in meinem Garten und hatte die Saat heimlich in die Erde gesteckt?



Die zweite Variante ist zwischen grau und dunkelblau gefärbt. Selbst die Form unterscheidet sich von den Zebra-Bohnen. Die grau-blaue Sorte ist länglich, während die Zebras dicklich-klotzig wirken. Zu guter Letzt erntete ich Bohnen, die der ursprünglichen am ähnlichsten sehen, sie sind braun und länglich. Das Schrumpelige fehlt noch, aber das stellt sich mit der Zeit von alleine ein.


Vom Zufall zur neuen Bohnensorte
Carpe Diem vermutet, dass sich die Bohne mit einer anderen gekreuzt hat. Ich finde es unglaublich spannend, dass in meinem Garten etwas Neues entstanden ist und werde daran arbeiten, eine stabile Bohnensorte zu züchten. Dazu werde ich "meine" Bohne in den nächsten Jahren immer wieder anbauen. Aus den Pflanzen selektiere ich die, die meine gewünschten Eigenschaften haben. Die Körner sollen also aussehen wie kleine dicke Zebras und die Bohnen sollten im Idealfall nicht fädig sein. Evtl. versuche ich auch die zweite Abart zu einer neuen Sorte heran zu züchten. Die dunkelblauen glatten Körner der zweiten Variante sind wurderschön anzusehen.
Hat man sechs Jahre lang die gleichen Ernteergebnisse, ist die neue Bohnensorte stabil. Erst dann werde ich die kleinen Schätze taufen.

Bohnenfresser



Als ich die Bohnen fotografierte, schlichen sich die Hühner an. Vor allem die beinahe zahme Walburga war neugierig, lief im Zickzackschritt auf die Bohnen zu und schaute sie sich von der Seite an.

„Die sind zu groß zum Fressen“, rief ich ihr zu.


Das hielt sie aber nicht davon ab, noch einmal einen genaueren Blick auf das zu werfen, was ich mit in den Garten gebracht hatte. Nach kurzer Zeit kam Wilhelmine angerannt. Walburga hatte die Situation für ungefährlich erklärt und schon begutachtete das scheue Reichshuhn, was dort lag.



Wilhelmine sah schnell ein, dass sich die bunten Bohnen zum Fressen nicht eigneten und sie verschwand Federwedelnd.

Sonntag, 28. Januar 2018

Du kennst keinen Grünkohl?

„Das hab ich glaube ich noch nie gegessen“, sagte mein Schwesterlein.
Ich kann gar nicht sagen, wie mein Gesichtsausdruck war, vermutlich irgendwas zwischen Fassungslosigkeit, Überraschung und Unverständnis. Da wir die gleiche Kindheit durchlebten, weiß ich, dass wir als Kinder nie Grünkohl vorgesetzt bekamen. Aber es liegen viele Jahre und Erfahrungen dazwischen ... Und mal ehrlich: Grünkohl ist nach Zwiebeln das beste Gemüse überhaupt!

Als meine Schwester und ihr Freund über Weihnachten zu Besuch waren, lag es nahe, ihr neue kulinarische Welten zu eröffnen. M und ich standen in der Küche, er mit knurrendem Magen und voller Erwartung: „Was gibt es heute zu Essen?“
„Grünkohl“, antwortete ich ihm.
„Uh“, rief er aus. Seine Freude darüber konnte er kaum unterdrücken. Ich stellte mir vor, er würde vor Freude hüpfen, aber natürlich tat er das nicht.
„Wo ist er denn? Wie viel hast du gekauft?“
Vorwurfsvoll schaute ich ihn an: „Der kommt aus dem Garten!“
„Ach so. Bring aber genug mit, ja?“
„Hmm, was glaubst du, wie viel ich ernten sollte?“, fragte ich.
M zuckte mit den Schultern.
„Zwei oder drei Pflanzen?“
„Was? So wenig? Davon werden wir ja nie satt,“ beschwerte er sich.
„Naja, es ist eine Grünkohlpalme. Da ist schon ein bisschen was dran.“
„Aber die schrumpfen so zusammen, wenn man sie kocht ...“, jammerte M.
Ja, das tun sie wirklich, dachte ich traurig. „Aber ich hab nur vier Pflanzen“, entschuldigte ich mich.
Ich erwartete, Tränen in Ms enttäuschtem Gesicht zu sehen, sie blieben aber aus.
„Dann mach, wie du meinst“, murmelte er.



