Sonntag, 24. Juni 2018

Gartenvorsatz 8 – Büsche pflanzen

Auch diesen Punkt meiner Wunschliste für 2018 habe ich (fast erledigt). Zugegeben, es sind nur zwei Sträucher geworden, statt der gewünschten drei bis vier. Das lag aber weniger an der Faulheit, als viel mehr an den vorhandenen Büschen und dem (Ehr-)Geiz, die Kosten für den Garten möglichst gering zu halten, der seit diesem Jahr in mir erwacht ist.


 
Eingebuddelt habe ich einen Stachelbeerstrauch, den es gratis von einer Gartennachbarin gab und eine Aronia-Beere, die mir meine Kollegen vor einigen Jahren schenkten. Die Apfelbeere fristete ihr Dasein in einem großen Topf vor unserem Eingangsbereich. Die Erde war längst nicht mehr nahrhaft, die Pflanze zu groß für den kleinen Topf und so war der Umzug in den Schrebergarten naheliegend.

Ich hoffe, den beiden neuen Bewohnern gefällt es im Schrebergarten, denn Feuchtigkeit ist in diesem Jahr Mangelware, vor allem auf dem entfernten Grundstück, das keinen Wasseranschluss hat. Die Regenknappheit in unserer Region ist besorgniserregend. Zwar regnet es seit zwei Tagen endlich mal wieder, aber die Menge ist zu gering, als dass es dem Boden nützen würde. Aber hey, ich nehme jeden Tropfen, der da vom Himmel fällt. Ich beschwer mich nicht mal über die eiskalten, herbstlich-anmutenden Temperaturen (brr).

Nun aber zurück zu meinen beiden Büschen. Die Stachelbeere pflanzte ich im zeitigen Frühjahr in den Garten, die Aronia folgte im Frühsommer. Damit D und (vermutlich nächstes Jahr wieder) ich keine Probleme mit dem Rasenmähen haben, legte ich rund um die verbuddelten Sträucher Rasenmähkanten. D jubilierte, als sie sie beim nächsten Grasschnitt entdeckte: „Oh, das ist so toll. Kannst du nicht noch mehr Büsche pflanzen und denen auch so eine Rasenkante legen? Das lässt sich so super mähen.“
Ich versprach ihr, weitere Büsche zu pflanzen, falls sie mir über den Weg laufen. Hier im Hausgarten könnte ich einen Holunder ausbuddeln (die sämen sich überall aus) und ich will versuchen, von den Johannisbeeren Stecklinge zu ziehen. So komme ich an weitere Gratis-Sträucher für die Hecke. Nur dieses Jahr werde ich das beerentragende Menschen- und Vogelparadies vermutlich nicht mehr erweitern.



Damit ich zukünftig einen geringen Arbeitsaufwand mit den Büschen habe, legte ich rundherum Pappe aus und schichtete dick Rindenmulch auf. Ich hoffe, dass wenig Unkraut aus dieser dicken Schicht herausquillt, aber wer weiß, manch ein Kraut (Ackerwinde) ist unverwüstlich. Zum Nachbargrundstück lehnte ich Steinplatten an den Zaun. Eigentlich müsste ich sie eingraben, damit sie einen guten Stand haben, aber meine Faulheit ....

Wie auch immer. Im Moment sieht das Beet aufgeräumt und tadellos aus. Es so schön zu behalten wird etwas Aufwand kosten. Das Erschaffen ist für mich nach wie vor leichter und motivierender, als das Pflegen eines Beetes. Und für mich steht fest: Gartenvorsatz 8 ist abgehakt! Dafür haben sich die Pläne für den Hausgarten grundlegend geändert.

Sonntag, 10. Juni 2018

Erdbeeren ernten

Vor etwas mehr als einer Woche ging ich in den Garten und fand die ersten roten (naja, halbroten) Erdbeeren. Ich freute mich, pflückte sie und gab sie JF zu essen. Zuerst das Kind, dann ich. Gut, ich gebe es zu, eine davon wanderte in meinen Magen und löste auf dem Umweg über den Mund eine süßsaure Geschmacksexplosion aus. Ich liebe Erdbeeren.

