Sonntag, 18. Juni 2017

Kisten für Kübel


Mein lieber Schwiegervater kommt gratis an Paletten ran. Und dann ist er auch noch so lieb, dass er mir regelmäßig die Bretter von den Paletten löst, damit ich daraus irgendwas bauen kann. Angefangen hat mein Interesse am Palettenholz, nachdem meine Schwester und ihr Freund F den Hühnerstall umbauten – mit Palettenholz. Das war so einfach und günstig, dass ich dahinschmolz. In Gedanken hatte ich den Stall auch schon dutzende Male umgebaut. Aber dann scheiterte die Realität am teuren Baumaterial. Meine Schwester sah das ganz pragmatisch. „Wir gucken mal was da ist und bauen daraus das Hühnerabteil“, sagte sie und machte sich ans Werk. Und was soll ich sagen? Es war alles da. Der Stall hat somit nichts gekostet und die Hühner wohnen jetzt wesentlich komfortabler als zuvor.



Was wollte ich erzählen? Ach ja, die Kiste für den Kübel. Ihr kennt doch sicherlich alle die riesigen sehr günstigen Mörtelkübel. Die bieten ausreichend Platz für hungrige große Pflanzen, sehen aber nicht so hübsch aus. Mit dem Palettenholz baute ich ein schmuckes Zäunlein für den Kübel – und meine Liebe dazu wächst mit jedem Blick.

Schritt 1: Löse die Nägel aus dem Holz
Mein Schwiegervater hatte mich gefragt, ob die Nägel in den Brettern der Paletten bleiben könnten, weil das Holz so oft splittert, wenn er sie raus zieht. Da ich das Holz eigentlich für Beete vorgesehen hatte und die Nägel darin nicht störten, nickte ich zustimmend.



Schwerer Fehler, wie sich im Nachhinein heraus stellte. Denn ich saß stundenlang auf dem Boden, bog die Nägel mit einem Schraubendreher wieder annähernd gerade und zog sie anschließend mit einem Zimmermannshammer aus dem Holz. Das war eine schweißtreibende Arbeit. Da der Hammer schwer und ich mitunter etwas ungeschickt bin (leicht untertrieben *hust), schlug ich mir das ein oder andere Mal mit dem Hammer vors Knie. Egal welches. Eben das, das gerade im Weg war. Holla, meine Knie waren über mehrere Tage blitzeblau, grün und schließlich gelb oder so. Eigentlich hätte ich ein Foto machen müssen, damit ihr mir das glaubt.

Schritt 2: Messen, Sägen, Schrauben, Aufstellen
Und dann kam endlich der Teil, der Spaß machte: Bauen! Ich maß den Kübel aus, überschlug ca. 10 mal im Kopf, ob meine Messerei stimmte und ob das so alles klappen könnte und dann fing ich an die Hölzer zu markieren und mit der Stichsäge klein zu sägen. Das ging wirklich ruckzuck und innerhalb kürzester Zeit stand ich mit Bohrmaschine bewaffnet auf dem Hof und drehte Schrauben in das Holz.



Schritt 3: Anmalen
Mutti war die Holzfarbe zu langweilig und weil sie Zeit und Farbe hatte, strich sie die Kiste weiß. Später stellte sie fest, dass so ein Platzregen auf unserem – naja, nicht gerade hygienisch reinen – Hof dafür sorgte, dass das hübsche weiß wenigstens an der untersten Latte ganz fürchterlich schmuddelig wurde. Den zweiten Kasten hat sie noch nicht angemalt, ob das wohl damit zu tun hat? Oder ob ihr die Zeit fehlt? Ich sollte mal fragen ...

Schritt 4: Löcher in den Kübel stechen
Ah, das war einfacher, als ich dachte. Ich suchte verzweifelt mein Teppichmesser. Aber das fühlt sich wohl auch außerhalb meiner Werkzeugkiste wohler als darin, also fand ich es nicht. Stattdessen nahm ich zwei Schraubendreher. Erst einen etwas kleineren, dann einen größeren. Damit bohrte ich Löcher in die Seiten des Kübels. Warum in die Seiten? Haha, weil ich ein ganz schlauer Fuchs bin (und im Internet ständig nette Anregungen finde).



