Sonntag, 12. August 2018

Trauerspiel

Es hat endlich mal wieder geregnet. Jeder Tropfen ist ein Segen, aber gereicht hat das Wasser noch lange nicht. Mein Garten ist ein Trauerspiel. Ganz egal was ich anpflanze, es wächst nicht, oder es wächst und verdurstet später.

Im Schrebergarten haben D und ich das große Pech, dass wir keinen Wasseranschluss haben und die zur Verfügung stehenden Dachflächen zum Wasser sammeln, winzig sind. Die Wassertonnen, das Wasserfass sind leer und selbst der Gartenteich ist fast völlig ausgeschöpft. Falls noch Kaulquappen zwischen all den Algen leben sollten, werden diese wohl bald vertrocknet sein.
Von vier Gurken, die ich pflanzte, hat gerade einmal eine überlebt und diese brachte mir sogar drei Früchte, die allesamt nicht bitter waren.



Die Kartoffeln sind klein geblieben, obwohl ich sie dick mulchte, um das bisschen vorhandene Wasser im Boden zu halten. Einzig der „Blaue Schwede“ hat gut gefruchtet und schöne große Kartoffeln zustande gebracht. Ich habe gleich 10 der Knollen im Keller eingelagert, um sie nächstes Jahr wieder setzen zu können. Ich hoffe, sie halten es so lang aus, ohne neu zu treiben. Vielleicht muss ich ihnen auch einen besseren Platz suchen.

Die Bohnen kümmern vor sich hin, haben kaum Fruchtansätze, viele der Fruchtansätze vertrocknen und meine Sorge wächst, dass ich kaum oder sogar kein Saatgut an die Bohnenschatzkiste zurückschicken kann. Die Hoffnung auf frische Bohnen aus dem Garten habe ich bereits aufgegeben.

Die Rote Beete ist winzig geblieben und hat in rohem Zustand einen fürchterlichen Beigeschmack. Genießen kann man sie nur gekocht.


Neu Gesätes geht nicht auf. Selbst wenn es hier mal eine halbe Stunde im Monat regnet, reicht die Feuchtigkeit nicht aus, um die Saat zum Keimen zu bringen. Vielleicht kommt das noch und der Spinat und die Lauchzwiebeln starten im Herbst durch. Falls der denn etwas regenreicher sein sollte als dieser Sommer.

Mein Salatkopf, der so wunderbar wuchs und über Monate der Trockenheit trotzte. Der Salatkopf, von dem ich hoffte, Saat nehmen zu können, ist auch vertrocknet. Plötzlich war er weg, braun wie die Erde. Fast hätte ich ihn nicht mehr gefunden. Die Karotten wachsen gar nicht, ein Keimen ist so unmöglich wie das Keimen der Petersilie.

Regenwürmer sehe ich nicht mehr. Sie haben sich weit unten in der Erde vergraben. Mein Mulch bleibt unangetastet auf den Beeten liegen. Einzig die Sonne zehrt daran.


Unsere Gartennachbarn schaffen kübelweise Wasser in den Garten. Aus der Leitung oder aus einer Quelle in der Nähe. Beides kommt für mich nicht in Frage. Ich weigere mich, zu gießen. Aber für die Zukunft muss ich mir überlegen, wie der Garten der Trockenheit oder den Sturzfluten und feuchten Sommern trotzen kann.

Einzig Obst wuchs bisher gut. So viele Erdbeeren und Kirschen wie in diesem Jahr, habe ich selten gesehen. Doch auch hier gibt es Verluste durch die Trockenheit. Die Äpfel fallen in Massen vom Baum, die Nashis sind winzig und die Renekloden haben einen bitteren Beigeschmack. Die Birnen im Vorgarten meines Schwiegervaters hängen in der prallen Sonne und wenn sie nicht das Glück haben, von Laub bedeckt zu sein, kochen sie förmlich, werden faul und fallen vom Baum.

Für mich ist das Gartenjahr abgehakt. Es wird ein nächstes kommen und mit dem nächsten Jahr kommen Pläne gegen die Trockenheit oder die Sturzfluten. Seien wir erfinderisch und leben mit dem, was uns gegeben wird. Wie geht ihr mit der Trockenheit in euren Gärten um?

