Donnerstag, 4. Oktober 2018

Gedörrtes

Passend zu diesem trockenen heißen Sommer, schenkte meine Mutter mir zum Geburtstag einen Dörrautomaten. Und was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick! Seitdem das kleine Gerät bei uns ist, dörre ich ständig irgendwelches Gemüse und Obst. Im Sommer war es Folter, das kleine Gerät laufen zu lassen, denn die ohnehin überhitzte Wohnung wurde noch einmal deutlich aufgeheizt. So zog das kleine Gerät in unseren Schuppen und musste von dort aus seine Arbeit erledigen. JF isst am liebsten gedörrtes Obst, Apfel oder Birne spielt für ihn keine Rolle. Er vernascht die „trockenen Birnen“, als wären es Gummibärchen. Allerdings mag er das Fruchtleder nicht so gern, was ich nicht verstehen kann.

Fruchtleder
Ihr habt bestimmt schon in tausenden Blogeinträgen gelesen, wie toll Fruchtleder ist. Inzwischen kann ich mich diesem Loblied anschließen. Es ist wirklich toll. Letztes Jahr hatte ich versucht, aus Nashis ein Fruchtleder im Backofen herzustellen. Das war nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Ich trug die Brei-Schicht viel zu dünn auf das Blech auf und der Trocknungsvorgang im Backofen dauerte Stunden und Stunden. Ich will gar nicht wissen, wie teuer dieses völlig zerfetzte Nashi-Fruchtleder war, das im Übrigen zum Teil noch immer in unserem Schrank steht. Das Auge isst mit und appetitlich sahen die Krümel nicht aus.


Ganz anders war es mit dem diesjährigen Fruchtleder. Zwei Ladungen habe ich hergestellt. Eine mit Birnen und Zwetschgen, eine zweite mit Äpfeln und Zwetschgen. Den Unterschied schmeckt man kaum, denn die Zuckerkonzentration muss in dem Trockenbrei extrem hoch sein. Um Fruchtleder herzustellen, muss man das Obst erst säubern und zu Mus verkochen. Das wird dann 5 mm dick auf Backpapier gestrichen und im Dörrautomaten (oder Backofen) getrocknet. Anschließend kann man es in Streifen schneiden und aufrollen.

Gemüsebrühe
Mein zweiter größerer Dörrversuch galt der Herstellung von Gemüsebrühe. Leider fehlte mir dazu das Gemüse aus dem Garten, aber ganz ehrlich, von meinem gekauften Gemüse bleibt ohnehin immer etwas übrig, was ansonsten auf dem Kompost landet. Verarbeitet habe ich unter anderem den grünen Teil des Porrees, der mir für gewöhnlich zu sandig ist, um ihn zu kochen. Das Grün einer Sellerieknolle, das ansonsten die Würmer bekommen hätten, den Strunk eines Brokkolis, einen halben Kohlrabi, den aufgrund seiner Matschigkeit keiner mehr essen wollte, halbe Zwiebeln, die es nicht ins Essen schafften und Lauchzwiebeln, die nach der Zubereitung von Otsu noch übrig blieben. Einzig die Karotten musste ich extra kaufen, bzw. im Garten ernten. Die waren frisch! Karotten bleiben bei uns nur unglaublich selten übrig.

Die Zubereitung ist einfach: Gemüse putzen, klein schneiden oder besser noch raspeln. Das Ganze wird ca. 7 Stunden (kommt auf die Größe der Stücke an) bei 60 ° C getrocknet. Zwischendurch sollte man immer wieder kontrollieren, wie trocken das Gemüse geworden ist und die Gitter tauschen, bzw. sogar das Gemüse auf den Gittern umsortieren. Nach dem Trocknen habe ich alles klein geschreddert und nach Augenmaß Salz hinzugetan. Da muss ich noch etwas experimentieren, bis ich die Menge finde, die zu uns passt.

Die erste Charge Gemüsebrühe ist fast aufgebraucht und in unserem Kühlschrank sammeln sich wieder Reste an, die verarbeitet werden wollen. Da wäre zum Beispiel eine überfällige Paprika und ein Brokkolistrunk ... ich könnte ja mal ...

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