Schritt 5: Befüllen
Zu unterst füllte ich eine Schicht Tonkugeln in den Kübel. Die sorgen dafür (hoffentlich), dass Wasser gespeichert wird und meine Pflanze sich auch bei längerer Trockenheit mit Wasser versorgen kann. Die Löcher in den Seiten gehen bis zu der Tonkugelschicht. Überschüssiges Wasser kann also gut ablaufen, es bleibt aber ein Wasserspeicher bestehen.



Auf die Tonkugeln kam ein Vlies. Das sorgt dafür, dass nicht zu viel Erde in die Tonkugeln rutscht. Die Wurzeln werden sich aber dennoch ihren Weg ins feuchte Nass bahnen können.



Ich nahm eine Plastikflasche, entfernte den Boden und steckte sie in die Tonkugeln. Das sollte mein Gießkanal werden. In der Theorie schön, aber ich hab meine Rechnung nicht mit JF gemacht. Der sah das Plastik aus dem Pflanztrog schauen und zog es raus. „Nein“, schrie ich, aber alles Schreien war vergebens. Zwar habe ich die Flasche wieder rein gesteckt, aber jetzt ist jede Menge Erde darin und darunter und das gießen ist nicht so einfach wie geplant. Kleine Kinder sind was tolles!



Den Rest der Kiste schüttete ich mit recycelter Erde auf. Und gönnte einer Zucchini ein neues Zuhause. Da Mutti gern etwas blühendes auf unserem Freisitz haben möchte, säte ich großzügig Blumen aus. Diese lassen sich allerdings Zeit, ihre Schönheit zu zeigen. Aber allein die gelbe Blüte der Zucchini erfreut das Herz meiner Mutter inzwischen so sehr, dass sie sogar Fotos davon schießt.

Sonntag, 11. Juni 2017

Neue Bohnen braucht das Land

Kennt ihr diese Momente, in denen ihr etwas auf dem Küchentisch findet, mit dem ihr gar nicht mehr gerechnet habt? Neulich hatte ich solch einen Moment. Auf dem Tisch lag ein an mich adressierter Briefumschlag Einer mit Luftpolster, der ganz eindeutig etwas größeres, als nur ein Blatt Papier enthielt. Hätte mich jemand in diesem Moment gesehen, er wäre wohl belustigt über meinen verwirrten Gesichtsausdruck gewesen. Der sagte nämlich so viel wie „Hä?“ (hessisch für: Was soll das denn sein?)

Ich hatte Kleidung für JF bei ebay ersteigert. Aber so viel enthielt dieser Umschlag nun wirklich nicht. Ich zweifelte kurz an mir selbst und vermutete, dass ich auf eine falsche Auktion geboten hatte. War es nur ein einziges Kleidungsstück und ich Dussel hatte dafür 30 Euro bezahlt? Ich begann schon mich zu ärgern, bevor ich den Umschlag überhaupt öffnete.

Naja, es half ja nichts. Also riss ich den Umschlag auf, schaute hinein und war ca. 5 Sekunden immer noch total verwirrt, bis ich endlich begriff, was darin lag. Aus meiner Verwirrung wurde binnen eines Wimpernschlags pure Freude. Bohnen!!!

Splash Trout


Mit diesen Schätzchen hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet. Vor Wochen gab es vom VEN einen Aufruf, Bohnen zu vermehren. Angeboten wurden ca. 180 Sorten von zwei Vermehrerinnen. Eine der beiden Frauen verfügt sogar über 1800 Sorten! Eine unglaublich große Menge, die sie zu erhalten versucht. Aus der Mail entnahm ich, dass man sich für maximal 3 der Sorten bewerben durfte. Da ich unbedingt Stangenbohnen wollte (2 Sorten) und ich nicht wusste, ob ich auch wirklich alle Sorten bekam, die ich mir aussuchte, entschied ich mich für 3 Sorten - sicher ist sicher. Aber, was fand ich vor? 4 Sorten! Die liebe Frau von der Bohnenschatzkiste hatte mir tatsächlich noch eine weitere Sorte hinzu gelegt mit den Worten „Ich glaube, die passt ganz gut dazu“.

