Im Frühjahr brachte D drei Peperonipflanzen zu uns, die ein neues zuhause brauchten. Sie waren winzig und fanden einen Platz auf unserer Fensterbank. Zwei davon wanderten bald in etwas größere Töpfe, vegetierten dann aber in den noch immer viel zu kleinen Töpfen auf unserer Fensterbank herum und brachten gerade einmal 6 kleine Früchte hervor. Eine von ihnen schaffte es in einen großen Topf hinaus in den Garten. Allerdings behandelte ich auch sie äußerst lieblos und wies ihr einen Platz irgendwo neben den Tomaten zu - im Halbschatten, weil die Tomaten die sonnigen Plätze brauchten. Meine Erwartungen an die Pflanze war gering, trotzdem gab ich ihr regelmäßig Wasser.
Mein Verhältnis zu Peperonis ist gespalten. Ich mag Essen, das ein ganz klein bisschen scharf ist, aber es darf nicht zu scharf sein. Ich benötige also nur sehr wenige Peperonis, um ein ganzes Jahr die nötige Würze in mein Essen zu bringen. Anders verhält es sich bei M. Er ist für sein Leben gern scharf - dabei fällt mir ein, ich sollte ihm scharfe Marmelade kochen, was er davon wohl hält? Wenn M kocht, muss ich ihn davon abhalten, gleich mehrere Schoten auf einmal in den Kochtopf zu geben, denn sonst sitze ich weinend und Nase putzend am Tisch und schmecke nichts weiter, als die brennende Schärfe auf meiner Zunge.
Wider meiner Erwartung wuchs die Peperoni auch im Halbschatten und setzte viele Früchte an. Einer der Hunde knickte beim hektischen Vorbeilaufen den Haupttrieb der Pflanze um, aber auch das machte ihr nichts aus. Unverwüstlich wuchs sie und brachte für so eine kleine Pflanze beeindruckend viele Früchte zustande.
Auf diesem Bild ist die Peperoni schon halb abgeerntet und verdeckt mehr schlecht als Recht den Eimer mit der Brennnesseljauche.
Die meisten Peperoni verarbeitete ich zu einer Paste. Ich stopfte die Schoten alle zusammen in ein hohes Gefäß und pürierte sie mit einem Stabmixer, was eine ganz schöne Sauerrei war. Die Peperonis sind ziemlich hart und in meiner Küche verteilten sich viele kleine rote Splitter. Die gehäkselten roten Stückchen mischte ich mit einigen Teelöffeln Salz und da es mir den Atem verschlug und Tränen in die Augen trieb, als ich aus einem halben Meter Entfernung am Ergebnis schnupperte, mischte ich etwas von meinem selbstgemachten Tomatenmark unter die Masse. Jetzt wandert immer mal wieder eine Messerspitze der Paste ins Essen. Langsam taste ich mich an das richtige Verhältnis heran, ein bisschen mehr könnte es noch werden, allerdings möchte ich beim Essen das Weinen vermeiden. Ein Haltbarkeitstest der Masse steht aus. Wie lange das Gemisch hält, kann ich nicht sagen. Vielleicht lerne ich in diesem Jahr, dass mehr Salz für die Konservierung an die Peperonis muss und vielleicht sollte ich endlich einmal damit anfangen, die verwendeten Mengen aufzuschreiben, damit ich den nächsten Versuch verbessern oder wiederholen kann. Naja, man wird ja älter und weiser. Obwohl, die Rezeptangaben meiner Oma bestanden bis zum Schluss aus "Dann nimmst du ein bisschen hiervon und ein bisschen davon ...". Hat man die richtigen Mengen irgendwann im Gefühl?
An der Peperonipflanze hatte ich die letzten grünen Früchte hängen lassen. Es war schon November und die Hoffnung, dass der Rest ebenfalls rot werden könnte, hatte ich nicht. Diese Rechnung hatte ich ohne die Pflanze gemacht und so durfte ich wenige Tage später die restlichen Schoten pflücken. Diese letzten Peperonis hängen nun an einem Regal und trocknen langsam vor sich hin.
