Sonntag, 22. April 2018

Kirschblüte


Unser Kirschbaum blüht. Wie jedes Jahr sieht es einfach wunderschön aus. All die vielen weißen Blüten, die in ihrer Gesamtheit aussehen, als hätte der Baum sein Hochzeitskleid angelegt und wartete nur auf den Bräutigam. In meiner Kindheit erschien dieser Bräutigam in Form von hunderten Bienen. Wenn ich unter unserem Kirschbaum lag, summte und brummte es. Wohin man auch sah, überall wuselten Insekten, Honigbienen konkurrierten mit Wildbienen um die zahlreichen Blüten. Im Sommer ernteten wir eimerweise Kirschen. Meine Oma kochte Glas um Glas ein und wir bekamen den ganzen Winter über Kirschen als Nachtisch vorgesetzt. Nicht immer zu meiner Freude, denn häufig schwammen Maden auf dem Kirschwasser. Meine Oma nahm es gelassen, schöpfte sie ab und sagte: „Dann sind wenigstens keine mehr in den Kirschen.“ Aber auch dieser Satz konnte meinen Appetit nicht anregen.

Gestern lag ich wieder unter unserem Kirschbaum. Ein anderer dieses Mal, weil auch der Garten ein anderer geworden ist. Ich schloss die Augen und lauschte. Die Spatzen pfiffen, die Amseln zwitscherten. Das leise Flügelschlagen der Vögel, die auf Futter- und Nistmaterialsuche waren, hörte ich laut. Ich strengte mich an. Und da, tatsächlich. Da war ein Brummen von winzigen Flügeln. Ich öffnete die Augen, blinzelte in das helle Licht, suchte eine Blüte nach der anderen ab, doch sie waren leer. Mein Magen krampfte sich zusammen. Ja, es sind nur Kirschen und nur in unserem Garten. Aber wenn unser Garten schon insektenleer ist, wie ist es um die anderen Gärten dieser Welt bestellt? Wo sind all unsere fleißigen Helfer hin?

Inzwischen gibt es zahlreiche Untersuchungen, die alle belegen, dass unsere Insekten weniger werden. Um ehrlich zu sein, bräuchte ich keine Einzige davon, um dasselbe festzustellen. Als ich noch Kind war und wir ins Freibad gingen, hatte meine Mutter immer eine aufgeschnittene Zwiebel dabei. Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Schwester oder ich in eine Honigbiene traten, die von einer Kleeblüte zur nächsten schwebte, war riesengroß. Bei meinem Kind muss ich mir deswegen keine Sorgen machen. JF kann barfuß über die Wiesen tollen, ohne Gefahr zu laufen, sich einen Stich zuzuziehen. Wenn ich damals im Hochsommer ein Eis aß, durfte ich meine Augen nicht von ihm lassen, denn Wespen belagerten jede Süßigkeit, die im Freien zu finden war. Sehe ich heute eine Wespe, würde ich ihr mein Eis am liebsten aus Solidarität überlassen.

Inzwischen sind die meisten Plätze im Insektenhotel belegt.
Ich muss mir kaum Sorgen machen, dass mein Kind von einer Biene gestochen wird. Und dies gibt mir Anlass dazu, mich noch viel mehr zu sorgen. Wie sehr würde ich mir wünschen, er träte in eine Biene, so wie ich es früher tat und dafür wäre seine Welt noch in Ordnung. Ein Planet, auf dem unsere Kinder und Enkelkinder sorgenfrei leben können.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass wir es doch noch schaffen unser Leben zu ändern. Jeder kleine Schritt zählt. Geben wir den Insekten wieder Platz in unseren Gärten, Nahrung auf den Wiesen und eine Umgebung ohne Gift.

Sonntag, 15. April 2018

Schrebergarten vorbereiten

So früh im Jahr, sieht der Garten trostlos aus. M meckert zu dieser Jahreszeit immer wieder, dass wir unser kleines Stückchen Land dringend aufräumen müssen und dass der Garten schlimm aussieht. Recht hat er. Aber es wird besser. Die Bäume treiben aus, die Frühblüher werden von den Tulpen abgelöst und bald schon blühen die Pfingstrosen. Es wird. Und jetzt kann man der Natur bei der Wiederauferstehung zusehen. Der Frühling ist und bleibt die schönste Jahreszeit!