Sonntag, 29. Juli 2018

Tomatenanbau

Wie jedes Jahr musste ich auch dieses etwas Neues ausprobieren. Gefunden habe ich die Idee auf Pinterest. Dort wurde versprochen, man könne bis zu 40 Pfund Tomaten von einer Pflanze ernten, wenn die Ratschläge befolgt werden.

Was zu tun ist
  1. Man nehme ein Draht, das so engmaschig ist, dass Kompost eine Chance hat, darin zu bleiben. Ein selbst geflochtener Weidenkäfig geht sicherlich auch.
  2. Den Draht einmal zum Kreis biegen und aufstellen. Gut im Boden befestigen.
  3. Den entstandenen Käfig mit reifem Kompost füllen.
  4. Rund um den Käfig vier Tomaten pflanzen und ihnen eine Rankhilfe anbieten.
Das war es auch schon. Als ich fertig war mit dem Aufbau meines kleinen Experiments, stellte ich fest, dass dies dem Keyhole Garden entspricht. Den würde ich ja übrigens auch wahnsinnig gern mal ausprobieren. Habt ihr damit schon Erfahrungen gesammelt?

Die Pflege der Tomaten
Der Drahtkäfig
Der kleine Tomatengarten sollte immer über den Kompost gegossen werden. Also, wenn ihr gießt, nehmt die Kanne (oder den Gartenschlauch) und gießt immer nur den Käfig mit dem Kompost. Dadurch werden die Nährstoffe des Komposts in die Erde und somit an die Wurzeln der Tomaten gespült. Außerdem vermeidet ihr so, die Tomaten direkt zu gießen, also das Laub bleibt trocken. Regelmäßiges Gießen unterstützt das Wachstum der Tomaten sicherlich ungemein und erhöht vermutlich auch die Ernte. Man kann natürlich auch so faul sein wie ich. Bisher habe ich diese Saison nur ca. fünf Mal gegossen (wenn es hochkommt). Die Tomaten wachsen trotzdem, aber das grundlegende Konzept dieses Gartenprinzips wird komplett ausgehebelt. Nicht gießen bedeutet: Kein Wasser, weniger Nährstoffe, die in den Boden geschwemmt werden und somit auch weniger Ertrag. Vor allem bei der Trockenheit dieses Jahr, die mein Vorhaben nicht unbedingt unterstütz hat.

Mein Fazit
Tomaten im Schrebergarten
Die Tomaten wachsen hervorragend und das, obwohl ich sie viel zu selten gieße. Meine Tomaten im Schrebergarten sind alle viel kleiner und tragen auch weniger als die, die rund um den Käfig wachsen.
40 Pfund pro Pflanze werde ich aber trotzdem nicht ernten, was mich aber nicht weiter stört. Es ist ein schönes Experiment, der Aufwand hält sich in Grenzen und vielleicht versuche ich es nächstes Jahr wieder. Ich könnte mir auch gut vorstellen, ein Tomatendach über das Beet zu bauen und das gesammelte Regenwasser gleich in den Kompostkäfig laufen zu lassen. Sicherlich kann man dieses Prinzip auch für andere Pflanzen anwenden, Kohl oder Kürbis zum Beispiel.

Sonntag, 15. Juli 2018

Zwischenbericht Bohnenvermehrung

Die Bohnen wachsen. Das ist die gute Nachricht. Die weniger Gute ist, dass sie nicht so wachsen, wie ich es mir wünsche. Wahrscheinlich liegt es am mangelnden Regen. Zwar hat es bei uns vor ein paar Tagen endlich mal wieder geregnet, aber bei weitem nicht ausreichend. Unter dem Mulch ist die Erde feucht, mulchen ist ein wahrer Segen bei dieser Trockenheit. Aber nun zu einem Zwischenbericht für meine neuen alten Bohnen. Ich glaube, es könnte was werden mit den Kleinen und ich kann neues Saatgut an die Bohnenschatzkiste zurücksenden.

Grison de Loire

Die Grison de Loire ist mein Sorgenkind. Sie keimte, wurde niedergekämpft von Schnecken und wächst jetzt wieder. Wenigstens eine der Pflanzen sieht gut aus und trägt schon die ersten kleinen Bohnen. Aber! Die Grison de Loire soll eine Stangenbohne sein. Ich habe ihr Stangen gesteckt, gewartet und gewartet, aber sie klettert nicht. Kann sie auch gar nicht, denn da sind keine langen Triebe, mit denen sie die Stangen emporklimmen könnte. Ich muss Carpe Diem unbedingt davon berichten, vielleicht weiß sie Rat. Die Bohne blüht hell-lila und die erste Blüte sichtete ich Anfang Juli.

