Dienstag, 22. Januar 2019

Gartenplanung 2019

Es ist wieder so weit. Es ist Winter, es ist kalt, die Sehnsucht nach Garten und schönem Wetter ist groß. Die Vorfreude, endlich wieder etwas wachsen zu sehen, ist beinahe noch größer. So ein Garten im Winter hat außer Schnee nicht viel Schönes. Die Beete liegen bis auf ein paar Kohlpflanzen brach, das üppige Grün ist mit etwas Glück unter einer weißen, nicht zu hohen Schicht Schnee verschwunden.

In dieser Zeit tritt meine wahre Stärke zu Tage. Die Planung! Ich liebe es zu planen. Kein Witz, ich liebe es wirklich. Stundenlang wühle ich mich durch die Gartenbücher und Saatgutkataloge. Prüfe, was ich brauche und was ich möchte, welche Pflanzen sich miteinander vertragen, wie viel Fläche ich noch zusätzlich beackern möchte und noch viel wichtiger: Wie diese aussehen soll. Und jedes Jahr habe ich DEN ULTIMATIVEN PLAN ... der Plan, der für ewige Zeiten Anwendung finden soll, dann aber spätestens im nächsten Winter vergessen ist. Wie auch in diesem Jahr.

Mal plane ich, das Gemüse in kleinen Quadraten anzubauen, dann baue ich es in kurzen Reihen an, in großen Quadraten oder in langen Reihen. Alles hat seine Vor- und Nachteile und alles will probiert werden. Jetzt bin ich wieder zu dem Konzept zurück gekommen, das ich vor 4 Jahren bereits testete:
Lange Reihen in Mischkultur angelegt. 

Warum? Weil ich glaube, dass es einfacher ist, in langen Reihen in Mischkultur mit Vor- und Nachfrucht zu arbeiten. Das hat bei mir übrigens noch nie funktioniert. In Gartenzeitschriften und Büchern sieht das so einfach aus. Da wird im April die Rote Beete ins Beet gesät (!), im Juni wird sie geerntet und die nachgesäten Bohnen schaffen es in dem Jahr auch noch erntereif zu werden. Nicht nur das, sie sind so zeitig wieder vom Beet verschwunden, dass noch Spinat gesät werden kann. Ich gebe zu, das hat bei mir noch nie geklappt. Die Rote Beete konnte ich frühestens im Juli ernten und selbst dann waren die Kugeln nur winzig. Ich ging also von der Vorfrucht direkt zur Nachfrucht über, übersprang also die Hauptkultur oder aber es gab nur die Hauptkultur.

Trotzdem, ich werde es wieder versuchen. Dieses Mal bin ich gewappnet mit Saatkisten, um das Gemüse schon einige Wochen vorher im Haus und später im hoffentlich bald eintreffenden Gewächshaus vorziehen zu können. Pflanzleuchten warten auf ihren Einsatz und sollen die Pflanzen so gut ausleuchten, dass ihre Zeit auf den Beeten nur sehr kurz ist. So klappt es ganz sicher mit den drei aufeinander folgenden Kuluren in meinen Beeten ... hoffentlich.

Was mir übrigens sehr geholfen hat bei der Planung der Beete, ist dieser Blog. Nur hier konnte ich auf einfache Weise heraus finden, welche Gemüsesorten ich in den vergangenen fünf Jahren auf den Beeten angebaut habe. Und so kann ich verhindern, dass ich den Kohl oder andere Gemüsesorten, die Krankheiten in den Erden zürcklassen könnten, zu oft an der gleichen Stelle anbaue.

Nun aber Butter bei die Fische. Hier sind meine Pläne für die Beete. Warum ich sie hier veröffentliche? Damit ich nächsten Winter, wenn ich neue Pläne stricke, weiß, was ich wo gewachsen ist. Natürlich will ich euch auch meine wertvollen Recherchen zu den guten Partnern im Beet nicht vorenthalten.