Schlussendlich kann ich sagen, dass eine Peperoni die perfekte Faulpelz Pflanze ist. Man kann nichts falsch machen. Sie ist äußerst robust, wächst und gedeiht. Nächstes Jahr wird es wieder eine Peperoni geben, falls D eine Pflanze übrig hat.
Samstag, 30. November 2013
Donnerstag, 28. November 2013
Die Kartoffeln aus dem Minibeet
Es ist schon ein Weilchen her, als M und ich die Kartoffeln aus dem Mini-Beet buddelten. Ich hatte extra hierfür und für spätere Einsatzzwecke, eine Grabegabel gekauft, die zum ersten Mal für die Kartoffelernte zum Einsatz kam. Wenige Stiche trennten uns von den großen und kleinen Erdäpfeln, die fast sauber und gelbgold glänzend aus der Erde hervor brachen. Mein Herz schlug höher, als ich eine ganze Jute-Tüte mit den Kartoffeln befüllen konnte. So viele hatte ich auf so wenig Boden nicht erwartet. Sicher, die Kartoffeln reichen nicht aus, um uns einen ganzen Winter zu ernähren, aber für etwa 10 Essen reichen sie allemal.
Heute gab es eine Gemüsesuppe, die ich mit Kartoffeln aus eigenem Anbau verfeinerte. Weil sie so hübsch sind und tatsächlich wie Kartoffeln aussehen, musste ich ein Foto für euch von meiner Ernte machen.
Die Kartoffeln sind unglaublich fest und nicht weich, wie es Kartoffeln aus dem Handel nach wenigen Tagen Lagerzeit sind. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihnen ihren Dreck (die gute Erde) gelassen habe, die an ihnen klebte, als ich sie aus ihren Betten riss und sie eintütete. Mit stolz geschwellter Brust und vermutlich einem leichten Lächeln auf den Lippen, schälte ich die Kartoffeln und musste doch tatsächlich eine entsorgen, weil irgendetwas eine großzügige Mehrraumwohnung in ihr eingerichtet hatte.
Da kommt das verwöhnte Wohlstandmädchen in mir hoch: Bah, ekelig! Jetzt wird die Kartoffel zu Komposterde und das Tierchen? Keine Ahnung, was das war. Mit so was muss ich wohl in Zukunft rechnen, wenn ich nicht mehr das normierte Gemüse aus dem Supermarkt kaufe. Aber: Leben und leben lassen. Eine Kartoffel für "keine Ahnung was auch immer" und ganz viele für M und mich.
Heute gab es eine Gemüsesuppe, die ich mit Kartoffeln aus eigenem Anbau verfeinerte. Weil sie so hübsch sind und tatsächlich wie Kartoffeln aussehen, musste ich ein Foto für euch von meiner Ernte machen.
Die Kartoffeln sind unglaublich fest und nicht weich, wie es Kartoffeln aus dem Handel nach wenigen Tagen Lagerzeit sind. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihnen ihren Dreck (die gute Erde) gelassen habe, die an ihnen klebte, als ich sie aus ihren Betten riss und sie eintütete. Mit stolz geschwellter Brust und vermutlich einem leichten Lächeln auf den Lippen, schälte ich die Kartoffeln und musste doch tatsächlich eine entsorgen, weil irgendetwas eine großzügige Mehrraumwohnung in ihr eingerichtet hatte.
Da kommt das verwöhnte Wohlstandmädchen in mir hoch: Bah, ekelig! Jetzt wird die Kartoffel zu Komposterde und das Tierchen? Keine Ahnung, was das war. Mit so was muss ich wohl in Zukunft rechnen, wenn ich nicht mehr das normierte Gemüse aus dem Supermarkt kaufe. Aber: Leben und leben lassen. Eine Kartoffel für "keine Ahnung was auch immer" und ganz viele für M und mich.
