Sonntag, 15. Juli 2018

Zwischenbericht Bohnenvermehrung

Die Bohnen wachsen. Das ist die gute Nachricht. Die weniger Gute ist, dass sie nicht so wachsen, wie ich es mir wünsche. Wahrscheinlich liegt es am mangelnden Regen. Zwar hat es bei uns vor ein paar Tagen endlich mal wieder geregnet, aber bei weitem nicht ausreichend. Unter dem Mulch ist die Erde feucht, mulchen ist ein wahrer Segen bei dieser Trockenheit. Aber nun zu einem Zwischenbericht für meine neuen alten Bohnen. Ich glaube, es könnte was werden mit den Kleinen und ich kann neues Saatgut an die Bohnenschatzkiste zurücksenden.

Grison de Loire

Die Grison de Loire ist mein Sorgenkind. Sie keimte, wurde niedergekämpft von Schnecken und wächst jetzt wieder. Wenigstens eine der Pflanzen sieht gut aus und trägt schon die ersten kleinen Bohnen. Aber! Die Grison de Loire soll eine Stangenbohne sein. Ich habe ihr Stangen gesteckt, gewartet und gewartet, aber sie klettert nicht. Kann sie auch gar nicht, denn da sind keine langen Triebe, mit denen sie die Stangen emporklimmen könnte. Ich muss Carpe Diem unbedingt davon berichten, vielleicht weiß sie Rat. Die Bohne blüht hell-lila und die erste Blüte sichtete ich Anfang Juli.

Rumänische Schwertstange

Sie ist wunderschön. Sie ist die schnellste Kletterin unter meinen Stangenbohnen. Ihre langen Ranken sind fast schon an der Spitze der Stangen angelangt. Sorge bereitet mir allerdings, dass sie bisher keine einzige Blüte zeigt. Ich hoffe jedes Mal, wenn ich in den Schrebergarten komme, dass sie endlich blüht.

Whipple
 

Die Whipple ist eine Buschbohne. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, als ich sie steckte.Die Bohnen sitzen zu dicht beieinander. Trotzdem wachsen sie. Auch diese Sorte wurde von Schnecken angefressen, aber was soll ich sagen, Bohnen sind zäh, wenn es um Krankheiten und gefräßige Tiere geht. Bisher macht sie sich gut. Die Whipple blüht seit ein paar Tagen in schönstem weiß und wird mindestens genug Saat für nächstes Jahr tragen. 
 Ventre  de Biche
Die wächst. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Sie stellt keine besonderen Ansprüche, gibt sich mit dem Beet, das ich ihr zur Verfügung stellte, zufrieden. Sie ist so pflegeleicht, dass ich ihr ungerechterweise fast keine Aufmerksamkeit schenke. Diese Buschbohne macht ihrem Namen alle Ehre, die Pflanzen sind üppig, nehmen den Raum für sich in Anspruch und nur eine einzige wurde Opfer der kleinen Schleimer. Auch sie blüht seit Anfang Juli und hat an wenigen Pflanzen die ersten Böhnchen.
Peruvian Red Cheeck
Das ist die einzige Puffbohne, die in meinem Garten wächst. Das ist auch gut so, denn ansonsten würde sie sich gegebenenfalls mit den anderen ihrer Art kreuzen. Wer will das schon, schließlich soll sie reine Erben hervorbringen.
Inzwischen sind die Pflanzen dabei zu verwelken. Die Bohnenhülsen trocknen schwarz ab und ich habe die erste Saat genommen. Die wiederum bereitet mir Grund zur Sorge. Die schönste Pflanze bringt riesige Kerne hervor (ca. 3 cm), weist aber leider schwarze Punkte auf. Ich befürchte, dass sie eine Krankheit hat. Ich werde es beobachten. Außerdem fehlt der „Peruvian Red Cheeck“ ihr typischer rötlicher Fleck. Ich hoffe, dass er sich beim Trocknen noch einstellt. Alles andere wäre mindestens schade.