Westgötland, Capriana, Gelbe aus Siebenbürgen

 Wuhu, die Freude war riesig! Vorsichtig beäugte ich die 4 Sorten – Capriana, Splash Trout, Westgötland und Gelbe aus Siebenbürgen – und machte Fotos für den Blog – muss ja sein.
Inzwischen sind die Bohnen in der Erde und mein Auftrag lautet: Sende uns am Ende der Saison ca. 50 Bohnensamen zurück. Ähm, ja. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, werde ich um ein Jahr Aufschub bitten. Von jeweils 15 – 20 Bohnen gesetzten Samen keimten gerade einmal 1 – 4 je Sorte und die sehen nicht einmal gut aus. Ganz im Gegenteil. Eine Sorte hat krüppelige Blätter, die darauf schließen lassen, dass sich eine Bohnenblattlaus daran gütlich getan hat (oder Bohnenkäfer, wie hießen die noch mal?). Einer anderen Sorte wuchsen von Anfang an gelblich kranke Blätter und nur zwei Sorten sehen ganz gesund aus. Dafür keimte davon aber auch nur jeweils eine Bohne.

So kann ich das Saatgut nicht guten Gewissens zurück schicken. Also werde ich die Bohnen im nächsten Jahr noch einmal anbauen und dann erst Saat zurück schicken. Damit ist allen viel besser geholfen … und ich hätte so gern gewusst, wie die Bohnen schmecken, aber aus dem Essen wird wohl nichts *seufz.

Sonntag, 4. Juni 2017

Reihen voller Salat

Inzwischen sind es drei - Hochbeete natürlich. Eigentlich wollte ich nur eins im halben Jahr bauen, letztes Jahr wurden es aber gleich drei Beete. Dafür habe und werde ich dieses Frühjahr schwänzen und keine weiteren riesigen Holzkisten für Gemüse bauen. Das hat zwei Gründe, zum Einen reicht der Kompost nicht. Der hat nur leidlich ausgereicht, um meine Beete im Schrebergarten zu versorgen. Zum Anderen weiß ich noch nicht, ob ich meinen Plan, insgesamt neun Hochbeete zu bauen, wirklich umsetze oder ob ich sie wo anders hin stellen will, was aber weder M noch Mutti gefällt. Ich würde ja gern die sonnige Seite des Gartens mit Gemüse voll pflastern, aber da stoße ich auf massiven Widerstand. Scheinbar brauchen nicht nur Pflanzen Sonne, sondern auch Menschen ... wer hätte das gedacht.



Mein Prototypen-Beet baute ich auf unserem frisch gepflasterten Hof. Ich nahm an, dass der Hof gerade ist und das Beet damit auch. War aber nicht so. Der Hof fällt ab und der Rahmen wurde genauso schief wie das Pflaster darunter. Noch schlimmer war es, dass M und ich das Beet am Ende zu seinem Zielort tragen mussten. Junge, junge, so ein bisschen Holz wiegt ordentlich was - M hat fürchterlich geschimpft und geflucht - zu Recht. Wäre das Tragen des Beets nicht auf meine eigene Dummheit bei der Wahl des Bauplatzes  und der Umsetzung meines Plans zurück zu führen, ich hätte mindestens genauso sehr geschimpft wie M. Da ich aus Fehlern lerne ist mein drittes Beet fast ein Meisterstück geworden (mit Winkel gebaut!) und es stand schon fast dort, wo es auch hin sollte. Sieht sehr hübsch und gerade aus. Beim Befüllen des zweiten und dritten Beets haben mir der Nachbar und S ihren Strauchschnitt geliefert. Das war wesentlich einfacher, als beim Bau des ersten Beets, als ich mit der Schubkarre mehrere dutzend Male von einem Garten zum Anderen lief.