Ein paar Tage später traf ich D im Garten. Als ich ihr erzählte, dass das Kind alle meine Erdbeeren bekäme, lief sie zu einem ihrer Beete. Sie zeigte auf eine einzelne verirrte Pflanze und sagte: „Die darfst du essen und musst sie nicht für JF aufheben.“
Da hatte sie wohl Mitleid mit der aufopferungsvollen Mutti. Ich nahm ihr Angebot gern an. Es dauerte nicht lang und ich aß die kleinen Früchte – allerdings mit schlechtem Gewissen und die nächsten Beeren landeten wieder in JFs kleinen Bauch.

Doch dann geschah etwas, was zu erwarten war. Meine Erdbeeren wurden reif. Auf dem 3 x 1 m großen Beet tummelten sich im Vorjahr so viele Ringelblumen, dass die Erdbeeren keine Chance hatte. Der Nachbar warf einen Blick über den Gartenzaun, rümpfte die Nase und sagte „Das wird nichts, mit deinen Erdbeeren. Die haben keinen Platz zum Wachsen.“ Er behielt Recht. Dieses Jahr zupfte ich hunderte Ringelblumensämlinge aus der Erde, überließ fast ein drittel des Beets einer riesigen Nachtkerze und ca. vier Ringelblumen blieben stehen. Zwischen den Erdbeeren fanden Knoblauch und Schalotten (die vergaß ich im Vorjahr zu ernten) ihren Platz. Und was soll ich sagen: Der Platz reicht aus, damit sich die Erdbeeren richtig breit machten. Noch eine Unterlage aus Stroh und die Kleinen fruchteten wie nie zuvor.

Die Pflanzen hingen schon seit Wochen voller kleiner und großer Früchte. Zögernd fuhr ich eines Abends in den Schrebergarten. Ich nahm eine Schüssel mit, sah sie mir an und dachte „Die ist viel zu groß für die wenigen reifen Erdbeeren.“ Aber nachdem ich fertig war mit der ersten Runde pflücken, war die Schüssel voll und der Deckel passte nicht mehr darauf. Zwei Tage später holte ich ein weiteres Schüsselchen mit ca. 300 Gramm der süßen Nascherei aus dem Beet. Als ich dann wegen der langen Arbeitstage nicht in den Schrebergarten kam (zwei Tage), traf mich der Schlag beim nächsten Besuch. Überall leuchtete es rot zwischen den grünen Blättern. Ich entschied, am folgenden Tag einen Eimer für die Ernte mitzunehmen, um Marmelade aus dem Obst zu kochen.

1,4 kg erntete ich und verarbeitete sie zu vier Gläsern Marmelade. Nachdem ich sie gewaschen hatte, ärgerte ich mich. Die Früchte saugen sofort das Wasser auf und die Schale wird matschig. Eigentlich wollte ich die schönsten von ihnen behalten, aber es blieb kaum etwas übrig, so wurden also alle verkocht. Wie ich mich kenne, werden die Gläser nicht lange halten und bei den nächsten Frühstücken verzehrt. Aber die Pflanzen haben Potential. Vögel und Schnecken verschonen die Früchte weitestgehend. Aber selbst wenn sie ein wenig Naschen, es bleibt genug für meine Familie und mich übrig. Vermutlich kommt sogar bald der Punkt, an dem ich der Beeren überdrüssig werde und der ganze Rest im Kochtopf landet, bevor er auf dem Beet verrottet.

Hach, wenn sich das Gartenjahr so weiter entwickelt ... das wäre ein Traum. Und dass die Erdbeeren trotz der Trockenheit so gut wachsen, grenzt an ein Wunder.

Sonntag, 3. Juni 2018

Quadrat-Salat und Beet-Bericht

Dekosalat für den Blog
Letztes Jahr gab es den ersten Salat aus dem Garten am 28. April. Dieses Jahr ließ er sich viel mehr Zeit, die erste Schale Salat landete am 18. Mai auf unserem Tisch. Schuld daran waren:

  • Die Hühner
  • Der lange und späte Frost, durch den ich erst spät säen konnte
  • Meine mangelnde Vorbereitung (ich hätte Wintersalat bereits im Vorjahr säen müssen).
Dennoch gibt es jetzt endlich Salat. Ich versuchte aus dem Asiasalat und den geernteten Radieschen, eine deutsch-asiatische Kreation zu zaubern. Dazu machte ich ein Dressing aus Schmand, Soja-Sauce und einigen anderen Zutaten, die hier nicht verraten werden. Ich arrangierte alles für ein Foto für den Blog, warf den Rest für die Familienportion in eine Schüssel und goss großzügig das Dressing darüber. Denn seien wir mal ehrlich, so hübsch wie der Salat im Bild aussieht, sehen Salate bei mir nie aus.