Begriffserklärung:
VK: Vorkultur
HK: Hauptkultur
NK: Nachkultur


Beet 1: Puffbohne (VK), Gurke (HK), Spinat (VK und HK)
Beet 2: Erdbeere (VK und HK), Mangold (NK), Salat (NK)
Beet 3: Kartoffeln (VK), Rote Beete(HK), Knoblauch (NK)
Beet 4: Kartoffeln (HK), Kapuzinerkresse (HK) ... vielleicht Spinat als Vor- oder Nachkultur
Beet 5: Tomaten (HK), Petersilie (VK und HK)
Beet 6: Paprika (HK), Basilikum (VK und HK)
Beet 7: Karotten (HK), Zwiebeln (HK), Spinat (NK), Feldsalat (NK)
Beet 8: Rote Beete (VK), Buschbohne (HK), Kohlrabi (VK), Fenchel (HK)
Beet 9: Buschbohne (HK), Grünkohl (HK), Brokkoli (VK), Kapuzinerkresse (VK)
Beet 10: Stangenbohne(HK), Zucchini (HK), Feldsalat (NK)

Wie ihr seht, bin ich noch sehr vorsichtig mit meinen Plänen bezüglich der Vor-, Haupt- und Nachkultur. Das macht die Erfahrung der letzten Jahre. Da hat es halt nie geklappt. Aber vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr.

Seid ihr schon fertig mit eurer Gartenplanung?

Donnerstag, 3. Januar 2019

Jahresbilanz 2018

Am Anfang eines Jahres, nehme ich mir immer sehr viel vor. Manches erreiche ich, anderes nicht. Als ich gerade in meinen Artikel vom letzten Jahr schaute, musste ich die Hände über demKopf zusammen schlagen. Huiuiui, ich hab ja fast keinen meiner Vorsätze erreicht. Aber schauen wir mal.

1. Kräuterbeet anlegen
Im Hausgarten habe ich dieses Jahr fast nichts gemacht. Auch das Kräuterbeet baute ich nicht. Es mangelte an Motivation. M und meine Mutter konnte ich zwar überzeugen, dass es eine tolle Idee wäre, aus der Dreckecke ein Kräuterbeet zu machen, aber die Art und Weise, wie ich es gestalten wollte, gefiel keinem von beiden so richtig. Stattdessen hat Mutti jetzt ein Schildkrötengehege dort errichtet.

2. Haselnussbüsche pflanzen
Ja, das ist so eine Sache, hätte ich auch gern gemacht. Aber (um Ausreden bin ich nie verlegen) Ms bester Freund hat eine Allergie gegen Haselnüsse. Wenn die nun aber in unserem Garten blühen und Ms bester Freund zu Besuch ist, dann ist das nicht angenehm für ihn. Vielleicht pflanze ich Haselnusssträucher im Schrebergarten. Aber nicht dieses Jahr. Zwischenzeitlich hatte ich übrigens versucht, aus Stecklingen Ableger zu ziehen (Zweige abgeschnitten und ins Wasser gestellt). Das hat nicht funktioniert.

3. Apfelbaum setzen
Lassen wir es hier einfach mal bei einem: Nicht erfüllt. Ay, bin ich faul ...

4. Kompost neu anlegen
Kopfschüttel ... aber inzwischen will ich den Kompost auch ganz wo anders hin machen und überhaupt habe ich schon wieder so viele Pläne ...

5. Hochbeete neu befüllen
Erledigt! Und nachdem die Beete neu befüllt waren, die Erde innerhalb kürzester Zeit wieder absackte, entschied ich mich dazu, die Beete abzubauen und den Garten dieses Jahr ganz neu zu gestalten. Dieses Mal auf keinen Fall mit Hochbeeten! M und mein Schwiegervater fanden meine Entscheidung, die Hochbeete abzubauen nicht so toll. Ich schob meinen schwangeren Bauch als Ausrede vor, um nicht beim Schippen helfen zu müssen. Meine Mutter freute sich über die Beete, denn sie baute sie in ihrem Schrebergarten wieder auf.

6. Neue Beete anlegen
Erledigt! Da darf ich jetzt aber auch mal stolz auf mich sein.

7. Temporäre Beete anlegen
Naja, zur Hälfte übererfüllt. Die temprorären Beete gibt es nicht. Stattdessen gibt es ein festes Beet mehr, als ursprünglich geplant. Ich bin großzügig zu mir und finde, der Punkt ist erledigt.