Meine Beete habe ich mit allem möglichen bepflanzt, es sind jeweils 12, bzw. 13 Reihen Gemüse darin (und eine Reihe Erdbeeren). Karotten, Salat, Rucola, Radieschen, Fenchel, Petersilie, Stielmus, Kohlrabi, Brokkoli, Zwiebeln, Schnittknoblauch, Spinat und Paprika wachsen dort in Reih und Glied. Als das ganze Gemüse kleiner war, sah es richtig hübsch aus. Inzwischen sind die Blätter so groß, dass man kaum noch die Erde dazwischen sieht. Dafür reicht das Grün auf den Beeten für meinen täglichen Salat.



Auch wenn ich nicht weiß, wie ich mit den Beeten weiter mache, habe ich trotzdem Pläne. Zwischen die beiden Beete will ich Apfelbäume pflanzen und am Spalier ziehen. Der Platz ist gut, es hapert nur noch an der Umsetzung.

Sonntag, 28. Mai 2017

Hotelerweiterung

Das Insektenhotel hat bereits im letzten Jahr großzügige Erweiterungen erhalten, da die meisten Zimmer des ursprünglichen Komplexes ausgebucht waren. Einzig das Spa und der Spielplatz im unteren Bereich des Hotels fanden keine Gäste. Aber, seien wir mal ehrlich, wer würde schon gern in einem Spa oder auf einem Spielplatz leben? Ob die Gäste des Hotels die Räumlichkeiten wenigstens zeitweise in Anspruch genommen haben, kann ich nicht sagen. Wir haben uns deshalb im weiteren Verlauf der Erweiterungen darauf spezialisiert, Wohnräume zu schaffen.



Anfangs nutzten wir Bambusstäbe, doch die Räumlichkeiten waren zu beengt, so dass wir auf die hohlen Stiele von Brennnesseln und Fetthenne umstiegen. Letzters ist auch für die Inneneinrichtung sehr zu empfehlen, da die Wände wesentlich glatter sind als die der Brennnessel. Dennoch werden diese Räumlichkeiten nicht so gern gebucht, wie die Zimmer in dem ursprünglichen Hotel. Leider entzieht es sich meiner Kenntniss, aus welchem Material diese gefertigt wurden.



Aber nun zu der Erweiterung des Hotels. Entstanden sind zwei Anbauten aus Zwetschgenholz (der Baum musste leider im letzten Jahr gefällt werden). In dem kleineren Flügel entstanden 14 Zimmer plus 3 Zimmer für die fettleibigen Gäste - oh pardon - für Gäste, die mehr Komfort wünschen und ein King Size Bett bevorzugen. Ehrlicherweise müssen wir eingestehen, dass wir nicht über die genaus Anzahl Zimmer des zweiten Hotels verfügen. Weitere Anbauten und auch ein größerer Umbau ist angedacht. Die Außenanlagen sollen verschönert und insgesamt soll das Gelände besser strukturiert werden.



PS: Die Puddingschüssel diente im letzten Jahr einer Amsel und ihren 5 Küken als Heim. Sie darf also bleiben. Auch diese zahlenden Gäste sind gern gesehen.

PPS: Das Holz war vermutlich noch zu nass, um es zu bearbeiten. Zwischenzeitlich peinigte mich ein Krampf in der Hand, da der Bohrer sich wehrte weitere Zimmer zu bohren. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich ein Mädchen bin ;)

Sonntag, 21. Mai 2017

"Ich kann nicht verstehen ...

... dass du das als Hobby hast", waren die Worte von B, als er mir dabei zusah, wie ich meinen Kompost umhob. Ganz ehrlich, in dem Moment konnte ich auch nicht verstehen, warum mir das Gärtnern Spaß macht. Und noch viel weniger, warum ausgerechnet der Kompost mein liebstes Gartengebiet ist. Über den Winter war mein Kompost gut gefüllt und es wurde Zeit, ihn endlich in den zweiten Kompost umzuschichten. Diesen leerte ich bereits in den Wochen vorher und verteilte den Kompost auf meinen Beeten im Farbengrund (die Guten ins Töpfchen) und den nicht verrotteten Rest kippte ich zurück auf den ersten Kompost (die Schlechten ins Kröpfchen).



