Montag, 16. Juni 2014

Wunderschönes Habichtskraut?

Sanft wiegt der Wind die schweren orange-roten Blütenköpfe des Habichtskraut, ein Wiegenlied scheint er ihnen zu singen. Überall strecken sich silbrige Blätter durch das Gras aus deren Mitte die Blüten ragen.


Hübsch sind sie, nur haben möchte man sie nicht unbedingt. Sie verbreiten sich wie Löwenzahn über fliegende Samen, aber das ist nicht das schlimmste, sie fühlen sich auf leicht sauren, nährstoffarmen Magerrasen wohl. Und mal ehrlich, wer will so etwas schon in seinem Garten vorfinden?


Schon häufig betrachtete ich das müde wachsende gelb-grüne Gras und dachte mir, dass da wohl irgendetwas komisch sei. Als ich dann im Internet nach einer orangeroten Zeigerpflanze suchte, entdeckte ich das Habichtskraut und die zugehörige Erklärung bei wikipedia. Meine weitere Suche führte mich in ein Blog, das dem Boden sogar noch nachwies, er sei tonhaltig. Das wiederum war mir nicht neu, aus unserem Boden könnten wir wunderschöne Vasen töpfern, denke ich mir hin und wieder, wenn ich die dicken harten Schollen versuche mit den Händen zu zerbrechen. Wohlgemerkt VERSUCHEN, an besonders trockenen Tagen bräuchte ich eher Hammer und Meisel.

Nachdem ich jetzt also weiß, wie der Boden im Farbengrund beschaffen ist, stellte ich mir selbstverständlich die Frage, was ich dagegen tun kann.

Ton
Ton ansich ist gar nicht schlecht und darf auch weiter im Boden bleiben, denn Ton speichert Wasser, was wiederum bedeutet, dass wir weniger gießen müssen. Um den Boden aber lockerer zu bekommen, soll man Sand und Kompost ausbringen. Untergraben muss man beides nicht, mit der Zeit erledigt sich das von allein. Einmal durch die normale mechanische Bodenbearbeitung (harken, Kartoffeln ausgraben ...) zum anderen durch die fleißigen Helferlein unter der Erde - Regenwürmer.

Saurer Boden
Auf saurem Boden sollen Heidelbeeren ganz hervorragend wachsen. Ich werde unseren Kleingartenchef fragen, ob ich einige der Büsche im Schrebergarten pflanzen darf. Eigentlich sind dort dauerhafte Planzen nicht erlaubt. Er selbst hält sich nicht daran, deswegen hoffe ich, dass er zwei Augen zudrückt.
Gegen sauren Boden hilft Kalken.

Nährstoffarm
Tja, welche Vorteile der Mangel von Nährstoffen hat, weiß ich nicht. Ich könnte Schafe das harte Gras abweiden lassen? Nein, das will ich nicht, zumal Tierhaltung im Schrebergarten ebenfalls nicht erlaubt ist.
Um den Boden zu verbessern werden M und ich wohl noch jede Menge Kompost aus dem Blumenweg mit in unsere kleine Parzelle tragen und auf die Felder ausbringen.

Wie viele Jahre es wohl dauert, bis die Erde dick, schwarz und voller Nährstoffe ist?

Kommentare:

  1. Da hättest du jetzt natürlich DIE Chance, eine richtig bunte Blumenwiese für Wildbienen einzusäen. Andere müssen dafür erst mühsam den Boden abmagern. Schön dazu wären doch Wiesen-Glockenblumen, Natternkopf, Färberkamille, usw - könnte das hinkommen auf dem Boden?
    VG
    Elke

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    1. Manchmal habe ich wirklich ein Brett vorm Kopf, Im Garten denke ich meist nur an die nützlichen, nicht aber die schönen Dinge, die dort Platz finden könnten. Die Blumenwiese ist eine wundervolle Idee. Tausend Dank dafür ... und ich überlege die ganze Zeit, wie ich hübsche, aufwändige Staudenbeete anlegen könnte ...

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