Ich schwang mich aufs Rad und fuhr in den Schrebergarten. Mit einer großen Astschere schnitt ich drei Pflanzen ab und drapierte sie in den Satteltaschen meines Fahrrads. Unterwegs begegnete ich Spaziergängern, die mir ungläubig murmelnd hinterherschauten, meiner erstaunten Schwägerin S, die selbst aus dem Garten kam und unserem Nachbarn, der mich ironisch fragte, ob das bisschen uns wohl sättigen könne.


Der Kohl nahm den gesamten Küchentisch ein. Auf dem Foto ist nur die Hälfte der Ernte zu sehen. Damit ich es überhaupt schaffte, den Kohl in meinen ca. 8 Liter fassenden Topf zu bekommen, blanchierte ich die grünen Blätter. Das habe ich bisher noch nie getan. Der Kohl fiel so weit zusammen, dass ich ihn mit etwas Gewalt in den Topf bekam. Eine knappe Stunde Kochzeit später, war der Kohl auf die Hälfte seines Volumens geschrumpft.


Zum Kohl gab es Kartoffeln und vegetarische Cordon Bleus. Mein Schwesterlein mochte den deftigen, fettigen (dank Butterschmalz) Kohl und auch ihrem Freund mundete es.
„Warum haben wir das früher eigentlich nie gegessen?“, fragte meine Mutter, die sich nach dem Essen ihren prall gefüllten Bauch hielt.

PS: Der Grünkohl hat gereicht, um alle satt zu machen. Es ist sogar noch so viel übrig geblieben, dass ich eine Portion für M, JF und mich einfrieren konnte.

Sonntag, 21. Januar 2018

Quadratisch ambitioniert

Dieses Jahr ist das Jahr. Ja, es ist genau das Jahr, in dem alles besser wird und meine Pläne nicht nur fromme Wünsche bleiben, sondern in echtes Gemüse umgesetzt werden.
Glaubt ihr es? Ich glaube es nicht so Recht.


Jedes Jahr versuche ich, die Quadratbeete so zu bepflanzen, dass ich den maximalen Output raus hole. Als gemütliche Gärtnerin säe ich aber meist direkt ins Beet und die Entwicklung der Pflanzen bis zur Ernte dauert entsprechend lang. Spätestens im August verlässt mich komplett die Lust, etwas Neues zu säen oder zu pflanzen, obwohl ich im frühen Winter davon träume, wie es wäre, wenn ich in der nächsten Gartensaison mehr ernten könnte ... hach ... so herrliche Träume ...


Dieses Jahr wird es anders. Ich habe einen Plan und Pläne werden bei mir ja IMMER (*hust) umgesetzt. Und zwar genauso, wie ich es anfangs vorgesehen hatte (*doppelhust). Der Winter ist lang und dunkel, es bleibt also viel Zeit zum Planen und einen Plan hab ich ausgearbeitet, für eines der Quadratbeete. Damit ich motiviert bleibe und regelmäßig das Gemüse auf der Fensterbank vorziehe, um die Verweildauer der Pflanzen im Beet zu verkürzen (so weit das möglich oder sinnvoll ist), werde ich euch jeden Monat den Status des Quadratbeets präsentieren. Ich bin gespannt, ob sich mein Plan in die Tat umsetzen lässt, denn bisher ist er graue Theorie und richtet sich nur nach Zahlen für Saat- und Wachstumszeiten.

Der Pflanzplan

Die Farbe im Feld ändert sich, wenn etwas neues in das Beet kommt. Insgesamt will ich pro Feld bis zu 3 x ernten in nur einem Jahr. Hier (*Trommelwirbel) der Plan:


März

Dicke Bohnen Radieschen Petersilie
Radieschen Spinat Radieschen
Spinat Mairüben Spinat



April

Dicke Bohnen Radieschen Petersilie
Radieschen Spinat Radieschen
Spinat Mairüben Spinat



Mai

Dicke Bohnen Schnittsalat Petersilie + Tomate
Schnittsalat Spinat Buschbohne
Spinat Erbsen Spinat



Juni

Dicke Bohnen Schnittsalat Petersilie + Tomate
Schnittsalat Radieschen Buschbohne
Koriander Erbsen Schnittsalat



Juli

Dicke Bohnen Schnittsalat Petersilie + Tomate
Schnittsalat Radieschen Buschbohne
Koriander Erbsen Schnittsalat