Rumänische Schwertstange

Sie ist wunderschön. Sie ist die schnellste Kletterin unter meinen Stangenbohnen. Ihre langen Ranken sind fast schon an der Spitze der Stangen angelangt. Sorge bereitet mir allerdings, dass sie bisher keine einzige Blüte zeigt. Ich hoffe jedes Mal, wenn ich in den Schrebergarten komme, dass sie endlich blüht.

Whipple
 

Die Whipple ist eine Buschbohne. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, als ich sie steckte.Die Bohnen sitzen zu dicht beieinander. Trotzdem wachsen sie. Auch diese Sorte wurde von Schnecken angefressen, aber was soll ich sagen, Bohnen sind zäh, wenn es um Krankheiten und gefräßige Tiere geht. Bisher macht sie sich gut. Die Whipple blüht seit ein paar Tagen in schönstem weiß und wird mindestens genug Saat für nächstes Jahr tragen. 
 Ventre  de Biche
Die wächst. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Sie stellt keine besonderen Ansprüche, gibt sich mit dem Beet, das ich ihr zur Verfügung stellte, zufrieden. Sie ist so pflegeleicht, dass ich ihr ungerechterweise fast keine Aufmerksamkeit schenke. Diese Buschbohne macht ihrem Namen alle Ehre, die Pflanzen sind üppig, nehmen den Raum für sich in Anspruch und nur eine einzige wurde Opfer der kleinen Schleimer. Auch sie blüht seit Anfang Juli und hat an wenigen Pflanzen die ersten Böhnchen.
Peruvian Red Cheeck
Das ist die einzige Puffbohne, die in meinem Garten wächst. Das ist auch gut so, denn ansonsten würde sie sich gegebenenfalls mit den anderen ihrer Art kreuzen. Wer will das schon, schließlich soll sie reine Erben hervorbringen.
Inzwischen sind die Pflanzen dabei zu verwelken. Die Bohnenhülsen trocknen schwarz ab und ich habe die erste Saat genommen. Die wiederum bereitet mir Grund zur Sorge. Die schönste Pflanze bringt riesige Kerne hervor (ca. 3 cm), weist aber leider schwarze Punkte auf. Ich befürchte, dass sie eine Krankheit hat. Ich werde es beobachten. Außerdem fehlt der „Peruvian Red Cheeck“ ihr typischer rötlicher Fleck. Ich hoffe, dass er sich beim Trocknen noch einstellt. Alles andere wäre mindestens schade.

Capriana
Ich hatte die Capriana aus dem Vorjahr als fleißige Kletterin in Erinnerung. Dieses Jahr zieren sich einzelne Pflänzchen ein wenig. Aber es wird. Die ersten Knospen sind zu sehen, sie blüht aber noch nicht. Zwischenzeitlich fragte ich mich, ob ihr die Stäbe, die ich ihr zum Klettern suchte, vielleicht zu dick seien. Aber die Bohnenstangen aus ander Leute Gärten haben einen ähnlichen Umfang. Für den Anfang helfe ich ihr ein wenig, damit sie nicht mit den üppigen Ringelblumen kuschelt, sondern ihren Weg die Stangen hinauf findet.

Gelbe aus Siebenbürgen
Ich würde euch gern ein Foto zeigen, aber sie wächst nicht so, wie ich es mir vorstelle. Der Boden ist auf einer Seite des Rankgerüstes extrem verdichtet. Hier klettern nur zwei kleine Pflänzchen die drei Stangen empor. Auf der anderen Seite des Torbogens hingegen sieht das Ganze besser aus. Die Bohnen wachsen, wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir wünsche. Eigentlich sollten sie den Eingangsbereich des Gartens begrünen. Jetzt muss sich aber die Weide daneben um das Grün kümmern, nicht die Bohne.