 Im Schrebergarten habe ich inzwischen fast alle meine Beete vorbereitet für die Saat. Die ersten Samen stecken in der Erde, haben gekeimt oder tun das hoffentlich in den nächsten Tagen. Unglaublicherweise habe ich es mit der großartigen Unterstützung von M und meinem Schwiegervater geschafft, drei Beete zu bauen. Die beiden holten die Erde von der Kompostanlage und mein Schwiegervater brachte jede Nacht Paletten mit, die er in einzelne Bretter zerlegte. Aber davon berichte ich euch beim nächsten Mal mehr. Um Gartenvorsatz Nummer 6 zu erfüllen, fehlen mir nur noch zwei Beete. Ich bin optimistisch, dass ich das dieses Jahr hinbekomme.

Saure Erde

Nun aber zum eigentlichen Thema: Die Vorbereitung der Beete. Vor ewigen Zeiten berichtete ich schon einmal, dass die Erde im Schrebergarten sauer zu sein scheint. Tatsächlich ist sie es. Ein ph-Test ist überflüssig, es wächst beinahe jede Zeigerpflanze in meinen Gemüsebeeten, die man sich für sauren Boden wünscht. Neben Ackerschachtelhalm gedeihen Ehrenpreis, Gundermann und Stiefmütterchen. Das ganze wird eingerahmt von Moos, das Besitz von dem lehmigen Boden nimmt. Auch anderes Beikraut gedeiht hervorragend. Diese Pflanzen weisen sicher ebenfalls auf das saure Milieu hin. Aber aufgrund meiner Unkenntnis sind mir die Pflanzennamen nicht geläufig und ich kann sie nicht als solche identifizieren.

Ich wusste mir nicht mehr zu helfen und kaufte Kalk, den ich großzügig auf meinen Beeten verteilte. Ob das was bringt, werde ich sehen. Ich hoffe, dass die Ernte dadurch reicher wird.

Erde füttern
Neben dem Kalk habe ich zur Vorbereitung Kompost auf den Beeten verteilt. Die Literatur und das Internet sind sich alles andere als einig über die Menge an Kompost, die notwendig sind. Für Starkzehrer fand ich Werte zwischen 2 und 10 Litern Kompost pro Quadratmeter. Auch hier machte ich es mir einfach, brachte aus dem Hausgarten jeweils einen 10 Liter Eimer Kompost mit und verteilte diesen auf den 3 Quadratmeter großen Beeten. Im Laufe des Jahres werde ich weiteren Kompost verteilen, so viel bis er mir ausgeht, was vermutlich wieder zu früh sein wird.


 





Die erste Saat
In einigen Bereichen der Beete säte ich schon die Hauptkultur, nämlich Puffbohnen, rote, gelbe und geringelte Beete, Karotten. Auf anderen Abschnitten säte ich großzügig Spinat und Kräuter aus, um die Fläche optimal zu nutzen. Ich möchte versuchen, meine Beete in Zukunft dauerhaft grün zu halten. Es ist besser für die Erde. Die Pflanzen ziehen Nährstoffe aus dem Boden (der Luft) und lässt man die Wurzeln nach der Ernte im Boden, wird aus diesen Humus. Mit den Jahren soll der schwerer lehmige Boden eine wenigstens dünne Humusschicht aufweisen. Aber dazu später mehr, denn einfach nur Pflanzen säen reicht hier nicht aus.

Sonntag, 8. April 2018

Neuanfang im Quadrat-Hochbeet

Ich liebe unsere beiden verbliebenen Hühner. Wirklich! Die zwei haben neben ihrem Stall einen eigenen abgetrennten Bereich, in dem sie scharren können. Natürlich ist der viel zu klein und schon nach kurzer Zeit war das kleine Stück Wiese irgendetwas, das einem Acker ähnelte. Damals waren es noch 4 Hühner, aber selbst mit zweien wächst kein Grashalm mehr im Hühnergehege. Also schnitt ich eines Tages ein Loch in den Maschendrahtzaun. Was machte es denn schon, wenn die Hühner ein wenig mehr Platz bekamen. Nicht jeden Tag, aber hin und wieder durch den Garten streifen, um frisches Grün zu futtern, Insekten zu jagen und Würmer aus dem Boden zu ziehen.