8. Büsche pflanzen
Es wurden nicht so viele wie gewünscht, aber zwei Büsche sind in den Garten eingezogen.

9. Mehr aus dem Garten essen
Check - um das ganze auch überwachen zu können, habe ich fleißig mitgeschrieben, wie viel wir gegessen haben. Damit ich mich selbst motivieren konnte, habe ich verglichen, wie teuer meine Ernte in Biopreisen war und wie viel ich für den Garten (Sämereien, Erde, Weck-Gläser ...) ausgegeben habe.
Mein Ergebnis:
Kosten: 262,17 Euro
Einsparung durch Verzehr: 511 Euro
Nicht mit eingerechnet sind Kiloweise Kirschen, Äpfel, Zwetschgen und Erdbeeren, die direkt gegessen wurden oder im Fall der Äpfel noch immer aus der Einlagerung gegessen werden. In Kilogramm konnte ich 64 kg ernten. Viel zu wenig. Mein Ziel für dieses Jahr: Doppelt so viel ernten, wie 2018 - aber meine neuen Ziele für 2019 verrate ich euch in einem anderen Blogeintrag.

10. Der Blog
26 Artikel wollte ich schreiben. Mein Ziel war es, alle zwei Wochen einen Artikel zu veröffentlichen. Insgesamt wurden es 33 Artikel, allerdings veröffentlichte ich den Großteil im ersten Halbjahr. Mehr Kontinuität wäre an dieser Stelle wünschenswert.

Alles in allem bin ich ganz zufrieden mit den Ergebnissen des Jahres. Immerhin war der Sommer heiß, trocken und wir haben unsere Familie in diesem Jahr mit einem zweiten Kind komplettiert. Da muss man auch schon mal Abstriche bei der gärtnerischen Zielerreichung machen.

Habt ihr alles erreicht, was ihr euch vorgenommen habt?

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Früchtetee selbst gemacht

M trinkt gern Früchtetee. Ich steh eher auf Kräutertee. Da braucht man keinen Zucker, um ihn genießen zu können. Schon als Kind mochte ich lieber Kräutertee (Pfefferminz und Kamille). Da wir nur noch schwarzen Tee im Haus hatten (den trinkt M auch sehr gern), besuchte ich den örtlichen Teeladen. Loser Tee sollte es sein, um Ressourcen (keine Teebeutel und Pappverpackung) zu schonen. Drei verschiedene Sorten brachte ich M mit und eine davon schmeckt sogar mir ... allerdings nur mit dem ohnehin im Tee enthaltenen Zucker. Der Tee kostete gar nicht wenig. Sicher, die wiederverwendbaren Blechdosen trugen ihren Teil zu den hohen Kosten bei.

Für ein hübsches Foto gut genug
Auf dem Weg nach Hause überlegte ich mir, einen eigenen Früchtetee zu kreieren. Die Hagebutten hängen reif und gefrostet an den Sträuchern und getrocknetes Obst habe ich vom Sommer in den Küchenschränken liegen. Das muss ja mal aufgebraucht werden, dachte ich mir. Gesagt getan. Beim Spaziergang mit JF und den Hunden sammelten wir Hagebutten. Der kleine JF unterstützte mich fleißig. Ich durfte die Früchte von den stacheligen Zweigen zupfen und er las sie einzeln von meiner Hand herunter und warf sie in die Tüte hinein. Innerlich fluchte ich über seine geduldige Besonnenheit, denn es war kalt, meine Hände vom Pflücken nass und ich dachte, meine Finger müssten jeden Moment abfrieren. Taten sie aber nicht, nur JF freute sich, mir helfen zu können. Auf dem Heimweg trug er stolz das kleine Beutelchen mit roten Früchten. Zum Ausgleich zog ich sein Laufrad hinter mir her. Arbeitsteilung mit Kindern ist etwas Wunderschönes, es gibt immer einen Gewinner – meist das Kind.

Zu Hause angekommen wusch ich die Hagebutten, befreite sie von ihren Kernen und legte sie in den Dörrautomaten. Ich konnte es kaum erwarten, sie zusammen mit Birne und Zitrone als Tee aufzugießen. Als endlich alles fertig war und ich die getrockneten Birnenstücke und Zitronenschalen mühevoll mit der Schere kleingeschnitten hatte, goss ich einen Tee auf, setzte das Ergebnis fotografisch in Szene und freute mich über den Trinkgenuss ... Dieser blieb aber leider aus. Schon beim ersten Schluck, verzog ich das Gesicht. Der Tee schmeckte muffig und nicht fruchtig.