Mittwoch, 27. November 2013
Eine Decke für meine Kräuter
Im Winter wird es kalt und ungemütlich, Schnee wird die Landschaft überziehen und alles unter sich begraben, was im Sommer grün aus Töpfen und Böden hervorschaute. Meine Kräuter stehen zum Teil in Tontöpfen, die unter dem kalten Wetter leiden, aber auch die Kälte direkt an die Wurzeln der Pflanzen weiter geben. Damit meinen Kräutern im Winter nicht kalt wird, habe ich ihnen eine Decke aus Herbstlaub verpasst. In unserem Garten stehen vier Obstbäume, die nicht geizen, wenn es um das Herabfallen ihres Laubes geht. Es liegt überall gratis herum und möchte zusammengefegt werden, damit die Nachbarn sich nicht über die fremden Blätter in ihrem Garten ärgern. Das Laub verrottet fast komplett bis in das Frühjahr hinein und bis dahin bietet es meinen Pflanzen wohlig warmen Schutz. Sicherlich nicht so gut wie Stroh, aber dennoch so viel, dass einige meiner Kräuter den letzten Winter überlebt haben und hoffentlich auch dieses Jahr durch den Winter kommen. Wenn sie das schaffen, bekommen sie im nächsten Jahr ein Kräuterbeet, das anstelle des Schrott-Komposts entstehen soll.
Die Pepperoni ist auf dem Bild nicht zugedeckt und auch das Oregano friert ein wenig, aber eine zweite Ladung Laub liegt bereit. Ich muss sie nur zusammenrechen und zu den Töpfen tragen. Ob die Pepperoni überlebt? Ich denke nicht, aber einen Versuch ist es wert. Noch sieht sie gut aus und trägt weiter Früchte. Aber selbst mit einer Decke aus Laub wird sie wohl erfrieren. Gut, dass sie so leicht zu züchten ist.
Die Pepperoni ist auf dem Bild nicht zugedeckt und auch das Oregano friert ein wenig, aber eine zweite Ladung Laub liegt bereit. Ich muss sie nur zusammenrechen und zu den Töpfen tragen. Ob die Pepperoni überlebt? Ich denke nicht, aber einen Versuch ist es wert. Noch sieht sie gut aus und trägt weiter Früchte. Aber selbst mit einer Decke aus Laub wird sie wohl erfrieren. Gut, dass sie so leicht zu züchten ist.
Montag, 25. November 2013
Warum eigentlich Selbstversorgung? - Unsere Böden
Neulich fand ich in der ZDF Mediathek eine Dokumentation über unsere Böden, Gefahr auf den Äckern oder so ähnlich war der Titel der Dokumentation. Ich habe den Hang dazu, mir immer wieder anzuschauen, wie wir Menschen unsere Erde zerstören, welchen Einfluss wir auf die Natur nehmen und wie wir einen Planeten, auf dem wir leben können, so "umgestalten" dass das irgendwann nicht mehr möglich ist. Meine Schwester heitert mich auf, indem sie sagt, dass die Natur schon einen Weg findet und die Welt auch ohne uns weiter existieren wird. Recht hat sie, aber dann sollte ich den Kinderwunsch ganz ganz weit nach hinten schieben, bzw. abhaken. Ich will meinem oder irgendeinem Kind nicht die Perspektive geben, dass dieser Planet für Menschen unbewohnbar wird. Wenn ich schon nicht die Welt retten kann, will ich wenigstens mein Verhalten anpassen so weit es geht.
Die Dokumentation war erschreckend. Zusammenfassend machte sie auf folgendes aufmerksam:
Durch diese Dokumentation wurde mir wieder bewusst, welch unglaubliche Verantwortung ein Bauer hat. Er muss uns ernähren, er muss die Felder so behandeln, dass sie ihn ernähren können und auch die Generationen nach uns. Ein Bauer hat einen der wichtigsten Jobs und wir belohnen es ihm, indem wir 49 Cent für einen Chinakohl bezahlen. Bei diesen Preisen frage ich mich, wie der Erzeuger überhaupt überleben kann.
Wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe, schau ich mir die herbst-winterlichen Felder an und stelle beinahe mit Erleichterung fest, dass die meisten Felder hier in der Gegend entweder mit Getreide oder Raps für das nächste Jahr bepflanzt sind oder ein schlauer Bauer Senfsaat gepflanzt hat, bzw. die Halme des abgeernteten Getreides nicht untergepflügt sondern stehen lassen hat. Trotzdem werden hier Pflüge eingesetzt, die die Mikroorganismen weit unter die Erdoberfläche befördern. Der Acker sieht wunderbar aufgeräumt aus - fast wie mein Beet, das ich zwei Spatenstich tief umgegraben habe.
Im Nachhinein betrachtet war das wohl ein Fehler, denn so habe auch ich die Mikroorganismen beerdigt. Die Erweiterung meines Versuchsfeldes werde ich im nächsten Jahr anders angehen. Auch wenn ich den Kampf gegen das Unkraut aufnehmen muss. Die Dokumentation hat mir die Augen geöffnet und ich pflanzte als Wintersaat Spinat auf mein Minibeet. Den kann ich essen und er schützt mein kleines Beet vor dem Ausschwemmen der Mineralien.
Wie geht ihr mit euren Böden um? Pflanzt ihr etwas auf das Beet, um es vor Erosionen zu schützen? Wie düngt ihr euer Feld und nutzt ihr Pestizide oder Schädlingsbekämpfungsmittel?
Die Dokumentation war erschreckend. Zusammenfassend machte sie auf folgendes aufmerksam:
- Überdüngung der Böden
- Einsatz von Pestiziden
- Zu starke Auszehrung der Böden durch falsche Fruchtfolgen und Energiepflanzen
- Zerstörung der Mirkoorganismen in den oberen 15 cm des Bodens durch tiefes Pflügen und "Umwerfen" des Bodens
- Erosion der Ackerkrume durch Wind und Regen, weil die Felder im Winter nicht bepflanzt sind
Durch diese Dokumentation wurde mir wieder bewusst, welch unglaubliche Verantwortung ein Bauer hat. Er muss uns ernähren, er muss die Felder so behandeln, dass sie ihn ernähren können und auch die Generationen nach uns. Ein Bauer hat einen der wichtigsten Jobs und wir belohnen es ihm, indem wir 49 Cent für einen Chinakohl bezahlen. Bei diesen Preisen frage ich mich, wie der Erzeuger überhaupt überleben kann.
Wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe, schau ich mir die herbst-winterlichen Felder an und stelle beinahe mit Erleichterung fest, dass die meisten Felder hier in der Gegend entweder mit Getreide oder Raps für das nächste Jahr bepflanzt sind oder ein schlauer Bauer Senfsaat gepflanzt hat, bzw. die Halme des abgeernteten Getreides nicht untergepflügt sondern stehen lassen hat. Trotzdem werden hier Pflüge eingesetzt, die die Mikroorganismen weit unter die Erdoberfläche befördern. Der Acker sieht wunderbar aufgeräumt aus - fast wie mein Beet, das ich zwei Spatenstich tief umgegraben habe.
Im Nachhinein betrachtet war das wohl ein Fehler, denn so habe auch ich die Mikroorganismen beerdigt. Die Erweiterung meines Versuchsfeldes werde ich im nächsten Jahr anders angehen. Auch wenn ich den Kampf gegen das Unkraut aufnehmen muss. Die Dokumentation hat mir die Augen geöffnet und ich pflanzte als Wintersaat Spinat auf mein Minibeet. Den kann ich essen und er schützt mein kleines Beet vor dem Ausschwemmen der Mineralien.
Wie geht ihr mit euren Böden um? Pflanzt ihr etwas auf das Beet, um es vor Erosionen zu schützen? Wie düngt ihr euer Feld und nutzt ihr Pestizide oder Schädlingsbekämpfungsmittel?