August

Asia Salate Spinat Petersilie + Tomate
Spinat Feldsalat Lauchzwieblen
Koriander Erbsen Schnittsalat



September

Asia Salate Spinat Rucola
Spinat Feldsalat Lauchzwieblen
Koriander Endivie Feldsalat



Oktober

leer Spinat Rucola
Spinat Feldsalat Lauchzwieblen
Koriander Endivie Feldsalat



November

leer Spinat Rucola
Spinat Feldsalat Lauchzwieblen
Koriander Endivie Feldsalat

Sonntag, 14. Januar 2018

Die letzten zwei Hühner

„Schreib mal was über die Hühner“, drängelt M, als ich ihm erzähle, dass ich einen Blogeintrag verfasse. „Alle wollen was über die Hühner lesen. Das les‘ dann sogar ich.“
„Geh doch mal raus und mach Fotos“, bitte ich ihn und halte ihm grinsend den Fotoapparat entgegen. „Dann schreib ich auch was über die Hühner.“
„Nee“, sagt er und schüttelt den Kopf, „Ich kann ja nicht mal Fotos von Bebe machen.“

Ich seufze. Meine Fotos werden auch nicht besser, aber ich gehe trotzdem raus in die Kühle, wo unsere Hühner in ihrem neuen Lieblingsversteck sitzen – unter unserem Eingangsbereich. Dort bekommen sie Wärme aus dem Keller ab, sind geschützt vor Raubvögeln und haben im Blick, wenn wir raus gehen. Schließlich könnte etwas für sie abfallen, so wie heute. Denn für das kleine Fotoshooting gab es ein paar Nudeln auf die Kralle – gratis, versteht sich.

Wilhelmine frisst Nudeln


Von unseren vier Hühnern leben inzwischen nur noch zwei. Malwine und Claudette sind inzwishen tot. Mein liebstes, zahmes Huhn Malwine wurde von einem Raubvogel erlegt, der sich die besten Stücke aus ihrem Schenkel riss und floh. Er ließ ein zerrupftes Huhn und drei verschreckte Gefährten zurück. Claudette hatte sich auf das Quadratbeet geflüchtet und von Wilhelmine fehlte eine Stunde lang jede Spur. Dann entdeckten wir sie endlich hinter dem Hühnerstall.

Walburga unter unserem Eingangsbereich


Claudette wurde im letzten Jahr krank. Sie saß im Stall, fraß und trank nichts mehr. M war so tapfer, ihr den Kopf abzuschlagen und ich so feige, ihn das allein den Henker spielen zu lassen. Er hatte den ganzen restlichen Tag Gewissensbisse, benahm sich komisch, sah es mir aber nach, dass ich ihm nicht beistand. Wir hätten mit Claudette zum Tierarzt fahren können, aber ganz ehrlich, es handelt sich um ein Huhn. Sie durfte bei uns bleiben, auch ohne Eier zu legen.

Übrig sind Wilhelmine – das deutsche Reichshuhn – und der Mischling Walburga. Direkt nach der Sonnenwende legte eines der Hühner versehentlich ein Ei. Das Erste seit Monaten. Doch es landete auf dem Boden, zerbrach in tausend Stücke und der Inhalt verschwamm mit Sägespänen und Hühnerdreck. Wir erwarten nicht mehr, dass die zwei Eier legen. Stattdessen dürfen sie durch den Garten streifen, Ungeziefer fressen und Würmer in den verwachsenen Fugen unseres Pflasters suchen. Die zwei werden alt und immer zutraulicher. Selbst die scheue Wilhelmine kommt inzwischen zu mir gelaufen, um zu kontrollieren, ob da nicht doch eine Leckerei in meiner Hand ist.

Hühnerstall von außen


Letztes Jahr bauten wir (besser gesagt meine Schwester und ihr Freund) den Hühnern einen neuen Stall. Der Alte war klein, unpraktisch und schwer zu reinigen - nie wieder würde ich Hühner in so einem Stall unterbringen. Das Futter und Wasser gaben wir ihnen außerhalb des Stalls, was andere Tiere (im besten Fall Vögel) anzog. Das Wasser fror im Winter regelmäßig ein. Jetzt ist genug Platz, um beides im Stall anbieten zu können. Den Hühnern gefällt es und uns ebenfalls. Wilhelmine und Walburga bleiben bei schlechtem Wetter und Schneegestöber lieber im Stall. Aus ihrem alten Domizil flüchteten sie, sobald es möglich war nach draußen. Denn Platzmangel war hier an der Tagesordnung. Spätestens Hunger und Durst trieben sie hinaus an den Trog.