Unsere zwei (damals vier) waren sehr begeistert und sind es nach wie vor, wenn sie in den Garten dürfen. Häufig müssen wir sie sogar aus dem Garten unserer Nachbarin holen, denn auf der anderen Seite des Zauns ist das Gras viel grüner (oder in diesem Fall: Das Moos viel üppiger).

Im Winter ist es kein Problem, wenn die Hühner durch den Garten streifen. Der Boden ist (oft) gefroren und in den Beeten wächst fast nichts mehr, was man ernten könnte. Aber sobald es Frühling wird und ich mich bemühe wieder etwas zum Wachsen und Blühen zu bekommen, sind die Hühner eine echte Herausforderung. Der Boden rund um den Kompost wird besonders gründlich auf Kriechtiere untersucht, Berge von Erde liegen auf unserem Weg, werden nass, matschig und können nur noch mit einem Spachtel entfernt werden. Jedes Stück gemulchten Beets wird umgepflügt und (erfolgreich) auf Würmer untersucht. Aus der Erde sprießende Frühblüher werden samt erster Knospe kurzerhand vertilgt. Alles was in die Nähe ihrer gierigen Schnäbel und der unheil-verheerenden Krallen gerät, wird zerstört. So sind sie nun mal, die Hühner.

Aber neulich war ich an dem Punkt, an dem ich mir schwor, dass die Hühner für den Rest des Jahres Stubenarrest bekommen.

Hochbeet Zerstörung
Ich kam eines sonnigen Tages in den Garten. Die Folie von meinem frisch eingesäten Hochbeet war buchstäblich vom Winde verweht. Ich dachte: "Schön! Das Wetter ist gut, die Saat freut sich bestimmt über ein paar Sonnenstrahlen. Erfrieren werden sie bei der Temperatur ganz sicher nicht."
Als ich näher kam, stutzte ich. Die Bambusstäbe waren seltsam „verzogen“. Ich überlegte, ob ich in der Vergangenheit schon einmal beobachtet hatte, dass sich Bambus durch die Einwirkung von Feuchtigkeit so stark verzog, dass meine säuberlich abgegrenzten Felder kaum noch auszumachen waren.


Drei weitere Schritte auf das Hochbeet zugehend bemerkte ich, dass die Bambusstäbe nicht das Problem waren. Die Erde war nicht mehr „ganz eben“ – oder um genauer zu sein: Das gesamte Beet war gründlich durchgewühlt. Am liebsten hätte ich das Hackebeil genommen und wäre laut kreischend hinter unserem Federvieh hergerannt. Mit großer Not konnte ich mich vor dem Massenmord im Garten abbringen – aber es war knapp. Die Hühner wanderten sofort in ihr Gehege und ich verschloss es mit der weißen Plastikklappe. An den folgenden Tagen rannten die zwei jedes Mal zu dem Gatter, sobald sich jemand im Garten bewegte. Sie bettelten um leckeres frisches Futter (Körner haben sie natürlich, aber kein Grünzeug) und Freigang. Ich blieb hart. Ca. vier Tage hielt ich durch. Danach konnte ich den leidenden Hühnerblicken nicht mehr widerstehen und entließ die zwei wieder in die Freiheit. Sie belohnten es mir, indem sie einen Pflanzkübel halb leer gruben, den Mulch eines Blumenbeetes großzügig auf dem Weg verteilten und zufrieden glucksten.


Neuer Hochbeet-Versuch
Ich startete einen neuen Versuch und säte es wieder ein. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich wieder in Quadraten säen wollte oder in Reihen. Ich blieb bei den Quadraten, obwohl ich ganz schön mit mir haderte, denn es geht wesentlich schneller ein paar Rillen in das Beet zu ziehen und Samen hinein zu werfen, statt für jedes Körnchen ein eigenes Loch in die Erde zu bohren. Da es nun schon April ist, säte ich das Beet komplett ein.