Weil ich beim Ausleeren des ersten Haufens auf und neben dem Kompost große Löcher gefunden hatte (uarg - Ratten), entschied ich, unter den Kompost Drahtgitter zu legen. D war gerade zu Besuch, da unsere Liebsten Bier brauten. Was kann man in so einem Moment besseres tun, als den Besuch  zum Helfen zu motivieren? D hielt das Draht fest, der Nachbar brachte mir einen Seitenschneider (ja, so was besitzen wir nicht oder er hat Füße bekommen und sich aus der Werkzeugkiste davon gestohlen, wer weiß das schon) und D fotografierte zusätzlich alles, was ich tat ("Damit du davon in deinem Blog berichten kannst").



Da ich nur 50 cm breites Drahtgitter kaufte, musste ich zwei Matten zusammen "nähen". Gesagt getan. Unzählige Piekser und gute Ratschläge ("Mach das Draht doch kürzer") später, war die Matte fertig. Sie liegt jetzt unter dem Kompost und dieser kann nicht mehr unterwandert werden. Jetzt fehlt noch ein Deckel, denn die langschwänzigen graufelligen Biester sind gute Kletterer - sehr zu meinem Leidwesen. Eine von ihnen führte unter lautem (Jubel-)Geschrei ihre Künste direkt vor, als ich Kompost schaufelte. Wir waren vermutlich beide gleichermaßen erschrocken und sind knapp mit dem Leben davon gekommen - beide.



Ganz ehrlich, ich bin ja ein Tierfreund, aber Ratten will ich nicht im Garten haben.



Und zu der Eingangsfrage: Gemüsegärtnern ist mehr als ein Hobby, das an manchen Tagen eine echte Plackerei ist. Belohnt wird man mit undankbaren Zucchinischwemmen, die kein Mensch mehr essen will. Aber ich kann mir sicher sein, dass das was aus dem Garten auf unseren Tisch kommt, besser ist als das Gemüse vom Discounter. Es geht nicht besser - für meine Familie und unsere Umwelt - als es selbst zu machen.



Ach, im Übrigen musste ich feststellen, dass ich viel zu viele größe Stöcke auf dem Kompost habe. Die wollen einfach nicht verrotten. Avocado Schalen brauchen auch mehrere Durchgänge. Die Stöcke werde ich in Zukunft - in Ermangelung eines Häckslers - klein schneiden, damit sie schneller verrotten (hoffentlich). Vielleicht schaffe ich mir noch einen dritten Kompost an.

Sonntag, 14. Mai 2017

Rhabarberdesaster

... oder warum das hier nie und nimmer ein Foodblog werden könnte - mal abgesehen davon, dass ich das nicht wollen würde.

Liebe Bekannte von mir schenkten mir bereits im letzten Herbst 3 Rhabarberpflanzen. Aus Mangel an Zeit (und Lust) landeten diese vorläufig auf dem unfertigen Hochbeet und ich schüttete einen kompletten Sack Blumenerde über die dicken Wurzelstöcke, damit sie im Winter vor gemeinem Frost geschützt waren. Zu meiner Überraschung überlebten die Pflanzen den Winter sogar und sie zogen in den Schrebergarten um. Dort leisten sie nun im vergrößerten Beet einer älteren Planze Gesellschaft. Als alle vier Pflanzen austrieben und Blätter bekamen, stand ich etwas bekümmert vor dem Beet, raufte mir das Haar und dachte: "Hmm, ja, schade. Hätte ich wohl weiter auseinander pflanzen müssen." - Habe ich aber nicht. Jetzt müssen die vier kuscheln.



Die älteste Pflanze konnte ich in diesem Jahr beernten. Ich ließ ihr noch ganz viele Stiele und Blätter übrig, damit sie noch ausreichend Kraft für das nächste Jahr tanken kann. Im Internet suchte ich nach einem Rezept für einen Kuchen, fand eines - Rhabarber-Käsekuchen - und entschied mich diesen Kuchen zu backen. Nach mühsamen Putzen und Schnibbeln landete der Rhabarber in einer Schüssel, zog mit Zucker überstreut Wasser und wurde zum Teil weich gekocht, bevor er wohlgebettet auf dem Mürbeteig landete. Eine Decke aus "Kuchen-Käse" folgte und das Meisterwerk landete im Backofen.