Westgötland
 

Letztes Jahr erntete ich nicht, was ich säte. Aus der Westgötland entwickelten sich viele verschiedene Formen und Muster. Ich sortierte das Saatgut und pflanzte die einzelnen Bohnen rund um fünf Stangen, jede Variante bekam eine Stange. Doch die Ordnung wurde schnell zerstört. Hühner und Vögel gruben die Samen wieder aus. Da die Kerne von der Feuchtigkeit verfärbt waren, konnte ich sie nicht mehr zweifelsfrei einer Stange zuordnen, es wächst also alles wild durcheinander. Die Bohnenfliege machte dem Saatgut zu schaffen, aber nicht so sehr, als dass die Pflanzen ihr nicht trotzen könnten. Insgesamt ist sie wieder wunderschön. Dunkles Laub mit lila Adern und lila Blüten. Bei den Pflanzen sehe ich keinen Unterschied. Spannend wird die Ernte des Saatgutes ... und natürlich der Küchentest. Dieses Jahr sollte die Ernte reichen für mindestens eine Mahlzeit. Was freu ich mich!

Wie läuft es in euren Gärten? Kommen eure Pflanzen mit der Trockenheit zurecht?

Sonntag, 8. Juli 2018

Spinat vermehren

Wenn man beim Gärtnern Geld sparen will, dann muss man sich überlegen, wie man das am Schlausten anstellen kann. Eine Möglichkeit besteht darin, gratis Holz für Beete zu nutzen und die verwendete Erde zum Beispiel durch Mulchen und Flächenkompostierung aufzubauen. Eine weitere Methode ist es, das Saatgut selbst zu vermehren. Habt ihr euch schon mal ernsthaft angeschaut, wie viel Geld ihr für Saatgut ausgebt? Ich habe es mir dieses Jahr aufgeschrieben und ehrlich: Ich war sehr verblüfft. Da geht richtig viel Geld für drauf. Hier ein Tütchen mitgenommen, da die große Bestellung und im nächsten Laden wieder etwas gekauft, weil man es braucht – nur um dann festzustellen, dass man dieses Saatgut schon längst zu Hause hat. So ging es mir dieses Jahr mit dem Grünkohl, der Petersilie, den Lauchzwiebeln und vielem anderen mehr.

Im letzten Jahr vermehrte ich Erbsen. Dieses Jahr war es wieder an der Zeit, Spinat zu vermehren. Es kostet etwas Mühe, das Saatgut von den Pflanzen zu trennen und es zu reinigen, aber die Pflanzen sind ergiebig. Meine letzte Saat reichte für zwei Jahre (vermutlich sogar ein Drittes) und das neue Saatgut ... naja, hängt wohl davon ab, wie viel Spinat ich säen werde. Aber der Reihe nach.

Pflanzenauswahl für die Saatgutgewinnung
Bei Spinat ist es wichtig, dass man mindestens zwei Pflanzen stehen lässt, besser noch mehr, denn sie brauchen eine weitere Pflanze für die Vermehrung. Wenn ihr euch für die Pflanzen entscheidet, sucht euch die aus, die ihr am liebsten sofort essen würdet. Also die mit den schönsten Blättern, die am üppigsten wachsen, wenig von Schädlingen befallen wurden. Und, extrem wichtig: Die, die am spätesten anfangen zu blühen.

Platzanspruch
Spinatpflanzen schießen – so nennt man es, wenn sie in Blüte gehen und sie brauchen viel Platz. Eine ausgewachsene Pflanze ähnelt einem Busch oder kleinen Baum. Bedenkt das, wenn ihr euren Spinat vermehren wollt. Meine Spinatsorte Matador wurde teilweise einen Meter hoch und nahm in der Breite noch einmal so viel Platz ein. Natürlich könnt ihr rundherum andere Pflanzen wachsen lassen, aber der Raum, den Spinat beansprucht, ist nicht zu unterschätzen.

Ernte
Eine Pflanze musste ich in diesem Jahr vorzeitig ernten. Das heißt, sie wurde geerntet. Mein Gartennachbar sagte, es wäre wohl eine Krähe gewesen, die den Spinat aus dem Boden gezogen hätte. Ich tippte auf einen Waschbären oder eine Katze. Aber in der Regel solltet ihr warten, bis die Pflanze langsam verwelkt. Dann zieht ihr sie samt Wurzel aus dem Boden und hängt sie kopfüber zum Trocknen auf.

