Mittwoch, 31. Dezember 2014

Überraschung im Hühnerstall

Lang lang ist es her und ich dachte nicht, dass ich es in diesem Jahr noch einmal schaffe, zu schreiben, aber "tada", da ist ein Blogeintrag. Und das alles nur, weil mich unsere Hühner heute mehr als überrascht haben. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, aber heute habe ich das erste Ei gefunden! Aber mal von vorne, es ist nämlich einiges passiert im Hühnerstall und einen Toten gab es leider auch.

Eines schönen samstag Morgens stand ich auf, frühstückte, packte meine Sachen für das Plätzchen backen zusammen und ging noch einmal schnell mit den Hunden raus. Vom Hof her hörte ich ein Krähen. Es krähte und krähte und krähte und hörte einfach nicht auf. Nach 20 Minuten etwa war es ruhig, doch 5 Minuten später ging es von vorne los. Unser Hahn machte mächtig Lärm. Ganz ehrlich, ich habe nichts gegen Hühnerkrähen einzuwenden, aber den ganzen Tag lang, direkt vor der Tür ... das zehrt an den Nerven und ich war froh, zum Plätzchen backen fahren zu dürfen. Gegen Abend - nach dem Plätzchen backen - sagte ich zu M, dass der Hahn wohl spätestens im Sommer seinen Kopf verlieren müsse, denn neben ihm im Garten, würde ich es kaum aushalten. M reagierte nicht weiter darauf, doch am nächsten Tag gab es die erste Beschwerde unseres Nachbarn, Ms Vater. Ms Vater arbeitet immer Nachtschicht und wenn er sich endlich zum Schlafen legen will, ist der Hahn mächtig aktiv und hält alle wach - die Beschwerde konnte ich mehr als nachvollziehen. M schlug seinem Vater vor, dem Hahn den Kopf abzuschlagen, worauf der schockiert reagierte.

Also bat M seinen Bruder und dessen Freundin darum, den Hahn zu schlachten (wir hatten vorher schon versucht, ihn irgendwo unterzubringen, aber niemand möchte einen Hahn, außer zum Essen). So geschah es also, dass der Hahn seinen Kopf verlor und unsere kleine Wilhelmina allein im Stall  zurück blieb. M und ich konnten uns das nicht mit ansehen und fuhren zu einem bekannten Hobby-Landwirt, von dem wir wussten, dass er auch alte Hühnerrassen hält - nur welche, das wussten wir nicht. Nach einer mehr als interessanten Hofbesichtigung packte er uns zwei Hühner in einen Karton, ein Bressehuhn und ein Mischling aus einem Bressehuhn und einem Jersey-Gigant. M und ich mussten lachen, als wir erfuhren, dass das Bressehuhn ein französisches Nationalhuhn ist. Es hat blaue Beine, ein weißes Federkleid und einen roten Kamm und bekam den Namen Claudette. M und ich hatten etwas Bedenken, ob ein deutsch-französische Vereinigung im Hühergehege wohl gelingen würde, aber die Hühner wurden nach ein paar Tagen Eingewöhnung zu Freunden und picken nun vergnügt nebeneinander ihre Körner. Das französische Nationalhuhn neben dem Deutschen Reichshuhn in trauter Dreisamkeit mit dem französisch-amerikanischen Mischling - wenn Völkerverständigung doch immer so einfach wäre.

Von links nach rechts - Jersey-Bresse-Huhn-Mischling, Claudette das Bressehuhn, Wilhelmina das Deutsche Reichshuhn

Heute ging ich also etwas zu ahnen in den Stall, setzte eine Stange wieder auf ihre Halterung, schaute erwartungslos in den Nistkasten und fand ein hellbeiges Ei. Vermutlich stammt es von Wilhelmina, sie ist das älteste Huhn von den Dreien und die Bruteier, aus denen auch Wilhelmina schlüpfte sahen diesem verdächtig ähnlich. Was hab ich mich gefreut! So sehr, dass ich die ganze Welt daran teilhaben lassen möchte und diesen Blogeintrag schreibe.


Das war es auch schon wieder, wann der nächste Eintrag kommt, weiß ich nicht. Vielleicht im Frühling, wenn wieder mehr im Garten passiert. Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start ins neue Jahr, feiert heute schön oder lasst es ruhig angehen, ganz so, wie ihr es mögt.

Samstag, 25. Oktober 2014

Bohnenernte fast abgeschlossen

Mein Bohnensaatgut für nächstes Jahr habe ich inzwischen fast komplett geerntet. Nur noch wenige Hülsen hängen an den inzwischen fast welken Pflanzen. Gelohnt hat sich die Ernte allemal. Zwei Sorten habe ich angepflanzt, aber berichtet hatte ich hier nur von einer.