Ich gab die Tasse an M weiter, der sie skeptisch entgegennahm.
Er schnupperte.
„Das riecht merkwürdig“, beschrieb er das olfaktorische Erlebnis.
Er trank.
Er verzog das Gesicht.
„Das ist ja widerlich“, kommentierte er den Schluck, den er mühevoll herunter würgte.
Ich zuckte traurig mit den Achseln.
„Ja, irgendwie schon“, sagte ich, nahm die Tasse und trank einen weiteren Schluck.
M schaute mich angewidert an.
„Du musst das jetzt aber nicht austrinken!?“
„Doch, irgendwie schon“, sagte mein Selbstmacher-Gärtner-Ego im Flüsterton.
Letztendlich landete die halbe Tasse im Ausguss und die getrocknete Mischung auf dem Kompost.
Schade, das hätte doch was werden können. Aber ich gebe nicht auf. Vielleicht schmeckt eine Komposition mit Apfel oder Zwetschge? Vielleicht sollte ich doch bei den Kräutern bleiben? Oder ich versuche etwas ganz anderes? Früchte und Kräuter kombiniert? Ein Tee aus oder mit Blüten?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Der Winter kann kommen

Ich dachte nicht, dass ich es schaffe, aber dem milden Wetter sei Dank, konnte ich nach der Geburt von KV meine Beete winterfest machen. Eins nach dem anderen, ganz langsam arbeitete ich mich voran. Nur die Beete mit dem Grünkohl und den Erdbeeren blieben unangetastet, alles andere musste mehr oder weniger weichen.

Letztes Jahr säte ich im Herbst Senf als Gründünger, dieses Jahr war ich zu spät dran dafür, wollte mir die Beete aber auch nicht weiter mit Kohlgewächsen voll pflanzen, denn Kohl essen wir gern. Und da ich der Kohlhernie keinen Zufluchtsort gewähren will, ist der Platz für Kohl begrenzt, Senf kommt also nicht in die Tüte, ähm ... kommt nicht aus der Tüte aufs Beet.

Spinat in dünnem Grasmulch


Da ich nun aber zu spät für den Gründünger war (egal welcher, Winterroggen wäre da auch noch im Angebot gewesen) und ich die Beete nicht brach liegen lassen wollte, musste eine andere Lösung her. Diese heißt: Mulchen. Und zwar richtig dick. Dazu habe ich zuerst alle Pflanzen von den Beeten gezupft (oder gerissen) und sie einfach auf der Erde liegen lassen. Egal ob es nun die gut versamten Ringelblumen oder Nachtkerzen waren oder die Tomaten und der blühende Brokkoli. Darauf verteilte ich grob einige Küchenabfälle, die seit neustem nicht mehr im Hauskomposter landen, sondern mit in den Schrebergarten wandern.

Halb mit Stroh gemulcht, halb mit Spnat bewachsen

Insgesamt sahen die Beete ziemlich wild aus mit all den Küchenabfällen und ich sorgte mich ob der Ansichten meines Gartennachbarn zu dieser Vorgehensweise. Aber glücklicherweise war noch ein Strohballen im Garten und der Herbst brachte reichlich Laub. Nachdem also der zukünftige Kompost auf den Beeten verteilt war, schichtete ich Stroh und Laub auf die Beete. Jetzt sehen die Beete sogar für meinen ackerfräsenden Nachbarn ganz anständig aus. Diese wundervolle bunte Mischung kann so weit wie möglich im milden Winter verrotten und währenddessen das Bodenleben füttern. Gleichzeitig schützt sie den Boden vor harten Frösten und liefert Humus für das Gemüse 2019.

Fertig, dank JFs Unterstützung
 
Nächstes Frühjahr muss ich mir überlegen, ob ich in diese (noch) dicke Mulchschicht pflanze oder ob ich sie entferne und damit neue Beete baue oder sie einfach auf dem Komposthaufen zur weiteren Verrottung entsorge. Noch traue ich dem Konzept der Flächenkompostierung nicht so recht, aber auf mindestens einem meiner Beete will ich im nächsten Jahr Erfahrungen damit sammeln.