Freitag, 22. November 2013
Handarbeiten für mich oder das kleine Geschenk zwischendurch
Im Grunde geht es auf diesem Blog nicht allein darum, wie mein Freund und ich uns von eigenen Erzeugnissen ernähren können, sondern für mich geht es generell um ein naturnahes oder besser näheres Leben. Was kann ich tun, damit ich weniger Ressourcen verschwende? Deswegen werdet ihr hier hin und wieder Einträge finden, die nichts mit Gartenarbeit zu tun haben.
Eines meiner Hobbies ist Stricken, vor allem das Stricken von Socken. Das geht schnell, ist einfach, wenn man den Trick mit der Ferse verstanden hat und jeder freut sich über ein paar schöne selbst gestrickte Socken. Angefangen habe ich damit, wie mit vielem. Meine Oma strickte für ihre Lieben zu Weihnachten Socken. Ich liebte die Strümpfe und wünschte mir immer wieder welche. Als meine Oma starb, gab es keinen Nachschub mehr. Meine kleine Schwester fing irgendwann an und häkelte sich eine Mütze. Die Anleitung dazu hatte sie bei youtube gefunden. Dann strickte sie ihr erstes Paar Strümpfe, ebenfalls nach einer Anleitung von youtube. Mein Ehrgeiz war gepackt. Zum einen hatte ich durch B die Legitimation, dass Sockenstricken Spaß macht und kein altbackenes Hobby ist, dem nur Großmütter nachgehen. Zum anderen kam ich so endlich wieder an selbstgestrickte Strümpfe ran und nicht zuletzt musste ich beweisen, dass ich das, was B kann, auch kann. Haha - böse große Schwester.
Das erste Paar gelang mehr schlecht als Recht. Meinen Freund freute es trotzdem. Das zweite Paar bekam meine Mutter, dann mein Schwager in Spe, eines für mich, eines für K, ein weiteres Paar für M ... inzwischen beherrsche ich das Socken stricken recht gut und damit mir nicht langweilig wird, schenkte mir meine Mutter ein Buch über Socken häkeln.
Aber was hat das Socken stricken mit Selbstversorgung zu tun? Nun, es hat nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Trotzdem bringt es mich näher an meine Wurzeln oder die Wurzeln dessen, wie wir Menschen "früher" zusammen lebten. Ich mache etwas mit meinen Händen und erzeuge etwas, worüber ich mich selbst oder andere freuen. Es ist erschreckend, wie viele 1000 Maschen so eine Socke hat, wie viele Handbewegungen es braucht, um ein Paar fertig zu stellen. Ich staune immer wieder ehrfürchtig darüber, wie viel Arbeit, so ein Strumpf macht. Ist es nicht erschreckend, wie schnell eine Maschine so etwas herstellen kann? Oder aber, wie wenig diejenigen verdienen, wenn sie ihre selbstgestrickten Kunstwerke verkaufen?
Das Socken stricken zeigt mir, welchen Wert Dinge haben können. Ich beginne darüber nachzudenken und Waren nicht leichtfertig zu verschwenden, ich lerne sie wertzuschätzen und das wiederum passt mit diesem Blog zusammen. Erst recht, wenn ich nächstes Jahr die erste Wolle von S Schafen verwenden kann. Dann bin ich bei der Selbsversorgung angelangt. Natürlich wird S eines der ersten Paare bekommen, sind schließlich ihre Schafe.