Der echte Familiensalat
Als ich M anbot, den Salat zu probieren, nahm er eine Gabel und fragte:
„Uh, ist das Salat aus dem Garten?“
Ich nickte stolz. Als M die Gabel in den Mund schob, seine Zunge probehalber über die Blätter fuhr, verzog er das Gesicht aufgrund der Geschmacksexplosion.
„Wah, was ist denn das?“
„Asiasalat mit Schmand-Soja Dressing ...“, antwortete ich unschuldig.
„Das schmeckt ja furchtbar. Nee, das kann ich nicht essen. Wah ...“, schüttelte er sich.
Tapfer wie ich bin, übernahm ich das Essen. So schlecht schmeckt der Salat gar nicht. Damit ihr aber nicht in Versuchung geratet und den Salat zubereitet, gibt es hier keine detaillierte Beschreibung der Zutaten.

Quadrat-Hochbeet – neue Saat
Da ich die Radieschen erntete, hatte ich wieder Platz für neues im Beet.  Auch der Spinat war gewichen, ein anderer Salat ebenfalls, aber dieser verschwand aufgrund eines Missverständnisses, ich dachte, er wäre Unkraut.

2 Felder Radieschen und 2 Felder Bohnen zogen ungeplant mit ein. Die Saat war zur Hand und da es sich bei den Bohnen um eine alte Sorte handelte, die nicht komplett in den Schrebergarten passte, nutzte ich zwei der Quadrate für sie aus.

Unkraut bekämpfen

Als ich das Hochbeet neu befüllte, legte ich als oberste Schicht die Erde des Quadratbeets darauf, das ich im letzten Jahr nicht mehr bepflanzt hatte. Das Beet nutzte die Zeit, Unkraut eine Heimat zu bieten. Neben hübschen Mohnblumen und Vogelmiere wuchsen jetzt auch Disteln und Franzosenkraut im Quadratbeet und verteilte seine Saat großzügig. Diese Erde wanderte auf das Quadrat-Hochbeet.

Die Saat der Beikräuter ist natürlich schneller aufgegangen, als die gewünschten Pflanzen und bald schon nahmen die kleinen Pflanzen all den Raum für sich in Anspruch. Die filigranen Karotten haben kaum eine Chance gegen das Unkraut anzukommen und wenn ich es aus der Erde zupfe, muss die ein oder andere Möhre mit daran glauben. Entweder reiße ich sie versehentlich komplett aus der Erde, oder die Unkräuter sind so nah am Gemüse, dass die Wurzeln sich nicht sonderlich wohl fühlen beim Rupfen der Partner. Am liebsten würde ich einfach alles raus reißen und wieder neu einsäen. Dieses Jahr scheine ich kein Glück zu haben mit meinem Hochbeet.

30 x 30 cm Quadrate
Trotz des Unkrauts wächst es langsam im Hochbeet. Die Salate werden üppiger, die Radieschen beanspruchen Raum ... es sieht so schön aus. Aber: Die Quadrate sind zu klein. Pflanzte ich weniger in die einzelnen Quadrate, nähme sich das Gemüse trotzdem gegenseitig den Platz weg.



Sonntag, 27. Mai 2018

Gekeimte Bohnen

Puffbohne
25 Tage hat es gedauert, bis meine Puffbohne „Peruvian Red Cheeck“ endlich ein zartes Blättchen sehen ließ. Am 15.04. schaute die erste Triebspitze aus der Erde und ich war unsagbar glücklich. Bis dahin glaubte ich, dass das Saatgut gar nicht mehr keimen würde. Carpe Diem überließ mir die Puffbohne zur Vermehrung mit dem Kommentar, dass sie alt sei und die Bohnen nicht mehr gut aussähen. Es stimmte. Die Bohnen waren verschrumpelt und unterschiedlich groß. Die meisten waren so winzig, dass sie nicht einmal die Hälfte der Größe ihrer Brüder vorwiesen. Ein echtes Trauerspiel.