Wie handhabt ihr das? Einfach alles drauf auf die Beete und das Bodenleben richtet es schon? Oder grabt ihr noch brav eure Beete um?

Montag, 19. November 2018

Kartoffeln und Wühlmäuse

Neulich hab ich in einer Gartenzeitschrift gelesen, dass man die Kartoffeln einfach so lang in der Erde lassen soll, bis man sie benötigt. Auch im Winter kann man sie noch gut ausgraben. Zwar habe ich nur auf 6 m² Kartoffeln angepflanzt und aufgrund der Trockenheit erwartete ich nicht viel Ertrag, trotzdem klang diese Idee verlockend und ich wollte nur dann Kartoffeln ausgraben, wenn ich sie in der Küche brauchte.

Schon während die Kartoffeln wuchsen, erahnte ich zwischen dem grünen Kraut hin und wieder ein kleines Loch. Einen Eingang in ein weitverzweigtes Tunnelsystem nahm ich an. Aber, ich war guter Hoffnung, dass ich trotzdem viele Kartoffeln ernten könnte. Als dann die Trockenheit kam, buddelte ich immer mal wieder rund um die Kartoffeln Löcher, um zu schauen, ob da überhaupt etwas wuchs. Zwar waren die Pflanzen, die im Schatten wuchsen üppig grün, aber das Laub sagt noch lange nichts über die Knollen unter der Erde aus. Tatsächlich fand ich bei meinen sehr flachen Grabungen auch einzelne Kartoffeln, die ich anschließend schnell wieder mit Erde bedeckte, damit sie weiter wachsen konnten.

Mitte Juli erntete ich die ersten Kartoffeln, die Sorte heißt „Roter Erstling“ und wurde sofort in einer „Rote Beete Suppe“ verarbeitet. Hier sah alles gut aus. Keine Bissspuren, große und kleine Knollen, nicht ganz so viel Ertrag wie gehofft. Weiter ging es im August mit der „Blauer Schwede“. Ich war begeistert. Unversehrte große Knollen, viel Ertrag und geschmeckt haben sie auch noch. Davon habe ich mir gleich 10 Kartoffeln in den Keller gelegt, in der Hoffnung, sie nächstes Jahr wieder anbauen zu können. Verwundert war ich über den Ertrag vor allem deswegen, weil ich das Beet in diesem Jahr erst angelegt hatte. Ich habe Erde von der Kompostanlage hinein getan und nicht gewässert, wie man es eigentlich tun sollte. Die Kartoffeln kamen einfach in die trockene Erde, trotzdem wuchsen sie. Für mich war es wie ein Wunder.

Nun aber zurück zum Anfang. Kartoffeln kann man also erst dann ernten, wenn man sie benötigt. Bei diesen beiden Sorten hat es funktioniert. Auch die Rosa Tannenzapfen, die im selben Beet wuchsen, blieben vor Wühlmäusen verschont. Aber die Linda ... ein Trauerspiel ...

Ich grub die Linda aus. Mindestens jede fünfte Kartoffel war angebissen oder zum Großteil verzehrt. Unter vielen der Kartoffelpflanzen fand ich riesige Höhlen, fast schon Katakomben, die die Wühlmäuse hinterlassen hatten. Von den Pflanzen blieb lediglich das Grün stehen, von den gesuchten Knollen war an manchen Stellen nichts zu finden. Da packte ich den Entschluss, die verbliebenen Kartoffeln aus der Erde zu holen. Insgesamt erntete ich immerhin 14,6 kg Kartoffeln von meinen vier Sorten auf den insgesamt 6 m² Anbaufläche. Nicht schlecht finde ich, mit etwas Regen und weniger Wühlmäusen  (die vermutlich froh waren, überhaupt eine Quelle für Flüssigkeit zu finden) würde es wohl noch besser gehen. Wenn die Schnecken mir dann nicht einen Strich durch die Rechnung machen.