Mein Pflanzplan
Von oben links, nach unten rechts wächst demnächst folgendes im Beet:

 
Reihe 1
2 x Mangold
5 x 5 Karotten
3 x 3 Schnittsalat

Reihe 2
5 x 5 Karotten
4 x 4 Petersilie
5 x 5 Karotten

Reihe 3
5 x Kopfsalat Indianerperle
4 x 4 Spinat
5 x Kohlrabi

Reihe 4
3 x 3 Palerbse
5 x Römersalat
5 x Kopfsalat

Reihe 5
6 x 6 Radieschen
3 x 3 Palerbse
6 x 6 Asiasalat

Reihe 6
5 x Mairübe
3 x 3 Schnittsalat
4 x 4 Spinat

Eine gute Nachricht zum Schluss: Einige Quadrate blieben unbeschädigt. Die Mairüben sprießen bereits und selbst ein Spinatquadrat keimt freudig. Die Folie habe ich jetzt auch an den Seiten fixiert, in der Hoffnung, dass sie so einem heftigen Windstoß standhält.

Sonntag, 1. April 2018

Mediterrane Bohnensuppe

Im Winter aus dem Garten zu essen, ist nicht einfach. Vor allem, wenn man nicht vorsorgt. Das Einzige was ich im „Überfluss“ im Schrank stehen hatte, waren Trockenbohnen. Die Bamberger Blaue trug hervorragend und ich konnte immerhin 1 kg der kleinen Bohnen ernten. Sie lagerten in einem großen Weckglas in meinem Küchenschrank und warteten geduldig darauf, gegessen zu werden. Trockenbohnen sind das perfekte Winteressen. Denn außer sie aus der Hülse heraus holen zu müssen, hat man keinerlei Aufwand mit den Kleinen. Getrocknet verschwinden sie in einem Glas und warten auf ihren leckeren Einsatz. So ein Garten macht auch unglaublich kreativ, denn diese Suppe und ein anderes Rezept hätte ich nie und nimmer ausprobiert, wenn nicht die eigenen Bohnen im Schrank stünden.

Mediterrane Bohnensuppe
An einem besonders schmuddelig kalten Tag war mir nach Suppe und meine Familie durfte an meinen Gelüsten teilhaben. Ich entschied mich bereits am Vorabend dafür, eine Bohnensuppe zu kochen. Heraus kam ein dampfender Topf voll mediterraner, leckerer Suppe.

Zutaten
200 g Trockenbohnen
2 Stangen Porree
1 Zucchini
3 große Karotten
1/2 Sellerieknolle
1 große Zwiebel
5 EL Tomatenmark
1 TL Majoran
1 TL Oregano
1 TL Thymian
Brühe
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung
Trockenbohnen über Nacht einweichen.
Trockenbohnen in einen Topf mit kochendem Wasser geben und bei mittlerer Hitze simmern lassen, bis die Bohnen weich sind. Die Bohnen brauchen ca. eine Stunde, bis sie gar sind.

Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. In Öl braten, bis die Zwiebel glasig ist.
Karotten und Sellerie putzen und in Würfel schneiden. Die Gemüsewürfel zu der Zwiebel in den Topf geben und anbraten, bis Röstaromen entstehen.
Gemüse mit Brühe ablöschen und ca. 15 Minuten köcheln.

Zucchini in Würfel schneiden.
Porree abziehen und in Ringe schneiden.
Zucchini und Porree in die Suppe geben.
Die gekochten Bohnen abspülen und in die Brühe geben.
Alles ca. weitere 10 Minuten köcheln.

Tomatenmark, Majoran, Thymian und Oregano in die Suppe geben und gut verrühren.

Und nun: Guten Appetit!
Für JF kochte ich noch lustige Tiernudeln, auf die ich ihm etwas von der Suppe gab. Die Bohnen mochte er am Liebsten. Darüber war ich sehr erstaunt und freute mich. Der Kleine kommt wohl ganz nach seinem Vati.