JF half mit am 21. März, die Bohnen unter die Erde zu bringen. Ich bohrte tiefe Löcher in den kühl-feuchten Boden und er warf jeweils zwei Körner hinein. Er freute sich, mir bei einer so wichtigen Aufgabe zur Hand zu gehen. Insgesamt verteilten wir 20 Bohnen in dem dafür vorgesehenen Beet. Schon einige Tage zuvor hatte ich das Beet vorbereitet und etwas Kompost darauf gestreut. Da unser Boden sauer ist, verteilte ich außerdem Kalk. Damit die Puffbohnen eine Chance gegen die Schnecken im Garten haben, bekamen alle Pflanzlöcher einen Schneckenkragen. Diese Schätzchen sind neben Bierfallen das einzige, was gegen die schleimigen Biester hilft. Die Schneckenzäune, die ich 2015 an den Beeten befestigt habe, zerfallen inzwischen, haben aber auch während ihrer Glanzzeit nicht wirklich etwas gegen Schnecken ausrichten können.

Inzwischen sind die Puffbohnen groß geworden. Die Triebspitzen sind mit Blattläusen befallen. Nicht alle Bohnen leiden darunter, aber da nur sechs von ihnen gekeimt haben, ist dies nicht hinzunehmen. Ich streiche die kleinen Biester in aller Regelmäßigkeit ab und versuche dabei die jungen Triebe nicht zu verletzen. Die Blüten der „Peruvian Red Cheeck“ sind weiß mit samtig-schwarzem Bart. Für meinen Geschmack nichts außergewöhnliches. Eine andere von mir angebaute Puffbohne (Wietkiem) blühte ebenfalls in weiß und schwarz.


 



Stangenbohnen
 
 
Auch meine anderen Bohnen machen Fortschritte. An mehreren Stellen im Garten habe ich Stangen aufgestellt, für die kletternden Gesellen. Sogar einen Torbogen haben M und ich aus 3 Meter langen Bambusrohren gebaut. An diesem Torbogen klettert die Gelbe aus Siebenbürgen hinauf. Die übrigen Bohnen müssen sich mit langen Ästen, den Stielen von Sonnenblumen und fürchterlichen Plastikstangen begnügen. Alle Stangenbohnen haben inzwischen wenigstens 2 x gekeimt und ich bin überaus zufrieden mit dem Ergebnis. Da die Saat der Stangenbohnen viel näher zusammen liegt, behelfe ich mir mit zerschnittenen Joghurtbechern gegen die Schnecken. Außerdem stehen zwischen den Bohnenstangen Bierfallen, die die Biester gut annehmen. Ich mag es nicht, die kleinen Schleimer zu töten. Aber sie sind eine solche Plage und fressen in meinem Garten alles, was sie zwischen ihre Schneckenkiefer bekommen, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als etwas gegen sie zu unternehmen.

Buschbohnen
Von den Buschbohnen habe ich in diesem Jahr nur zwei Varianten angebaut, die beide das erste Mal in meinem Garten wachsen. Da ich die letzte Buschbohnensorte erst am Samstag unter die Erde brachte, ist noch nichts passiert. Ich warte auf Regen und kleine Blätter, die ihren Weg ans Licht finden.

Dies sind die Bohnen, die in diesem Jahr in meinem Garten wachsen:
Stangenbohnen
Rumänische Schwertstange
Grison de Loire
Capriana
Gelbe aus Siebenbürgen
Westgötland

Buschbohnen
Ventre de Biche
Whipple

Puffbohne
Peruvian Red Cheeck

Sonntag, 20. Mai 2018

Da war es nur noch eins


Schon seit Längerem erwarteten M und ich, dass Walburga sterben würde. Sie war nicht mehr gut zu Fuß, zeigte aber nach wie vor einen starken Überlebenswillen. Sie fraß, sie trank, sie kam angewackelt, sobald ich unseren letzten beiden Hühnern Grünzeug über den Zaun warf. Sie schaffte es nicht mehr, die steile Leiter in den Stall hochzusteigen. M oder ich setzten sie daher jeden Abend hinein, damit sie es wenigstens warm hatte. Walburga sprang auch schon seit längerem nicht mehr auf die Hühnerstange, sondern schlief am Boden. Aber im Gegensatz zu Claudette wollte dieses Huhn weiter leben.