Mein Fazit: Kartoffeln ausgraben und lagern, sobald sie fertig sind. Dann hat man weniger Mitesser-Konkurrenz.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Gedörrtes

Passend zu diesem trockenen heißen Sommer, schenkte meine Mutter mir zum Geburtstag einen Dörrautomaten. Und was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick! Seitdem das kleine Gerät bei uns ist, dörre ich ständig irgendwelches Gemüse und Obst. Im Sommer war es Folter, das kleine Gerät laufen zu lassen, denn die ohnehin überhitzte Wohnung wurde noch einmal deutlich aufgeheizt. So zog das kleine Gerät in unseren Schuppen und musste von dort aus seine Arbeit erledigen. JF isst am liebsten gedörrtes Obst, Apfel oder Birne spielt für ihn keine Rolle. Er vernascht die „trockenen Birnen“, als wären es Gummibärchen. Allerdings mag er das Fruchtleder nicht so gern, was ich nicht verstehen kann.

Fruchtleder
Ihr habt bestimmt schon in tausenden Blogeinträgen gelesen, wie toll Fruchtleder ist. Inzwischen kann ich mich diesem Loblied anschließen. Es ist wirklich toll. Letztes Jahr hatte ich versucht, aus Nashis ein Fruchtleder im Backofen herzustellen. Das war nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Ich trug die Brei-Schicht viel zu dünn auf das Blech auf und der Trocknungsvorgang im Backofen dauerte Stunden und Stunden. Ich will gar nicht wissen, wie teuer dieses völlig zerfetzte Nashi-Fruchtleder war, das im Übrigen zum Teil noch immer in unserem Schrank steht. Das Auge isst mit und appetitlich sahen die Krümel nicht aus.


Ganz anders war es mit dem diesjährigen Fruchtleder. Zwei Ladungen habe ich hergestellt. Eine mit Birnen und Zwetschgen, eine zweite mit Äpfeln und Zwetschgen. Den Unterschied schmeckt man kaum, denn die Zuckerkonzentration muss in dem Trockenbrei extrem hoch sein. Um Fruchtleder herzustellen, muss man das Obst erst säubern und zu Mus verkochen. Das wird dann 5 mm dick auf Backpapier gestrichen und im Dörrautomaten (oder Backofen) getrocknet. Anschließend kann man es in Streifen schneiden und aufrollen.

Gemüsebrühe
Mein zweiter größerer Dörrversuch galt der Herstellung von Gemüsebrühe. Leider fehlte mir dazu das Gemüse aus dem Garten, aber ganz ehrlich, von meinem gekauften Gemüse bleibt ohnehin immer etwas übrig, was ansonsten auf dem Kompost landet. Verarbeitet habe ich unter anderem den grünen Teil des Porrees, der mir für gewöhnlich zu sandig ist, um ihn zu kochen. Das Grün einer Sellerieknolle, das ansonsten die Würmer bekommen hätten, den Strunk eines Brokkolis, einen halben Kohlrabi, den aufgrund seiner Matschigkeit keiner mehr essen wollte, halbe Zwiebeln, die es nicht ins Essen schafften und Lauchzwiebeln, die nach der Zubereitung von Otsu noch übrig blieben. Einzig die Karotten musste ich extra kaufen, bzw. im Garten ernten. Die waren frisch! Karotten bleiben bei uns nur unglaublich selten übrig.

Die Zubereitung ist einfach: Gemüse putzen, klein schneiden oder besser noch raspeln. Das Ganze wird ca. 7 Stunden (kommt auf die Größe der Stücke an) bei 60 ° C getrocknet. Zwischendurch sollte man immer wieder kontrollieren, wie trocken das Gemüse geworden ist und die Gitter tauschen, bzw. sogar das Gemüse auf den Gittern umsortieren. Nach dem Trocknen habe ich alles klein geschreddert und nach Augenmaß Salz hinzugetan. Da muss ich noch etwas experimentieren, bis ich die Menge finde, die zu uns passt.

Die erste Charge Gemüsebrühe ist fast aufgebraucht und in unserem Kühlschrank sammeln sich wieder Reste an, die verarbeitet werden wollen. Da wäre zum Beispiel eine überfällige Paprika und ein Brokkolistrunk ... ich könnte ja mal ...