Samen gewinnen
Jetzt geht es an den pieksigen Teil. Spinatsamen wollen scheinbar nicht geerntet werden, weswegen sie sich ganz schön stachelig zeigen. Reibt die Samen samt der vertrockneten Blätter von den Stielen ab. Benutzt dazu wenn notwendig Handschuhe – mir jagte es den ein oder anderen eisigen Schauer über den Rücken, als wieder einer der Samen in meine Fingerkuppen stach. Anschließend solltet ihr die Samen zwischen den Händen reiben, damit sie sich voneinander lösen, denn die Saat wächst in kleinen Nestern meist an den Blattachseln. Dort haften sie aneinander. Wenn ihr die Saat und die Blätter von den Stielen getrennt habt, könnt ihr das Saatgut sieben. Dafür gibt es spezielle Siebe, wovon ich keinen besitze. Ich behalf mir also mit meinem Atem. Einfach vorsichtig in die Schüssel pusten, so dass das vertrocknete Laub heraus fliegt, die Samen aber in der Schüssel bleiben.

Ergebnis
Von zwei Pflanzen (es warten noch weitere drei Pflanzen auf mich) erntete ich ca. 100 Gramm Saatgut. Bei einem meiner Lieblingshändler gibt es 25 Gramm Saat für ca. 2,50 Euro. Der Mengenrabatt macht es wiederum möglich, 100 Gramm für nur 5 Euro zu kaufen. Dennoch: Geld gespart und das mit wenig Aufwand. Ein weiterer Vorteil: Die Pflanzen passen sich der Umgebung und den klimatischen Bedingungen an. Ihr züchtet also Spezialisten für euren eigenen Garten, wenn ihr Saatgut selbst vermehrt.

Lagerung
Wie alles Saatgut möchte auch der Spinat kühl, trocken und dunkel lagern, bis er zum Einsatz kommt. Stellt ihn daher am besten in einem Twist-off Glas in den Keller. Die Saat hält sich ca. 3 – 4 Jahre.

Sonntag, 1. Juli 2018

Gemüselasagne – Zucchini in der Nebenrolle

Es ist wieder so weit. Die Zucchini wachsen und ich freue mich wie ein kleines Kind über die Ernte aus dem Garten. Letztes Jahr war M schon nach der zweiten mitgebrachten Frucht überfordert und sagte, er könne die grünen Dinger nicht mehr sehen. Dieses Jahr bin ich schlauer und gebe der Zucchini (bis jetzt) nur die Nebenrolle im Essen.

Es gab schon Kartoffeln mit gebratenen Gemüse, Zucchini-Wraps, Lasagne, chinesisches Gemüse mit Tofu und Gemüsespieße für den Grill. Überall versteckten sich die grünen und gelben Früchte. Das gelang ihnen so gut, dass M sich nicht beschwerte, selbst auf meine Nachfrage hin, war er positiv gestimmt.

„Guck mal, ich hab wieder eine Zucchini mitgebracht“, sagte ich und streckte ihm die vierte geerntete Frucht entgegen. „Ich will Gemüselasagne daraus machen“, beruhigte ich ihn schnell.
„Oh, das klingt gut“, sagte er. Im Nachgang fügte er hinzu: „Zucchini sind ja gar nicht so schlimm. Es ist nur, wenn so viele da sind, dann schmeckt es nicht mehr.“
„Naja, warte mal ab, ich hab noch viele Pläne mit den Kleinen Dingern“, sagte ich und zählte ihm auf, was ich alles kochen würde. Kein einziger der Vorschläge stieß auf Gegenwehr und beim Essen war M jedes Mal höchst zufrieden.

Damit auch ihr etwas davon habt, will ich euch wenigstens eines der Rezepte hier notieren. So könnt ihr eure Liebsten ebenfalls verwöhnen. Falls es sich ergibt, werde ich die anderen Rezepte ebenfalls auf dem Blog veröffentlichen.