Schweren Herzen musste M Claudette Ende letzten Jahres den Kopf abschlagen. Sie fraß nicht, sie trank nicht. Sie weiter leben zu lassen, wäre eine einzige Quälerei gewesen. Noch heute fühlt sich M unbehaglich, wenn er an Claudettes Tod denkt. Sie wehrte sich nicht, blieb auf dem Hackklotz liegen und der Kopf war mit einem gezielten Schlag ab. Doch es roch alles nach Blut und die rote Flüssigkeit verteilte sich rund um den Baumstamm.

Mein tapferer Schatz begleitete auch Walburga bei ihren letzten Atemzügen. Nicht die ganze Zeit, aber er war bei ihr und irgendwann geleitete er sie zu ihrer endgültigen Ruhestätte.

Wilhelmine im neuen Zuhause
Es blieb unser letztes Huhn übrig. Wilhelmine. Viel zu gesund und viel zu schön, um zu sterben. Da waren M und ich uns einig. Anfangs zogen wir in Erwägung, sie ebenfalls über den Jordan zu schicken, wenn Walburga stirbt, aber wir brachten es nicht übers Herz. Stattdessen suchte M einen neuen Platz für Wilhelmine. Die erste Idee war, dass sie bei dem Mann leben könnte, von dem wir damals unsere Hühner geholt  hatten – alle bis auf das deutsche Reichshuhn Wilhelmine. Bei dem Gedanken wurde mir flau im Magen, denn sie müsste dort unter sehr vielen anderen Hühnern leben. Ich weiß gar nicht, wie viel Federvieh auf dem kleinen Hof leben, aber weniger als 50 sind es nicht. Wilhelmine wäre die neue, allein und sicherlich bald das Mobbingopfer. Ob noch eine ihrer wunderschönen Federn erhalten bliebe, bezweifelte ich stark.

M setzte sich trotzdem mit dem Hühnerbesitzer in Verbindung und er wusste eine bessere Lösung. Seine Mutter beherbergt ältere Hühner. Insgesamt verfügte sie über eine Schar mit 5 Hennen und einem Hahn. Dort zog unser kleines Reichshuhn ein. Optisch passt sie hervorragend zu den anderen und die neue Besitzerin ist beeindruckt von ihrer Schönheit. Die alten Hennen pickten sie sofort weg, doch der Hahn sprang ihr zu Seite und half ihr. Aber auch er hat Wilhelmine eine verpasst. In den nächsten Tagen wird sie sich eingewöhnen und in der kleinen Herde hoffentlich einen wunderschönen Lebensabend verbringen.

Mein Fazit zur Hühnerhaltung:

Pro: interessante Charaktere
Hühner sind intelligent Tiere. Sie haben unterschiedliche Charaktere und ich bin froh, diese Geschöpfe kennengelernt zu haben. Unsere vier waren unterschiedlich wie Tag und Nacht, freundlich aufgeschlossen, schüchtern scheu, verfressen und neugierig.

Pro: geringer Aufwand
Unsere Hühner machten wenig Arbeit. Der Stall wird regelmäßig ausgemistet, Wasser und Futter bereitgestellt und die Stalltür geöffnet und geschlossen.

Pro: Schädlingspolizei
Hühner picken alles weg, was sie erwischen. Raupen, Schnecken, Fliegen. Sogar Mäuse, wenn sie sie schnappen. Schnecken waren in unserem Garten kein Problem.

Contra: Gartenzerstörer
Hühner scharren. Sie scharren mit Leidenschaft, denn sie suchen sich so ihr Futter. Sie sind überaus effiziente Scharrer und lässt man sie frei im Garten laufen, so erkennt man diesen bald nicht wieder.

Contra: unsere Art der Nutzung
Unser Federvieh sollte ein glückliches Leben führen, Eier waren ein Benefit, aber kein Muss. Während der kalten Jahreszeit legten unsere Hühner keine Eier, da die Tage zu kurz sind und Küken zu dieser Jahreszeit aufzuziehen den sicheren Tod bedeuten würde (welcher Vogel brütet schon mitten im Winter). Je älter die Mädels wurden, desto weniger Eier legten sie, bis sie die Produktion völlig einstellten. Hält man Hühner, um sowohl das Fleisch als auch die Eier zu essen, lohnt sich die Investition in das Futter und der Aufwand. Die Herde muss jung gehalten werden, um möglichst viel Nutzen aus ihr zu ziehen. Ansonsten sind Hühner nur ein nettes Haustier, das wie alle anderen Haustiere hauptsächlich Kosten verursacht.