Sonntag, 25. März 2018

Hochbeet im Quadrat

Das Gartenjahr fängt verrückt an. Nach einem milden Februar, in dem ich das Hochbeet und  Quadratbeet für die Pflanzsaison herrichten konnte, folgten zwei Wochen Eiseskälte. Ich bereute zutiefst, dass ich das schöne Februarwetter nicht genutzt und die Puffbohnen in die Erde gebracht hatte. Schließlich wollen die Guten gern Ende Februar/Anfang März in das kühle Braun. Doch ich hatte Glück, es folgte eine Woche warmen Wetters. Schnell säte ich die Bohnen, dazu noch Erbsen, Karotten, Spinat und Mairüben. Holte zwei Mangoldpflanzen aus dem Schrebergarten ins Hochbeet und verteilte (tiefgefrorenen) Kompost auf den eineindrittel Beeten, die ich im Schrebergarten bestellt hatte. Und dann: Wieder Frost mit Schnee und einer fiesen Erkältung gespickt. Was mögen wohl die Zugvögel denken, die in riesigen Schwärmen gen Norden ziehen und deren Rufe mich jedes Mal aufs Neue vor Verzückung träumen lassen?

Immerhin habe ich es in der kurzen Warmphase geschafft, Saat unter die Erde zu bekommen. Das Hochbeet ist so weit eingesät, wie ich es mir gewünscht habe. Nur das Quadratbeet habe ich vernachlässigt, es liegt unter Schnee und Eis und wartet weiter auf die ersten Samen.

Hochbeet im Quadrat
In diesem Jahr teilte ich eines meiner Hochbeete ebenfalls in Quadrate ein. Diese trennte ich wie auch schon im Vorjahr mit Bambusstäben ab. Das ist einfach, billig und Bambus hält im Gegensatz zu Holz wesentlich länger auf der belebten Erde. Das Hochbeet ist 1 x 2 Meter groß, weswegen ich die Quadrate dieses Mal sehr amerikanisch in 33 x 33 cm große Kästen unterteilte. Gerade bei den größeren Pflanzen bin ich sehr gespannt, ob das wohl ausreicht.


 
Säen im Quadrat
Damit nicht alles auf einmal reift, säte ich nicht alle 18 Felder ein, sondern nur zehn. Wenn es wieder milder wird, soll weitere Saat folgen.

Dieses Gemüse durfte bereits in die Erde:
  • 1 Feld Mangold (2 Pflanzen aus dem Schrebergarten)
  • 3 Felder Karotten (5 x 5)
  • 2 Felder Spinat  (4 x 4)
  • 2 Felder Palerbsen (3 x 3)
  • 1 Feld Kohlrabi (2 x 2)
  • 1 Feld Mairüben (2 x 2)
 
Karotten stehen bei uns hoch im Kurs. Jede Woche verzehren wir etwa ein Kilo des süßen Wurzelgemüses. Es können also nicht genug Karotten im Garten wachsen. Auch im Schrebergarten sollen in den nächsten Jahren mehr Karotten wachsen. Vielleicht kann ich sie sogar zwei Mal hintereinander anbauen. Erst eine frühe Sorte, gefolgt von einer späten. So könnte ich die doppelte Menge aus einem Beet holen.

 








 
Dach für das Gemüse
Zu guter Letzt kam noch eine Folienabdeckung über das Hochbeet, damit die Saat es schön warm hat und die hungrigen Hühner das Beet nicht umpflügen. Nur ein oder zwei Tage später stellte sich heraus, dass wenigstens der Mangold das dünne Dach bitter nötig hat. Der Schnee gibt sich die größte Mühe, die Folie wieder gen Boden zu drücken, doch die Kunststoffrohre trotzen ihm tapfer.

Und nun? Das Gartenjahr 2018 will mir offensichtlich zeigen, dass zu detaillierte Pläne völliger Blödsinn sind. Es kommt halt doch immer darauf an, ob Mutter Natur mitspielt oder nicht. Hoffen wir, dass das Wetter bald besser wird und die fleißigen Gärtner ihrer liebsten Beschäftigung nachgehen können. Schließlich brauchen wir doch endlich den frischen Salat aus dem Garten. Wie schön wäre doch ein Gewächshaus, in dem jetzt vielleicht die ersten Salate wachsen oder noch der letzte Feldsalat geerntet werden könnte ...

Sonntag, 18. März 2018

Vegetarische Königsberger Klopse

M liebt Königsberger Klopse. Ich kannte dieses Gericht nicht einmal, als wir das erste Mal zusammen aßen. Er schwärmte von dem Essen und wie wunderbar seine Oma es zubereitet hatte. Irgendwann bat er mich, Königsberger Klopse für uns zu kochen. Ich widersprach, denn ich wusste keinen adäquaten Ersatz für die Fleischklöße darin. Alles fertig zu Kaufende war zu fluffig und versalzen. Meine selbstgemachten Klöße zerfielen schon beim Braten, kochen war völlig undenkbar. Aber dann entwickelte ich mein Rezept und das nur, weil ich Trockenbohnen aus dem Garten verarbeiten wollte.