Eines meiner Hobbies ist Stricken, vor allem das Stricken von Socken. Das geht schnell, ist einfach, wenn man den Trick mit der Ferse verstanden hat und jeder freut sich über ein paar schöne selbst gestrickte Socken. Angefangen habe ich damit, wie mit vielem. Meine Oma strickte für ihre Lieben zu Weihnachten Socken. Ich liebte die Strümpfe und wünschte mir immer wieder welche. Als meine Oma starb, gab es keinen Nachschub mehr. Meine kleine Schwester fing irgendwann an und häkelte sich eine Mütze. Die Anleitung dazu hatte sie bei youtube gefunden. Dann strickte sie ihr erstes Paar Strümpfe, ebenfalls nach einer Anleitung von youtube. Mein Ehrgeiz war gepackt. Zum einen hatte ich durch B die Legitimation, dass Sockenstricken Spaß macht und kein altbackenes Hobby ist, dem nur Großmütter nachgehen. Zum anderen kam ich so endlich wieder an selbstgestrickte Strümpfe ran und nicht zuletzt musste ich beweisen, dass ich das, was B kann, auch kann. Haha - böse große Schwester.
Das erste Paar gelang mehr schlecht als Recht. Meinen Freund freute es trotzdem. Das zweite Paar bekam meine Mutter, dann mein Schwager in Spe, eines für mich, eines für K, ein weiteres Paar für M ... inzwischen beherrsche ich das Socken stricken recht gut und damit mir nicht langweilig wird, schenkte mir meine Mutter ein Buch über Socken häkeln.
Aber was hat das Socken stricken mit Selbstversorgung zu tun? Nun, es hat nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Trotzdem bringt es mich näher an meine Wurzeln oder die Wurzeln dessen, wie wir Menschen "früher" zusammen lebten. Ich mache etwas mit meinen Händen und erzeuge etwas, worüber ich mich selbst oder andere freuen. Es ist erschreckend, wie viele 1000 Maschen so eine Socke hat, wie viele Handbewegungen es braucht, um ein Paar fertig zu stellen. Ich staune immer wieder ehrfürchtig darüber, wie viel Arbeit, so ein Strumpf macht. Ist es nicht erschreckend, wie schnell eine Maschine so etwas herstellen kann? Oder aber, wie wenig diejenigen verdienen, wenn sie ihre selbstgestrickten Kunstwerke verkaufen?
Das Socken stricken zeigt mir, welchen Wert Dinge haben können. Ich beginne darüber nachzudenken und Waren nicht leichtfertig zu verschwenden, ich lerne sie wertzuschätzen und das wiederum passt mit diesem Blog zusammen. Erst recht, wenn ich nächstes Jahr die erste Wolle von S Schafen verwenden kann. Dann bin ich bei der Selbsversorgung angelangt. Natürlich wird S eines der ersten Paare bekommen, sind schließlich ihre Schafe.
Mittwoch, 20. November 2013
Topfernte
In Ermangelung eines Beetes, das groß genug für all meine Wünsche war, pflanzte ich einiges in Blumentöpfen an. Tomaten, Pepperoni, Kräuter, Topinampur und sogar Kartoffeln.
Kartoffeln
Von dem Freund meiner zukünftigen Schwiegermutter bekamen wir Pflanzkartoffeln geschenkt. Nachdem M und ich einige wenige Kartoffeln in mein Minibeet eingepflanzt hatten, fand ich kurz vor der Entsorgung der restlichen Pflanzkartoffeln eine Sorte, die mir im Jahr zuvor unglaublich gut geschmeckt hatte: Bamberger Hörnchen. Da stand ich nun mit einem Karton, dessen Boden gefüllt war mit diesen köstlichen Kartoffeln und ich überlegte was zu tun sei. Erst einmal legte ich sie unbeachtet zur Seite und kümmerte mich um irgendetwas, das nichts mit schmutzigen Fingern zu tun hatte. Ein weiteres Beet graben kam für mich nicht in Frage. Aber von meinem Tomatenanbau war ein Topf übrig geblieben und ich entschied mich dazu, diesen Topf mit einem Fassungsvermögen von 15 Litern für den Anbau der Kartoffeln zu nutzen. Ich hatte in zwei unterschiedlichen Gartenbüchern gelesen, dass man das machen könne, allerdings hatten die Autoren dieser Bücher meist wesentlich größere Pflanzgefäße genutzt. Aber egal. Ein Topf war da und Blumenerde auch noch, also: Rein damit.