Gemüselasagne

Zutaten:
  • 1 kg Gemüse (bei mir waren es 200 g Erbsen*, 3 Karotten, 1 Zucchini*, 1 kleiner Blumenkohl und 1 rote Paprika)
  • Lasagneplatten
  • 150 g Butter
  • 150 g Mehl
  • Käse
  • 1 l Milch
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • Saft einer halben Zitrone
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL Majoran
Zubereitung:
  1. Gemüse putzen in kleine Stücke schneiden und in kochendem Wasser etwa 2 Minuten blanchieren. Von dem Sud das Wasser für die Gemüsebrühe abnehmen. Das restliche Gemüse abgießen.
  2. Aus dem abgeschöpften Wasser eine Gemüsebrühe zubereiten.
  3. Butter in einem Topf schmelzen.
  4. Mehl zu der Butter geben und gut verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind.
  5. Nach und nach die Milch und die Gemüsebrühe unterrühren. Die Milch sollte lauwarm sein, dann dickt die Bechamel schneller ein und die Kochzeit verkürzt sich.
  6. Saft der halben Zitrone und Majoran unterrühren.
  7. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
Lasagne schichten
  1. Dünne Schicht Gemüse in eine Auflaufform schichten und mit etwas Bechamel überschütten.
  2. Eine Schicht Lasagneplatten über das Gemüse legen.
  3. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis die Form voll ist. Bei mir hat das Gemüse und die Bechamel für vier Schichten ausgereicht.
  4. Als letzte Schicht Gemüse und Bechamel auf den Lasagneplatten verteilen.
  5. Mit Käse garnieren und für ca. 20 bis 30 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 160 ° backen. Zwischendurch könnte ihr testen, ob die Lasagneplatten weich geworden sind.

Wohl bekomm’s.

*) aus eigenem Anbau

Sonntag, 24. Juni 2018

Gartenvorsatz 8 – Büsche pflanzen

Auch diesen Punkt meiner Wunschliste für 2018 habe ich (fast erledigt). Zugegeben, es sind nur zwei Sträucher geworden, statt der gewünschten drei bis vier. Das lag aber weniger an der Faulheit, als viel mehr an den vorhandenen Büschen und dem (Ehr-)Geiz, die Kosten für den Garten möglichst gering zu halten, der seit diesem Jahr in mir erwacht ist.


 
Eingebuddelt habe ich einen Stachelbeerstrauch, den es gratis von einer Gartennachbarin gab und eine Aronia-Beere, die mir meine Kollegen vor einigen Jahren schenkten. Die Apfelbeere fristete ihr Dasein in einem großen Topf vor unserem Eingangsbereich. Die Erde war längst nicht mehr nahrhaft, die Pflanze zu groß für den kleinen Topf und so war der Umzug in den Schrebergarten naheliegend.

Ich hoffe, den beiden neuen Bewohnern gefällt es im Schrebergarten, denn Feuchtigkeit ist in diesem Jahr Mangelware, vor allem auf dem entfernten Grundstück, das keinen Wasseranschluss hat. Die Regenknappheit in unserer Region ist besorgniserregend. Zwar regnet es seit zwei Tagen endlich mal wieder, aber die Menge ist zu gering, als dass es dem Boden nützen würde. Aber hey, ich nehme jeden Tropfen, der da vom Himmel fällt. Ich beschwer mich nicht mal über die eiskalten, herbstlich-anmutenden Temperaturen (brr).

Nun aber zurück zu meinen beiden Büschen. Die Stachelbeere pflanzte ich im zeitigen Frühjahr in den Garten, die Aronia folgte im Frühsommer. Damit D und (vermutlich nächstes Jahr wieder) ich keine Probleme mit dem Rasenmähen haben, legte ich rund um die verbuddelten Sträucher Rasenmähkanten. D jubilierte, als sie sie beim nächsten Grasschnitt entdeckte: „Oh, das ist so toll. Kannst du nicht noch mehr Büsche pflanzen und denen auch so eine Rasenkante legen? Das lässt sich so super mähen.“
Ich versprach ihr, weitere Büsche zu pflanzen, falls sie mir über den Weg laufen. Hier im Hausgarten könnte ich einen Holunder ausbuddeln (die sämen sich überall aus) und ich will versuchen, von den Johannisbeeren Stecklinge zu ziehen. So komme ich an weitere Gratis-Sträucher für die Hecke. Nur dieses Jahr werde ich das beerentragende Menschen- und Vogelparadies vermutlich nicht mehr erweitern.



Damit ich zukünftig einen geringen Arbeitsaufwand mit den Büschen habe, legte ich rundherum Pappe aus und schichtete dick Rindenmulch auf. Ich hoffe, dass wenig Unkraut aus dieser dicken Schicht herausquillt, aber wer weiß, manch ein Kraut (Ackerwinde) ist unverwüstlich. Zum Nachbargrundstück lehnte ich Steinplatten an den Zaun. Eigentlich müsste ich sie eingraben, damit sie einen guten Stand haben, aber meine Faulheit ....