Hühnerstall Innenausbau

Hoffentlich leben die zwei noch lange. Was wir machen, wenn eines der beiden stirbt, wissen wir nicht. Ein Huhn allein zu halten, grenzt an Tierquälerei. Aber für uns steht fest, dass wir keine weiteren Hühner mehr haben wollen. Der Platz in unserem Garten reicht nicht aus, um eine größere Anzahl artgerecht zu halten und von wenigen Hühnern haben wir kaum einen Nutzen, zumal wir sie nicht schlachten, sondern nur ihre Eier essen. Wir müssten immer mehr Hühner kaufen, um uns mit Eiern selbst zu versorgen und gleichzeitig die alten Hühner durchfüttern. Das wollen weder M noch ich.

Walburga und Wilhelmine dürfen bleiben. Sie sind fast wie Hunde, neugierig, frech und treu.

Sonntag, 7. Januar 2018

Gartenvorsätze 2018


Das Jahr ist jung und wie immer sind die Pläne für den Garten groß. Im Winter macht es Spaß, sich zu überlegen, was man alles verändern und gestalten will. Die Umsetzung ist anschließend mühsam und meine Pläne streiche ich auf ein Minimum zusammen. Damit ich trotzdem etwas im Garten schaffe, nehme ich mir zu Anfang des Jahres Aufgaben vor. Und um das auch wirklich zu erreichen, erzähle ich hier davon. Denn wenn ich meine Pläne nicht umsetze, wird es peinlich.

Vorsätze für den Hausgarten
Im Blumenweg ist die Planung schwierig, da sowohl M, als auch meine Mutter ein Wörtchen mitsprechen. Außerdem braucht JF Platz zum Spielen. All das führt dazu, dass ich nur geringe Veränderungen im Hausgarten vornehmen werde. Nichtsdestotrotz plane ich, viele kleine Projekte umzusetzen.

1.  Kräuterbeet anlegen
In den letzten zwei Jahren säte ich vor unserer kleinen roten windschiefen Gartenhütte Blumen. Sie wuchsen, blühten in allen erdenklichen Farben, dufteten und zogen Insekten an. Dieses Jahr will ich hier ein Kräuterbeet anlegen.


Zumindest diese Pflanzen sollen im Beet stehen:
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Thymian
  • Oregano
  • Basilikum

2.  Haselnussbüsche setzen
Nichts ist besser, als etwas zu Pflanzen, das wenig Pflege bedarf und jedes Jahr zuverlässig Erträge generiert. Also werde ich 2 oder 3 Haselnusssträucher in einer Ecke des Gartens setzen, die wir nicht nutzen. Die Büsche kommen neben das Hühnergehege und verdecken damit den unansehnlichen Maschendrahtzaun.

3.  Apfelbaum setzen
Schon seit Längerem nehme ich mir vor, einen Apfelbaum in unseren Garten zu pflanzen. Er soll vor dem Komposthaufen stehen und diesem Schatten spenden. Vor zwei Jahren stand hier eine Zwetschge, die aufgrund ihres Alters und ihrer zunehmenden Instabilität der Kettensäge zum Opfer fiel.



Als Sorte habe ich den Gravensteiner in Betracht gezogen. Der wächst auf Lehmboden und davon haben wir reichlich. Insgesamt müssen wir anfangen, unseren Obstbaumbestand zu erneuern. Alle Bäume im Garten sind ca. 30 Jahre alt. Sie tragen zwar noch Obst, aber man sieht ihnen ihr Alter an. Moos wächst auf den Stämmen und Ästen, die langsam morsch werden.

4.  Kompost neu anlegen
Unser Kompost im Hausgarten unterliegt einem ständigen Wandel. Zuerst stand dort ein riesiger Behälter aus Eternit Platten. Diesen löste ich mit Thermokompostern aus Plastik ab, die aber viel zu klein für unsere Gartenabfälle waren. Später wichen ich die Thermokomposter und  Komposter aus Draht nahmen ihren Platz ein. Aber auch mit diesen bin ich nicht zufrieden. Der Boden beim Komposthaufen ist uneben und es ist jedes Mal ein kleiner Akt, die Drahtteile zusammen zu setzen, nachdem ich den Kompost um gehoben habe. Stattdessen will ich einen Kompost aus Backstein bauen.

