Mein lieber Schwiegervater kommt gratis an Paletten ran. Und dann
ist er auch noch so lieb, dass er mir regelmäßig die Bretter von
den Paletten löst, damit ich daraus irgendwas bauen kann. Angefangen
hat mein Interesse am Palettenholz, nachdem meine Schwester und ihr
Freund F den Hühnerstall umbauten – mit Palettenholz. Das war so
einfach und günstig, dass ich dahinschmolz. In Gedanken hatte ich
den Stall auch schon dutzende Male umgebaut. Aber dann scheiterte die
Realität am teuren Baumaterial. Meine Schwester sah das ganz
pragmatisch. „Wir gucken mal was da ist und bauen daraus das
Hühnerabteil“, sagte sie und machte sich ans Werk. Und was soll
ich sagen? Es war alles da. Der Stall hat somit nichts gekostet und
die Hühner wohnen jetzt wesentlich komfortabler als zuvor.
Was wollte ich erzählen? Ach ja, die Kiste für den Kübel. Ihr
kennt doch sicherlich alle die riesigen sehr günstigen Mörtelkübel.
Die bieten ausreichend Platz für hungrige große Pflanzen, sehen
aber nicht so hübsch aus. Mit dem Palettenholz baute ich ein
schmuckes Zäunlein für den Kübel – und meine Liebe dazu wächst
mit jedem Blick.
Schritt 1: Löse die Nägel aus dem Holz
Mein Schwiegervater hatte mich gefragt, ob die Nägel in den
Brettern der Paletten bleiben könnten, weil das Holz so oft
splittert, wenn er sie raus zieht. Da ich das Holz eigentlich für
Beete vorgesehen hatte und die Nägel darin nicht störten, nickte
ich zustimmend.
Schwerer Fehler, wie sich im Nachhinein heraus stellte. Denn ich
saß stundenlang auf dem Boden, bog die Nägel mit einem
Schraubendreher wieder annähernd gerade und zog sie anschließend
mit einem Zimmermannshammer aus dem Holz. Das war eine
schweißtreibende Arbeit. Da der Hammer schwer und ich mitunter etwas
ungeschickt bin (leicht untertrieben *hust), schlug ich mir das ein
oder andere Mal mit dem Hammer vors Knie. Egal welches. Eben das, das
gerade im Weg war. Holla, meine Knie waren über mehrere Tage blitzeblau,
grün und schließlich gelb oder so. Eigentlich hätte ich ein Foto
machen müssen, damit ihr mir das glaubt.
Schritt 2: Messen, Sägen, Schrauben, Aufstellen
Und dann kam endlich der Teil, der Spaß machte: Bauen! Ich maß
den Kübel aus, überschlug ca. 10 mal im Kopf, ob meine Messerei
stimmte und ob das so alles klappen könnte und dann fing ich an die
Hölzer zu markieren und mit der Stichsäge klein zu sägen. Das ging
wirklich ruckzuck und innerhalb kürzester Zeit stand ich mit
Bohrmaschine bewaffnet auf dem Hof und drehte Schrauben in das Holz.
Schritt 3: Anmalen
Mutti war die Holzfarbe zu langweilig und weil sie Zeit und Farbe
hatte, strich sie die Kiste weiß. Später stellte sie fest, dass so
ein Platzregen auf unserem – naja, nicht gerade hygienisch reinen –
Hof dafür sorgte, dass das hübsche weiß wenigstens an der
untersten Latte ganz fürchterlich schmuddelig wurde. Den zweiten
Kasten hat sie noch nicht angemalt, ob das wohl damit zu tun hat?
Oder ob ihr die Zeit fehlt? Ich sollte mal fragen ...
Schritt 4: Löcher in den Kübel stechen
Ah, das war einfacher, als ich dachte. Ich suchte verzweifelt mein
Teppichmesser. Aber das fühlt sich wohl auch außerhalb meiner
Werkzeugkiste wohler als darin, also fand ich es nicht. Stattdessen
nahm ich zwei Schraubendreher. Erst einen etwas kleineren, dann einen
größeren. Damit bohrte ich Löcher in die Seiten des Kübels. Warum
in die Seiten? Haha, weil ich ein ganz schlauer Fuchs bin (und im
Internet ständig nette Anregungen finde).
Schritt 5: Befüllen
Zu unterst füllte ich eine Schicht Tonkugeln in den Kübel. Die
sorgen dafür (hoffentlich), dass Wasser gespeichert wird und meine
Pflanze sich auch bei längerer Trockenheit mit Wasser versorgen
kann. Die Löcher in den Seiten gehen bis zu der Tonkugelschicht.
Überschüssiges Wasser kann also gut ablaufen, es bleibt aber ein
Wasserspeicher bestehen.
Auf die Tonkugeln kam ein Vlies. Das sorgt dafür, dass nicht zu
viel Erde in die Tonkugeln rutscht. Die Wurzeln werden sich aber
dennoch ihren Weg ins feuchte Nass bahnen können.
Ich nahm eine Plastikflasche, entfernte den Boden und steckte sie
in die Tonkugeln. Das sollte mein Gießkanal werden. In der Theorie
schön, aber ich hab meine Rechnung nicht mit JF gemacht. Der sah das
Plastik aus dem Pflanztrog schauen und zog es raus. „Nein“,
schrie ich, aber alles Schreien war vergebens. Zwar habe ich die
Flasche wieder rein gesteckt, aber jetzt ist jede Menge Erde darin
und darunter und das gießen ist nicht so einfach wie geplant. Kleine
Kinder sind was tolles!
Den Rest der Kiste schüttete ich mit recycelter Erde auf. Und gönnte einer
Zucchini ein neues Zuhause. Da Mutti gern etwas blühendes auf
unserem Freisitz haben möchte, säte ich großzügig Blumen aus.
Diese lassen sich allerdings Zeit, ihre Schönheit zu zeigen. Aber allein die gelbe Blüte der Zucchini erfreut das Herz meiner
Mutter inzwischen so sehr, dass sie sogar Fotos davon schießt.