Eine Stunde später - ich konnte mein Glück kaum fassen - lächelte mich der hübscheste Kuchen aus dem Backofen an, den dieser Ort jemals hervorgebracht hatte. Ein duftender Traum mit gold-brauner Kruste, der mir das Wasser im Mund zusammen laufen ließ. Ich nahm einen Topflappen, griff mit der Hand unter die Springform, legte meinen Daumen als Fixierung auf den oberen Rand der Form und zog den Kuchen vom Rost herunter. Und dann geschah es. Ich spürte die Schwere des Kuchens auf meinen Fingern lasten, drückte dagegen und fühlte, wie die Form nachgab. Der Boden schob sich nach oben, drehte sich in dem Ring der Form und schlug kopfüber auf der Ofentür und dem Fußboden auf.

"Gottverfluchte sch****", schrie ich laut, gefolgt von einem sich ständig wiederholenden "nein, nein, nein ...". JF stand mit großen Augen neben mir und freute sich über ein neues Schimpfwort, das er wieder und wieder nachplapperte. Der Kleine wollte sich die Sache aus der Nähe anschauen, weswegen ich hysterisch nach M schrie. Der Hund kam schneller zu Hilfe als M, roch am Boden und streckte bereits die Zunge zum genüsslichen Schlecken heraus. Ich warf den Topflappen nach dem Hund, schrie ihn an und jammerte gleichzeitig. Heißer Kuchen, heißer Ofen, Kind und Hund vertragen sich einfach nicht. Vermutlich hat meine ganze Familie einen schweren Schock erlitten und das arme Kind ist nachhaltig in seiner Entwicklung gehemmt.



Der zerstörte Kuchen schmeckte übrigens gut und vielleicht versuche ich ihn noch einmal zu backen ... oder besser doch nicht? Frei nach dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten?

Sonntag, 7. Mai 2017

Ein neues Beet im Farbengrund

Endlich geht es auch im Schrebergarten weiter. In diesem Jahr will ich insgesamt 3 neue Beete aufbauen - wovon eins schon steht. Wie immer ist mein Ehrgeiz größer als mein Tatendrang, aber noch habe ich Hoffnung, dass das wirklich so klappt, wie ich es mir vorstelle.

Das neue Beet ist im Stil der alten errichtet, also drei Meter lang und ein Meter breit. Für den Bau verwendete ich Palettenholz, das mir mein Schwiegervater in rauen Mengen mitbringen kann. Dadurch ist das neue Beet ein echter Schnapper geworden, vor allem im Vergleich zu den alten Beeten. Die ersten vier Beete baute ich aus Lärchenholz und ... hui ... das war richtig teuer. Die zweite Generation Beet bestand nur noch aus Fichtenholz, das weniger als die Hälfte der ersten Beete kostete. Tja und jetzt: Gratis! - mal abgesehen von den Schrauben.



Auch bei der Füllung sparte ich. Beim Nachbarn standen ein paar Mörtelkübel voll Hühnerdreck, die er nicht verwenden konnte. Die kamen mir natürlich genau recht. M musste sie mit seinem geliebten Auto in den Schrebergarten transportieren. Das ging natürlich nur unter lautem Meckern und fluchen. Der Kofferraum des Autos wurde quasi vollversiegelt, bevor auch nur einer der Kübel dort hinein durfte.



Und so ging es weiter: In der Mitte des Beets grub ich ein Loch. Also zuerst die Rasenkante abstechen und beiseite legen, dann die Erde darunter einen Spaten tief ausheben und in Schubkarren zwischenlagern. In das Loch füllte ich Äste, deckte es dann mit dem Mist ab, vermischte die Erde mit reichlich Kompost und beförderte sie wieder auf das Beet. Wie ihr seht, muss noch viel mehr Kompost in das Beet, damit der lehmige Boden ein wenig schöner wird. Eine Humusschicht wäre - ein Traum!

Falls ich es tatsächlich schaffe zwei weitere Beete zu bauen (oder wenigstens eines), werde ich eine Fotodokumentation vom Bau erstellen und hier veröffentlichen.

Gutes Gelingen in euren Gärten.