Contra: Das Ungeziefer
Ein weiteres Problem ist, dass wir es nie geschafft haben, den Stall bzw. das Gehege so sauber zu halten, dass wir kein Ungeziefer anzogen. Auch wenn wir das Futter abends aus dem Stall herausholten und in einer Plastikkiste verstauten, so flogen dennoch einzelne Körner im Gehege und im Stall herum. Wir hatten im letzten und vorletzten Jahr mit Ratten zu kämpfen. Diese wegzufangen macht keinen Spaß, zumal man nie sicher sein kann, was sonst noch in die Fallen geht. Wir fanden in den Fallen Vögel, einmal einen Igel (glücklicherweise nur am Fuß verletzt) und zahlreiche Mäuse. All diese Tode und Verletzungen wollten wir nicht mehr verantworten. Gleichzeitig konnten wir die Ratten in unserem Garten nicht akzeptieren unsere Nachbarn waren nebenbei auch nicht darüber erfreut.

Für uns steht fest: Es war eine schöne Erfahrung, die wir nicht missen möchten. Aber Hühner wird es bei uns nicht mehr geben.

Sonntag, 13. Mai 2018

Rhabarberliebe

Letztes Jahr stand ich mit dem Rhabarber auf Kriegsfuß. Nachdem ich versuche einen Kuchen zu backen und es in einem völligen Desaster endete, gab ich weitere Experimente auf. Eigentlich hatte ich mir sogar vorgenommen, nie wieder zu backen. Jaja, die guten Vorsätze. Was soll ich sagen: Ich liebe Rhabarber und ich wollte ihm eine zweite Chance geben. Die Hoffnung flüsterte leise: „Dieses Mal klappt es ganz bestimmt.“

Als JF und ich heute im Schrebergarten waren, erntete ich 3,5 kg Rhabarber. JF nutzte eine der Stangen gleich als Schwert und schlug auf Blätter, Blüten und Bäume ein. Mein Bein versuchte er zu amputieren, der Rhabarber und ich ließen es aber nicht zu. Zu Hause angekommen verfrachtete ich das kleine Kind ins Bett. Ihm fielen die Augen zu und somit hatte ich Zeit, meine reiche Ernte zu verarbeiten. Und was ich alles daraus gemacht habe ...

Rhabarber-Muffins

JF hat morgen Geburtstag. Passend zu seinem Geburtstag braucht er etwas, dass er mit zu seiner Tagesmutti nehmen kann. Ist schließlich der letzte Geburtstag, den er bei ihr feiert. Dafür buk ich Muffins mit kleinen Rhabarberstückchen. Ich musste mich sehr zurückhalten, nicht alle auf einmal aufzuessen. Diese Muffins werde ich garantiert wieder backen, sie sind wirklich extrem lecker – zuckrig süß und rhabarbersauer ... mmh ...

 







Rhabarber-Cheesecake-Tarte
Das Foto im Internet sah so wunderschön aus, dass ich diesen Kuchen unbedingt backen musste. Schließlich will ich den Kaffeegästen etwas Leckeres kredenzen. Auch letztes Jahr bekam JF einen Rhabarber-Kuchen – vermutlich wird er bis an mein Lebensende zu seinem Geburtstag  Rhabarber auf der Kuchentafel vorfinden. Dieses Jahr ist es die Rhabarber-Cheesecake-Tarte.

Als ich M die Zutaten des Rezepts vorlas, brummte er genüsslich.
„Mmh, das klingt gut. Aber du solltest deine Mutter den Kuchen backen lassen.“
Nach einem bösen Blick von mir fügte er hinzu: „Nicht dass du es falsch verstehst. Deine Back- und Kochkünste sind super ...“
„... aber meine Mutter kann besser backen als ich“, ergänzte ich Ms Satz. Er hat Recht. Meine Mutter backt besser als ich und M erinnerte sich vermutlich an das letztjährige Rhabarberdesaster.
Wie der Kuchen schmeckt, werde ich kommentieren, sobald ich ihn gegessen habe. Es fällt mir zugegebenermaßen sehr schwer, nicht sofort meine Zähne in die leckere Tarte zu schlagen.