Im Herbst erntete ich die Bamberger Hörnchen. Die Erde aus dem Topf verteilte ich großzügig auf meinem Versuchsbeet und sammelte die kleinen länglichen Kartoffeln auf. Viele waren es nicht, der Topf war wohl doch etwas zu klein für Kartoffeln, trotzdem reichten sie für zwei kleine Portionen Bratkartoffeln.
Tomaten
Auch die letzten Tomaten wollten Ende September geerntet werden. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich in meinem Tomatenmark alle Reste verarbeitet hatte, aber das stimmte nicht. Meine Tomaten setzten immer weitere Früchte an und das, obwohl sie inzwischen aussehen, wie ein stehendes Leichenkabinett.
Ich pflückte die letzten Früchte und legte sie in eine Schale ins Dunkle, damit sie nachreifen können. Inzwischen sind sie gelb und fast verzehrfertig. Ich hab auch schon eine probiert. Sie sind nicht so gut, wie sonnengereift direkt von der Pflanze. Sie sind eher etwas mehlig. Aber was soll's. Entweder esse ich sie so oder sie werden verkocht.
Kartoffeln
Von dem Freund meiner zukünftigen Schwiegermutter bekamen wir Pflanzkartoffeln geschenkt. Nachdem M und ich einige wenige Kartoffeln in mein Minibeet eingepflanzt hatten, fand ich kurz vor der Entsorgung der restlichen Pflanzkartoffeln eine Sorte, die mir im Jahr zuvor unglaublich gut geschmeckt hatte: Bamberger Hörnchen. Da stand ich nun mit einem Karton, dessen Boden gefüllt war mit diesen köstlichen Kartoffeln und ich überlegte was zu tun sei. Erst einmal legte ich sie unbeachtet zur Seite und kümmerte mich um irgendetwas, das nichts mit schmutzigen Fingern zu tun hatte. Ein weiteres Beet graben kam für mich nicht in Frage. Aber von meinem Tomatenanbau war ein Topf übrig geblieben und ich entschied mich dazu, diesen Topf mit einem Fassungsvermögen von 15 Litern für den Anbau der Kartoffeln zu nutzen. Ich hatte in zwei unterschiedlichen Gartenbüchern gelesen, dass man das machen könne, allerdings hatten die Autoren dieser Bücher meist wesentlich größere Pflanzgefäße genutzt. Aber egal. Ein Topf war da und Blumenerde auch noch, also: Rein damit.
Im Herbst erntete ich die Bamberger Hörnchen. Die Erde aus dem Topf verteilte ich großzügig auf meinem Versuchsbeet und sammelte die kleinen länglichen Kartoffeln auf. Viele waren es nicht, der Topf war wohl doch etwas zu klein für Kartoffeln, trotzdem reichten sie für zwei kleine Portionen Bratkartoffeln.
Tomaten
Auch die letzten Tomaten wollten Ende September geerntet werden. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich in meinem Tomatenmark alle Reste verarbeitet hatte, aber das stimmte nicht. Meine Tomaten setzten immer weitere Früchte an und das, obwohl sie inzwischen aussehen, wie ein stehendes Leichenkabinett.
Ich pflückte die letzten Früchte und legte sie in eine Schale ins Dunkle, damit sie nachreifen können. Inzwischen sind sie gelb und fast verzehrfertig. Ich hab auch schon eine probiert. Sie sind nicht so gut, wie sonnengereift direkt von der Pflanze. Sie sind eher etwas mehlig. Aber was soll's. Entweder esse ich sie so oder sie werden verkocht.
Montag, 18. November 2013
Nashis im Garten und was damit tun?
In unserem Garten steht ein Nashibaum, worum wir von Nachbarn, Kollegen und Freunden benieden werden. Es ist ein hübscher Baum, der eine schöne Form hat, nicht sehr hoch ist und den man durch seine geringe Größe hervorragend abernten kann. Der kleine Budda zu seinen Wurzeln macht sich gut unter dem Baum, es scheint so, als würde er dort hingehören.