5.  Hochbeete neu befüllen
Eigentlich wollte im Hausgarten 9 Hochbeete bauen. Inzwischen bin ich froh, dass ich das nicht tat und nur drei baute. Als erste Schicht füllte ich in alle drei Beete Astwerk. Dadurch entstanden riesige Lufträume und als die Äste anfingen zu verrotten, sackte die Erde ab. Inzwischen ist in dem ältesten Hochbeet die Erde fast bis zur Hälfte der Beethöhe abgesackt.

Füllstand im Frühjahr
 
Die Erde liegt im Schatten und es ist beinahe unmöglich, dort Gemüse zu kultivieren. Außerdem habe ich keinen Mäusedraht am Boden der Beete befestigt, was nun leider dazu führt, dass Nager in den Hochbeeten eingezogen sind. In diesem Jahr will ich wenigstens das älteste Beet neu befüllen und Draht einziehen.



Füllstand im Herbst

Vorsätze für den Schrebergarten
Hier kann ich mich gestalterisch austoben und den Platz so einteilen, wie D und ich das für richtig halten. Entstanden sind aus meinen Träumereien Pläne, die mehr Raum in Anspruch nehmen, als im Hausgarten. Die Anzahl der Projekte hält sich aber im Rahmen.

6. Neue Beete anlegen
Insgesamt vier neue Beete will ich bauen. Zwei davon lege ich nach derselben Methode an, wie das Beet im letzten Jahr. Die beiden anderen erhalten zwar auch einen Rahmen aber ich werde sie mit einer Mulch-, bzw. Erdschicht befüllen. Das Mulchbeet bepflanze ich mit Kartoffeln und in das mit Erde gefüllte Beet ziehen Sonnenblumen, Hirse und Erbsen ein.


7. Temporäre Beete
Zu diesen vier neuen Beeten will ich außerdem zwei temporäre Beete anlegen, die beide keinen Rahmen erhalten. Hier lege ich Pappe auf den Rasen, bringe Erde aus der Kompostanlage darauf aus und säe in eines der Beete Blumen, die reichlich Samen für Vögel tragen. Das zweite Beet soll mit Mais und Erbsen oder Stangenbohnen bepflanzt werden. Vielleicht bin ich auch ein Draufgänger und gebe dem zweiten Beet einen Rahmen, was es dann zu einem „festen Beet“ macht.

8. Büsche pflanzen
Momentan ist die Seite zu unserem unteren Nachbarn – abgesehen von Rasen – nicht begrünt. Einzig den uralten Maschendrahtzaun sieht man dort. Hier habe ich mir vorgenommen, Büsche zu pflanzen. Damit mein Geldbeutel und ich uns aber nicht übernehmen, werde ich klein anfangen und 3 – 4 Sträucher setzen. Mit der Zeit soll hier eine blühende und fruchttragende Hecke entstehen, die Vögel und vielleicht auch meine Familie ernährt.

Weitere Vorsätze
Das waren meine Wünsche für den Garten. M hat mir schon seine Hilfe zugesichert, beim Beschaffen der Erde und des Komposts. Als Letztes bleiben zwei Vorsätze, die zwar auch den Garten betreffen, aber nicht nur:

9. Mehr aus dem Garten essen
Letztes Jahr ist es uns schon wesentlich leichter gefallen, das angebaute Essen zu verwerten. Trotzdem ist nicht alles in unseren Mägen gelandet. Die Johannisbeeren verschwanden zum Beispiel eher in Vogelschnäbeln, als in unseren Bäuchen. Auch der Mangold wurde sehr stiefmütterlich behandelt. Hier muss ich mir überlegen, ob ich überhaupt noch Mangold anbaue oder es bleiben lasse. Auf alle Fälle werde ich dieses Jahr mehr anbauen und mehr von dem angebauten auf den Tisch bringen. Falls ich die Motivation aufbringen kann, fange ich an, das Geerntete zu wiegen und euch berichten, welche Mengen auf unseren Beeten wachsen. Das gäbe uns auch eine gute Übersicht, über das Wachstum unseres Gartens.

10. Der Blog
Dieses Jahr will ich mindestens 26 Artikel schreiben. Das heißt, ihr könnt euch alle zwei Wochen auf einen neuen Blogeintrag freuen.

Puh, das sind verdammt viele Vorsätze. Mal sehen, ob ich Faulpelz das alles in die Tat umsetze.

Was sind deine Vorsätze für das neue Jahr? Glaubst du, dass es realistisch ist, alle deine Pläne umzusetzen?