Capriana
Ich hatte die Capriana aus dem Vorjahr als fleißige Kletterin in Erinnerung. Dieses Jahr zieren sich einzelne Pflänzchen ein wenig. Aber es wird. Die ersten Knospen sind zu sehen, sie blüht aber noch nicht. Zwischenzeitlich fragte ich mich, ob ihr die Stäbe, die ich ihr zum Klettern suchte, vielleicht zu dick seien. Aber die Bohnenstangen aus ander Leute Gärten haben einen ähnlichen Umfang. Für den Anfang helfe ich ihr ein wenig, damit sie nicht mit den üppigen Ringelblumen kuschelt, sondern ihren Weg die Stangen hinauf findet.

Gelbe aus Siebenbürgen
Ich würde euch gern ein Foto zeigen, aber sie wächst nicht so, wie ich es mir vorstelle. Der Boden ist auf einer Seite des Rankgerüstes extrem verdichtet. Hier klettern nur zwei kleine Pflänzchen die drei Stangen empor. Auf der anderen Seite des Torbogens hingegen sieht das Ganze besser aus. Die Bohnen wachsen, wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir wünsche. Eigentlich sollten sie den Eingangsbereich des Gartens begrünen. Jetzt muss sich aber die Weide daneben um das Grün kümmern, nicht die Bohne.

Westgötland
 

Letztes Jahr erntete ich nicht, was ich säte. Aus der Westgötland entwickelten sich viele verschiedene Formen und Muster. Ich sortierte das Saatgut und pflanzte die einzelnen Bohnen rund um fünf Stangen, jede Variante bekam eine Stange. Doch die Ordnung wurde schnell zerstört. Hühner und Vögel gruben die Samen wieder aus. Da die Kerne von der Feuchtigkeit verfärbt waren, konnte ich sie nicht mehr zweifelsfrei einer Stange zuordnen, es wächst also alles wild durcheinander. Die Bohnenfliege machte dem Saatgut zu schaffen, aber nicht so sehr, als dass die Pflanzen ihr nicht trotzen könnten. Insgesamt ist sie wieder wunderschön. Dunkles Laub mit lila Adern und lila Blüten. Bei den Pflanzen sehe ich keinen Unterschied. Spannend wird die Ernte des Saatgutes ... und natürlich der Küchentest. Dieses Jahr sollte die Ernte reichen für mindestens eine Mahlzeit. Was freu ich mich!

Wie läuft es in euren Gärten? Kommen eure Pflanzen mit der Trockenheit zurecht?

Kommentare:

  1. Hallo Krabunda, danke für Deine feine Bohnen-Übersicht; es macht wie immer Spaß Deine Ausführungen zu lesen!

    Ich habe mich in diesem Jahr mal an die Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) gewagt, weil mir die griechischen Giganten-Bohnen neulich mal in einem Restaurant untergekommen sind und ich die riesig spannend und dann auch in einem griechischen Supermarkt als Trockenbohnen fand. Ein ausführlicher Bericht wird dann auch nach der Ernte folgen.

    Da mein Garten in einem (ehemaligen) Sumpfgebiet liegt, habe ich keine so großen Probleme mit der Trockenheit gehabt, obwohl natürlich ein wenig mehr Regen auch meinen Pflanzen nicht geschadet hätte...

    Allerbeste Grüße (und Erfolge)
    Jürgen

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Jürgen,
    wie wachsen deine Feuerbohnen?
    Wir haben hier auch Glück mit unserem Boden - das ist glaube ich das erste Mal, dass ich nicht schimpfe und fluche über die Erde. Der Lehmboden hält die Feuchtigkeit. Aber es hat dieses Jahr so lang nicht geregnet, dass der Boden sich wohl bald in Backstein verwandeln wird.

    AntwortenLöschen