Sonntag, 12. August 2018

Trauerspiel

Es hat endlich mal wieder geregnet. Jeder Tropfen ist ein Segen, aber gereicht hat das Wasser noch lange nicht. Mein Garten ist ein Trauerspiel. Ganz egal was ich anpflanze, es wächst nicht, oder es wächst und verdurstet später.

Im Schrebergarten haben D und ich das große Pech, dass wir keinen Wasseranschluss haben und die zur Verfügung stehenden Dachflächen zum Wasser sammeln, winzig sind. Die Wassertonnen, das Wasserfass sind leer und selbst der Gartenteich ist fast völlig ausgeschöpft. Falls noch Kaulquappen zwischen all den Algen leben sollten, werden diese wohl bald vertrocknet sein.
Von vier Gurken, die ich pflanzte, hat gerade einmal eine überlebt und diese brachte mir sogar drei Früchte, die allesamt nicht bitter waren.



Die Kartoffeln sind klein geblieben, obwohl ich sie dick mulchte, um das bisschen vorhandene Wasser im Boden zu halten. Einzig der „Blaue Schwede“ hat gut gefruchtet und schöne große Kartoffeln zustande gebracht. Ich habe gleich 10 der Knollen im Keller eingelagert, um sie nächstes Jahr wieder setzen zu können. Ich hoffe, sie halten es so lang aus, ohne neu zu treiben. Vielleicht muss ich ihnen auch einen besseren Platz suchen.

Die Bohnen kümmern vor sich hin, haben kaum Fruchtansätze, viele der Fruchtansätze vertrocknen und meine Sorge wächst, dass ich kaum oder sogar kein Saatgut an die Bohnenschatzkiste zurückschicken kann. Die Hoffnung auf frische Bohnen aus dem Garten habe ich bereits aufgegeben.

Die Rote Beete ist winzig geblieben und hat in rohem Zustand einen fürchterlichen Beigeschmack. Genießen kann man sie nur gekocht.


Neu Gesätes geht nicht auf. Selbst wenn es hier mal eine halbe Stunde im Monat regnet, reicht die Feuchtigkeit nicht aus, um die Saat zum Keimen zu bringen. Vielleicht kommt das noch und der Spinat und die Lauchzwiebeln starten im Herbst durch. Falls der denn etwas regenreicher sein sollte als dieser Sommer.

Mein Salatkopf, der so wunderbar wuchs und über Monate der Trockenheit trotzte. Der Salatkopf, von dem ich hoffte, Saat nehmen zu können, ist auch vertrocknet. Plötzlich war er weg, braun wie die Erde. Fast hätte ich ihn nicht mehr gefunden. Die Karotten wachsen gar nicht, ein Keimen ist so unmöglich wie das Keimen der Petersilie.

Regenwürmer sehe ich nicht mehr. Sie haben sich weit unten in der Erde vergraben. Mein Mulch bleibt unangetastet auf den Beeten liegen. Einzig die Sonne zehrt daran.


Unsere Gartennachbarn schaffen kübelweise Wasser in den Garten. Aus der Leitung oder aus einer Quelle in der Nähe. Beides kommt für mich nicht in Frage. Ich weigere mich, zu gießen. Aber für die Zukunft muss ich mir überlegen, wie der Garten der Trockenheit oder den Sturzfluten und feuchten Sommern trotzen kann.

Einzig Obst wuchs bisher gut. So viele Erdbeeren und Kirschen wie in diesem Jahr, habe ich selten gesehen. Doch auch hier gibt es Verluste durch die Trockenheit. Die Äpfel fallen in Massen vom Baum, die Nashis sind winzig und die Renekloden haben einen bitteren Beigeschmack. Die Birnen im Vorgarten meines Schwiegervaters hängen in der prallen Sonne und wenn sie nicht das Glück haben, von Laub bedeckt zu sein, kochen sie förmlich, werden faul und fallen vom Baum.

Für mich ist das Gartenjahr abgehakt. Es wird ein nächstes kommen und mit dem nächsten Jahr kommen Pläne gegen die Trockenheit oder die Sturzfluten. Seien wir erfinderisch und leben mit dem, was uns gegeben wird. Wie geht ihr mit der Trockenheit in euren Gärten um?