Dienstag, 29. April 2014

Musst doch nicht gleich sauer werden

... oder besser doch, denn sonst schmeckt's nicht: Sauerteigbrot. Ich liebe Sauerteigbrot, je saurer, desto besser ist mein Motto, doch Sauerteigbrot backen war für mich wie ein Buch mit sieben Siegeln und ging die ersten Male fürchterlich schief. Inzwischen weiß ich wie es geht, also teile ich mit euch ein Rezept und meine Erfahrungen. An dem Rezept feile ich noch immer und teste, welche Zutaten das Brot noch leckerer werden lassen ...

Tag 1 - Sauerteig vorbereiten
100 g Sauerteig in
300 ml lauwarmem Wasser auflösen.

Am besten macht ihr euren Sauerteig immer in ein Schraubglas und lagert ihn im Kühlschrank. Dann könnt ihr einfach das Glas öffnen, das lauwarme Wasser rein geben (so viel wie passt) und kräftig schütteln. Das ist die einfachste Art, den Sauerteig in lauwarmem Wasser aufzulösen. Vorher habe ich brav gerührt und mich geärgert, dass die Klumpen sich nicht auflösen wollten.

125 g Roggenvollkornmehl und
80 Weizenvollkornmehl hinzu geben und gut verrühren.

In eine Schüssel mit Deckel geben und über Nacht in den Backofen stellen und das Licht an machen. Der Backofen wird durch das Licht kuschlig warm und der Sauerteig kann wachsen und gedeihen. Die Schüssel muss mindestens doppelt so groß sein, wie der Teig, denn der Teig wächst.

Tag 2 - Teig zubereiten
Der wichtigste Teil: 100 g Sauerteig für das nächste Brot abnehmen und in ein Schraubglas füllen. Das Glas könnt ihr im Kühlschrank lagern. Drei Wochen lang ist er dort gut aufgehoben, längere Zeit habe ich es noch nicht ausprobiert. Wollt ihr ihn länger lagern, könnt ihr ihn auch einfrieren.

Folgende Zutaten zu dem Sauerteig hinzu geben:
250 g Roggenschrot
125 g Roggenvollkornmehl
80 g Weizenvollkornmehl
1 pk Trockenhefe oder 1/2 Hefewürfel in
250 - 300 ml lauwarmen Wasser auflösen und hinzugeben. Alles gut verrühren.
1 TL Salz unterheben.

Es ist wichtig, das Salz erst zum Schluss unterzuheben. Die Hefe muss sich erst mit dem Mehl "verbinden", bevor das Salz hinzu kommt, sonst geht sie nicht richtig auf. Man kann aber auch erst die Hefe mit ein bisschen Mehl vermischen und dann schon das Salz mit einarbeiten.


Warten
Den Teig zwei Stunden im Ofen bei angeschaltetem Licht gehen lassen (oder an einem anderen warmen Ort). Die Backform einfetten und mit Körnern ausstreuen (Sesam, Leinsamen, Kürbiskerne ...). Den Teig in die Form geben und noch einmal eine Stunde gehen lassen.

Backen
Ofen auf 250 °C vorheizen.
Brot 15 Minuten bei 250 °C backen (gibt eine schöne dunkle Kruste)
Temperatur auf 200 °C reduzieren und weitere 60 Minuten backen.


Das Brot aus dem Ofen holen und mit Wasser besprühen oder bestreichen. Dadurch glänzt die Kruste ein wenig. Nach der Backzeit das Brot aus der Form holen und auf einem Rost auskühlen lassen. So staut sich kein Kondenswasser und das Brot wird schön knusprig.

Fertig ist das Sauerteigbrot. Es klingt jetzt nach viel Arbeit, ist es aber nicht. Sieht man einmal von der langen Warte- und Backzeit ab, hat man mit dem Brot nich einmal 10 Minuten Arbeit.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deinen netten Kommentar bei mir!
    Sauerteigbrot haben wir auch letztens gemacht, aber den Teig nicht abgezweigt für's nächste Mal. Früher war das ja mal mehr in Mode - Herrmann, der Sauerteig, wie er hier hieß, war schon richtig gefürchtet. ;-)
    VG
    Elke

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    1. Ja, den guten Hermann kenne ich auch noch, fand es aber irgendwie komisch, dass da ein alter "Gammelteig" von einem zum nächsten weiter gereicht wird. Heute finde ich das spannend. Naja, da liegen inzwischen auch etwa 15 Jahre dazwischen. Zeit ändert die ein oder andere Ansicht.

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