 




Zutaten für die Klopse
Die Menge reicht für ca. 20 kleine Klöße.
150 g Trockenbohnen* gemahlen
80 g Couscous
70 g Weckekrumen (Paniermehl)
400 ml kochendes Wasser
1 gehackte Knoblauchzehe
1 EL Gemüsebrühe
1 TL Paprikapulver
1 TL Salz
1 Ei
3 EL Petersilie* aus dem Tiefkühlfach





Zubereitung der Klopse
  1. Die gemahlenen Trockenbohnen mit dem Couscous mischen, kochendes Wasser darüber gießen.
  2. Gemüsebrühe, Paprikapulver und Salz in die Masse rühren.
  3. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, das Ei, die gehackte Knoblauchzehe und die Petersilie unterheben.
  4. Masse kneten. Die Weckekrumen nach und  nach unterheben. Hier braucht man etwas Fingerspitzengefühl. Die Weckekrumen sollen den Teig in eine gut formbare Konsistenz bringen. Wird der Teig zu trocken, etwas Wasser unterheben. Ist er zu feucht, weitere Weckekrumen hinzugeben.
  5. Aus der Masse kleine Klöse formen.
  6. Die Klopse in kochendes Wasser geben und bei mittlerer Hitze 20 Minuten kochen lassen.

Zutaten für die Sauce
3 EL Butter
2 EL Mehl
250 ml Gemüsebrühe
500 ml Milch
1 Glas Kapern
Muskatnuss
Pfeffer
Salz

Zubereitung der Sauce
  1. Die Butter bei mittlerer Hitze in einem Topf zergehen lassen.
  2. Mehl einrühren.
  3. Gemüsebrühe nach und nach unterheben, dabei ständig rühren, damit das Mehl nicht am Boden festbrennt.
  4. Die Kapern abgießen, die Brühe dabei auffangen.
  5. Kapern zur Soße hinzufügen.
  6. Die Brühe je nach Vorliebe unterheben, sie ist sehr dominant und beeinflusst den Geschmack.
  7. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu gibt es Salzkartoffeln. Zum Garnieren mit Petersilie bestreuen, fertig.

Lasst es euch schmecken!

M: „Bei meiner Oma war die Soße flüssiger.“
Ich rolle mit den Augen: „Ich weiß, deswegen hab ich schon extra mehr Brühe dran gemacht, als beim letzten Mal.“
Etwas später, ich summe vor Freude: „Ist das lecker!“
M: „Du hast die Königsberger Klopse meiner Oma nie gegessen.“
Ich: „Das stimmt. Trotzdem lecker.“
M zufrieden: „Jupp!“

* aus eigenem Anbau

Sonntag, 11. März 2018

Hochbeet auffüllen

Nach dem ersten Jahr, kann es sein, dass die Erde des Hochbeetes 10 bis 20 cm absackt. Das habe ich in einem Artikel gelesen. Es wird empfohlen diese Menge wieder mit Blumenerde aufzufüllen.

Die Erde im Hochbeet sackt ab
In meinem ersten gebauten Hochbeet ist die Erde um sage und schreibe 30 cm abgesackt. Das liegt sehr wahrscheinlich an den dünnen Ästchen der Ligusterhecke, die ich in das Beet füllte und daran, dass ich diese nicht ausreichend fest trat. In dem Hochbeet landete der gesamte Rückschnitt von S Ligusterhecke. Dazu kamen Gartenerde, Kompost und gekaufte Erde. So ein Hochbeet zu befüllen ist anstrengend und es jetzt wieder auffüllen zu müssen ... ich habe mich lang dagegen gesträubt, aber es blieb mir nichts anderes übrig. Die einzige Alternative wäre gewesen, hier etwas anzubauen, dass kein Sonnenlicht benötigt.

Die Erde der beiden anderen Beete senkte sich ebenfalls um 20 cm ab. Diese Beete müsste ich auch auffüllen, aber das Material in meinem Garten reicht bei weitem nicht aus, mich auch noch darum zu kümmern. Also nahm ich mich meines ältesten Beetes an und setzte es instand.