Rhabarber-Marmelade

Ohne Erdbeeren geht es nicht. Dachte ich. Aber: Versuch macht klug. Mit einem Kilo Rhabarber und einem Päckchen 2 zu 1 Gelierzucker kochte ich 3,5 große Gläser Marmelade. Der Geschmackstest brachte zum Vorschein, dass die Marmelade definitiv Potential hat. Zuckersüße Säure, vermutlich werde ich noch mehr davon machen, vielleicht auch wieder mit Erdbeeren.

 

 Rhabarber-Sirup
Zugegeben, der Sirup ist noch nicht fertig. Bisher zieht der Rhabarber im Zucker und vergnügt sich mit ein paar Zitronenscheiben, die er vermutlich gar nicht nötig hat. Wenn er genug Flüssigkeit gezogen hat, werde ich Wasser dazugeben und das ganze Aufkochen. Das dabei entstehende Mus soll gut in Joghurt und Quark schmecken ... vermutlich wird das heute mein Mitternachtssnack ;)

Auch hier werde ich berichten, ob der Sirup etwas taugt. Vor ein paar Wochen hatte ich mich an Waldmeister-Sirup versucht. Obwohl ich extra darauf achtete, keine Blüten zu erwischen, schmeckte der Sirup grauenvoll! Er roch zwar nach Waldmeister, aber er schmeckte nach ... grün. Nächstes Jahr probiere ich es wieder, aber dann mit einem anderen Rezept.

Montag, 7. Mai 2018

Pfannkuchen mit Spinatfüllung

Das Kind ist krank. Es hat Fieber. Liegt im Bett und möchte mit Mutti kuscheln. Die Mütter und Väter da draußen werden das kennen, so ein kleines krankes Kind will einen einfach nicht gehen lassen. Zumindest JF will das nicht. Und so fehlt mir die Zeit, meine Artikel wie gewohnt sonntags zu veröffentlichen. Heute also etwas verspätet mit einem neuen Rezept aus dem Garten.

Spinat mit Kartoffeln und Ei kennt ja jeder. Das ist eine der leckersten, aber auch eine der üblichsten Arten Spinat zuzubereiten. Deswegen habe ich mir etwas Neues überlegt. Nun, im Grunde habe ich in einer Zeitschrift etwas gefunden, mich nicht mehr erinnert, wie es geht, dann im Internet gesucht und ein Rezept so abgewandelt, wie es mir gefällt. Hier das Ergebnis.



Zutaten für 5 große Pfannkuchen
300 ml Milch
200 ml Wasser
3 Eier
1 – 2 EL Kräuter (ich habe Majoran benutzt)
1 TL Salz
Öl zum Anbraten

Zutaten für die Füllung
500 g Blattspinat*
1 kleines Glas getrocknete Tomaten
1 Schafskäse
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
Öl zum Anbraten

Spinatfüllung zubereiten
Zwiebeln und Knoblauch schälen, klein hacken und in Öl anschwitzen.
Blattspinat gut waschen und in den Topf geben. So lang köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
Getrocknete Tomaten hacken und zum Spinat geben.
Schafskäse klein bröseln (oder in Würfel schneiden für die, die es gern ordentlich haben). Wenn der Spinat ein wenig abgekühlt ist, den Schafskäse hinzugeben. Der Schafskäse kann noch etwas schmelzen, sollte aber als solcher erkennbar bleiben.

Pfannkuchen zubereiten
Milch, Wasser, Eier, Salz und Kräuter gut verrühren.
Pfannkuchenteig dünn in eine große Pfanne geben und von beiden Seiten goldbraun braten.

Pfannkuchen füllen
Zu guter Letzt kommt der Spinat in die Pfannkuchen. Dazu die Füllung in der Mitte des Pfannkuchens verteilen. Pfannkuchen zusammen rollen und genießen.

Ich: „Hier der Pfannkuchen.“
M: „Boah, der sieht aber lecker aus.“
Ich: „Du musst wenigstens probieren.“ M ist gerade beschäftigt und satt vom sonntäglichen Schmausen.
M etwas später: „Der ist ja fantastisch. Das Rezept musst du dir merken und unbedingt noch einmal machen.“
Ich in Gedanken: „Ja, sobald es wieder Spinat, Mangold oder Neuseeländer Spinat gibt, auf alle Fälle.“

* aus eigenem Anbau