Ich selbst mag Nashis nicht so gern, ich mag auch keine Birnen, die der Nashi sehr ähnlich sind. Hin wieder eine der süßen Früchte, das geht, aber dann reicht es mir für mehrere Wochen. Die Nashis können nicht im Keller gelagert werden, weil sie zu schnell verfaulen. Einige haben wir schon verschenkt und trotzdem sind noch reilich da.
In diesem Jahr sind die Nashis nicht sonderlich gut. Die meisten sind klein und hart geblieben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es dieses Jahr so wenig geregnet hat. Ich hatte im Laufe des Sommers einige Früchte abgebrochen, damit die anderen mehr Nährstoffe bekommen, aber gereicht hat das wohl doch nicht.
Auch wenn ich kein Fan der Früchte bin, wollte ich sie nicht verkommen lassen, also suchte ich mir Rezepte im Internet, um die Nashis in eine Form zu bringen, die selbst mir schmeckte. Ich fand ein Rezept mit dem wohlklingenden Namen "Chinesische Birnen Konfitüre" und legte voller Tatendrang los. Ich schälte die Nashis, entkernte und hobelte sie. Mein Handgelenk tat mir weh, als ich endlich die zwei Kilo geputzten und entkernten Früchte über den Hobel gezogen hatte. Ich kochte die Konfitüre nach Anweisung und ließ sie dann wohl doch nicht lang genug kochen, meine Ungeduld war zu groß.
Ich füllte die heiße Marmelade in Gläser ab und stellte sie auf den Kopf, damit sie ein Vakuum bilden konnten und bei allen Gläsern funktionierte es, was nicht immer selbstverständlich ist. Am nächsten Tag drehte ich die Gläser um und wunderte mich. Die Marmelade war flüssig. Was ein Rückschlag!
Und jetzt? Ein zweiter Versuch musste her, die missglückte Marmelade wanderte auf unseren Schrott-Kompost und die Gläser wurden wiederverwendet.
Ich selbst mag Nashis nicht so gern, ich mag auch keine Birnen, die der Nashi sehr ähnlich sind. Hin wieder eine der süßen Früchte, das geht, aber dann reicht es mir für mehrere Wochen. Die Nashis können nicht im Keller gelagert werden, weil sie zu schnell verfaulen. Einige haben wir schon verschenkt und trotzdem sind noch reilich da.
In diesem Jahr sind die Nashis nicht sonderlich gut. Die meisten sind klein und hart geblieben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es dieses Jahr so wenig geregnet hat. Ich hatte im Laufe des Sommers einige Früchte abgebrochen, damit die anderen mehr Nährstoffe bekommen, aber gereicht hat das wohl doch nicht.
Auch wenn ich kein Fan der Früchte bin, wollte ich sie nicht verkommen lassen, also suchte ich mir Rezepte im Internet, um die Nashis in eine Form zu bringen, die selbst mir schmeckte. Ich fand ein Rezept mit dem wohlklingenden Namen "Chinesische Birnen Konfitüre" und legte voller Tatendrang los. Ich schälte die Nashis, entkernte und hobelte sie. Mein Handgelenk tat mir weh, als ich endlich die zwei Kilo geputzten und entkernten Früchte über den Hobel gezogen hatte. Ich kochte die Konfitüre nach Anweisung und ließ sie dann wohl doch nicht lang genug kochen, meine Ungeduld war zu groß.
Ich füllte die heiße Marmelade in Gläser ab und stellte sie auf den Kopf, damit sie ein Vakuum bilden konnten und bei allen Gläsern funktionierte es, was nicht immer selbstverständlich ist. Am nächsten Tag drehte ich die Gläser um und wunderte mich. Die Marmelade war flüssig. Was ein Rückschlag!
Und jetzt? Ein zweiter Versuch musste her, die missglückte Marmelade wanderte auf unseren Schrott-Kompost und die Gläser wurden wiederverwendet.
Abonnieren
Posts (Atom)