Wie auch immer. Im Moment sieht das Beet aufgeräumt und tadellos aus. Es so schön zu behalten wird etwas Aufwand kosten. Das Erschaffen ist für mich nach wie vor leichter und motivierender, als das Pflegen eines Beetes. Und für mich steht fest: Gartenvorsatz 8 ist abgehakt! Dafür haben sich die Pläne für den Hausgarten grundlegend geändert.

Sonntag, 10. Juni 2018

Erdbeeren ernten

Vor etwas mehr als einer Woche ging ich in den Garten und fand die ersten roten (naja, halbroten) Erdbeeren. Ich freute mich, pflückte sie und gab sie JF zu essen. Zuerst das Kind, dann ich. Gut, ich gebe es zu, eine davon wanderte in meinen Magen und löste auf dem Umweg über den Mund eine süßsaure Geschmacksexplosion aus. Ich liebe Erdbeeren.

Ein paar Tage später traf ich D im Garten. Als ich ihr erzählte, dass das Kind alle meine Erdbeeren bekäme, lief sie zu einem ihrer Beete. Sie zeigte auf eine einzelne verirrte Pflanze und sagte: „Die darfst du essen und musst sie nicht für JF aufheben.“
Da hatte sie wohl Mitleid mit der aufopferungsvollen Mutti. Ich nahm ihr Angebot gern an. Es dauerte nicht lang und ich aß die kleinen Früchte – allerdings mit schlechtem Gewissen und die nächsten Beeren landeten wieder in JFs kleinen Bauch.

Doch dann geschah etwas, was zu erwarten war. Meine Erdbeeren wurden reif. Auf dem 3 x 1 m großen Beet tummelten sich im Vorjahr so viele Ringelblumen, dass die Erdbeeren keine Chance hatte. Der Nachbar warf einen Blick über den Gartenzaun, rümpfte die Nase und sagte „Das wird nichts, mit deinen Erdbeeren. Die haben keinen Platz zum Wachsen.“ Er behielt Recht. Dieses Jahr zupfte ich hunderte Ringelblumensämlinge aus der Erde, überließ fast ein drittel des Beets einer riesigen Nachtkerze und ca. vier Ringelblumen blieben stehen. Zwischen den Erdbeeren fanden Knoblauch und Schalotten (die vergaß ich im Vorjahr zu ernten) ihren Platz. Und was soll ich sagen: Der Platz reicht aus, damit sich die Erdbeeren richtig breit machten. Noch eine Unterlage aus Stroh und die Kleinen fruchteten wie nie zuvor.

Die Pflanzen hingen schon seit Wochen voller kleiner und großer Früchte. Zögernd fuhr ich eines Abends in den Schrebergarten. Ich nahm eine Schüssel mit, sah sie mir an und dachte „Die ist viel zu groß für die wenigen reifen Erdbeeren.“ Aber nachdem ich fertig war mit der ersten Runde pflücken, war die Schüssel voll und der Deckel passte nicht mehr darauf. Zwei Tage später holte ich ein weiteres Schüsselchen mit ca. 300 Gramm der süßen Nascherei aus dem Beet. Als ich dann wegen der langen Arbeitstage nicht in den Schrebergarten kam (zwei Tage), traf mich der Schlag beim nächsten Besuch. Überall leuchtete es rot zwischen den grünen Blättern. Ich entschied, am folgenden Tag einen Eimer für die Ernte mitzunehmen, um Marmelade aus dem Obst zu kochen.

1,4 kg erntete ich und verarbeitete sie zu vier Gläsern Marmelade. Nachdem ich sie gewaschen hatte, ärgerte ich mich. Die Früchte saugen sofort das Wasser auf und die Schale wird matschig. Eigentlich wollte ich die schönsten von ihnen behalten, aber es blieb kaum etwas übrig, so wurden also alle verkocht. Wie ich mich kenne, werden die Gläser nicht lange halten und bei den nächsten Frühstücken verzehrt. Aber die Pflanzen haben Potential. Vögel und Schnecken verschonen die Früchte weitestgehend. Aber selbst wenn sie ein wenig Naschen, es bleibt genug für meine Familie und mich übrig. Vermutlich kommt sogar bald der Punkt, an dem ich der Beeren überdrüssig werde und der ganze Rest im Kochtopf landet, bevor er auf dem Beet verrottet.

Hach, wenn sich das Gartenjahr so weiter entwickelt ... das wäre ein Traum. Und dass die Erdbeeren trotz der Trockenheit so gut wachsen, grenzt an ein Wunder.