Erde kaufen?
Erde für das Beet zu kaufen kam für mich nicht in Frage, denn es fehlen immerhin 0,4 m³ Erde, was 400 Litern entspricht und die wiederum 5,7 Säcken Blumenerde zu über 10 Euro pro Sack bedeutet. Viel zu teuer! Natürlich hätte ich auch jemanden mit Anhänger zur Kompostanlage schicken können, aber auch dieser Aufwand erschien mir zu hoch, nur um Gemüse anzubauen. Außerdem will ich möglichst viel aus dem eigenen Garten wieder nutzen und nicht ständig Material von außerhalb einbringen.

Hochbeet auffüllen
Es blieb mir also nichts anderes übrig, das Beste aus dem zu machen, was ich in unserem Garten finden konnte. Glücklicherweise besteht die oberste Schicht meines Beetes aus wunderschöner dunkler Gartenerde, die ich unbedingt erhalten wollte. Ich nahm eine Schaufel und trug die Erde um ca. 10 cm ab. Diese Schicht lagerte ich auf einem der anderen Hochbeete, während ich weiteres grobes Material auf das Beet ausbrachte. Ja, es ist nicht die übliche Vorgehensweise, auf die Erde noch einmal grobes Material auszubringen, aber ich wollte, entgegen meines Vorsatzes, nicht die gesamte Erde ausheben.


Im Garten lag noch ein Berg Zwetschgengeäst, das vom Fällen des schönen Baumes in 2016 übrig geblieben war. Ich wollte es schon längst benutzen, aber es störte nicht, wo es lag. Gras wuchs darüber und die Zweige wurden so dünn, dass sie schon brachen, als ich sie nur leicht berührte. Diesen Stapel schichtete ich in mein Beet. Vom Nachbarn war mir noch ein großer Eimer Sägespäne geblieben. Netterweise steuerte er auch noch den Mist seiner Hühner bei. Auf diese Herrlichkeiten brachte ich die alte Erde wieder aus, kratzte noch weitere Erde aus dem ehemaligen Quadratbeet 1 zusammen und freute mich über meine getane Arbeit. Zuletzt füllte ich etwas Blumenerde aus dem gekauften Sack auf das Beet, damit das Beet möglichst hoch aufgeschüttet ist.

Frühbeetfolie
Um früh Gemüse anzubauen, bekommt das Beet eine Frühbeetfolie. Da der Boden in der letzten Woche noch gefroren war, ließ sich hier nichts machen. Vielleicht kann ich nächste Woche mehr von der Baustelle "Hochbeet" berichten.

Gartenvorsatz 5
Eigentlich wollte ich noch Mäusedraht unten in das Beet einbringen. Der Aufwand hierfür wäre erheblich höher gewesen, da ich die gesamte Erde hätte abtragen müssen. Es kam mir also ganz gelegen, als ich mich mit M und dem Nachbarn, über dessen neues Hochbeet unterhielt.
Ich: „Hast du auch ein Mäusegitter unten rein gezogen?“
Nachbar: „Nein, warum sollte ich. Meinst du, Mäuse ziehen in mein Beet ein?“
Ich nicke eifrig.
Nachbar: „Naja, ich glaub nicht, dass das passiert.“
Ich schaue ihn kritisch an: „Also in meinen Beeten waren überall Gänge von den Nagern.“
M: „Ja, das stimmt, die Viehcher sind einfach überall.“
Der Nachbar zuckt mit den Schultern: „Wir werden sehen“, sagt er.
M: „Ach, so ein dünnes Gitter hält die Biester doch nicht ab. Die beißen sich ruckzuck durch und dann hast du dir die ganze Arbeit umsonst gemacht.“
Ich: „Meinst du wirklich?“
M: „Klar. Diese (unbeschreibliche Kraftausdrücke, die ich hier nicht wiedergeben will) Mistbiester kommen überall durch.“
Ich: Gut, dann kommt kein Gitter rein. Muss ich nicht so viel graben.“

Also: Gartenvorsatz 5 ist zwar nicht ganz erfüllt, aber für mich trotzdem erledigt. Ein gutes Gefühl!