Bamberger Blaue
Die Bamberger Blaue ist eine Trockenbohne, die M und ich versehentlich samt Hülse aßen und die uns bei diesem zweifelhaften Genuss geradezu unterwältigte. Als Trockenbohne hingegen scheint sie gar köstlich zu sein. 16 Bohnen hatte ich, von denen ich 15 pflanzte, drei gingen nicht an, was aber nicht weiter schlimm war. Insgesamt habe ich etwa 240 Bohnen für die Aussaat im nächsten Jahr geerntet. Falls jemand Interesse hat, in kleinen Mengen würde ich welche abgeben.


Yin-Yang-Bohnen
Meine Kollegin D schenkte mir 10 wunderschöne schwarz-weiße Yin-Yang-Bohnen, die ich erst Ende Mai oder Anfang Juni direkt ins Beet setzte. Mein Ziel war hier ebenfalls, Saatgut zu gewinnen. Yin-Yang-Bohnen können samt der Schale gegessen werden, die sehr zart und wohlschmeckend ist. Aus den 10 Bohnen wurden ca. 150. Allerdings sind meine geernteten Bohnen nicht so perfekt wie die, die ich geschenkt bekam. Der schwarz-weiße Übergang ist oft etwas zackig und nicht ganz glatt. Nicht alle Bohnen haben einen schwarzen Punkt auf der weißen Fläche, einige haben dafür aber viele Punkte auf dem Weiß. Ihrer Schönheit und dem Geschmack kann dies aber nichts anhaben und so dürfen die Bohnen im nächsten Jahr gern wieder bei mir Einzug halten.


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wieder da mit Treber für die Hühner

Da bin ich wieder. Das Garten-Blog lebt weiter. Warum so lang nichts von mir zu hören war? Das Netzteil meines Laptops war defekt. Ausweichen konnte ich auf Ms Laptop, allerdings muss man das Leerzeichen dort wirklich fast durch den Laptop drücken, damit es funktioniert. Nachdem ich damit ein oder zwei Zeilen geschrieben habe, bin ich schon so genervt, dass ich nur noch fluche und keine Lust mehr habe, weiter zu tippen. Aber jetzt hat mein Laptop wieder Saft und es kann hier weiter gehen. Einzige Einschränkung: Ich schreibe nur noch 2 x die Woche und nicht mehr alle zwei Tage.

Nun aber zum Thema.


Vor einer Woche haben die Jungs endlich mal wieder Bier gebraut und ich konnte den Hühnern etwas von dem Treber geben. Sie finden die weichgekochten Körner unglaublich lecker und stürzen sich darauf. Der einzige Nachteil ist, dass ich keine Möglichkeit habe, die Massen von Treber aufzubewahren, ohne dass er sofort schlecht wird. Lagert er in der Tüte draußen im Garten, riecht er spätestens nach zwei Tagen so übel, dass ich würgen muss. Hühnerfutter ist das dann längst nicht mehr.


Eigentlich wollte ich etwas von dem Treber einfrieren. Unser eigenes Gefrierfach ist aber bis oben hin vollgestopft, also blieb mir nichts anderes übrig, als auf S' Gefrierschrank im Keller auszuweichen. Ich öffnete die Tür, schaute hinein und sah eine Eiswand. Seufzend ließ ich den Kopf sinken, hoffte aber trotzdem auf ein Plätzchen für wenigstens ein oder zwei Gefrierdosen. Meine Hoffnung war vergebens. Alle Fächer waren bis obenhin gefüllt mit Tiefgefrorenem.


Frustriert schloss ich die Tür, nur um festzustellen, dass der Schrank so vereist war, dass dies nicht ging. Also taute ich ihn wenigstens grob ab. 20 Minuten später hatte ich unterkühlte Finger, der Schrank war zu und ich ging wieder nach oben. Immerhin hatte ich noch etwas Platz im Kühlschrank und dort hielt sich der Treber eine Woche. So konnte das leckere Futter für die Hühner gestreckt werden.


Sonntag gab es dann endlich die letzte Gefrierdose voll Treber und die Hühner stürzten sich wie ausgehungerte Raubtiere auf die Schale. In diesen verfressenen Momenten hat man sogar die Chance, die Hähne zu streicheln, die Henne hingegen ist ein wirklich scheues Tier geworden. Sie versteckt sich vor streichelnden Händen. Aber auch die Hähne weichen zurück und beschweren sich über die ungewollte Zuneigung.


Samstag, 4. Oktober 2014

Bellyve

Meine Schwester und ich schreiben sehr gern fantasievolle Geschichte, doch fehlt uns zwischenzeitlich die Muse, dies auch zu Ende zu bringen. Über eine Brieffreundschaft haben wir jetzt angefangen, eine gemeinsame Geschichte zu schreiben, die wir in einem Blog veröffentlichen. Die Geschichte heißt erst mal ganz schnöde "bellyve", was die Kombination unserer Spitznamen ist und ihr findet sie hier:

Bellyve

Falls ihr Interesse habt, lest doch einfach hinein.

Samstag, 20. September 2014

Hokaido oder nicht Hokaido

Anfang des Jahres kaufte ich im Gartencenter eine Hokaido Pflanze, die gut behütet und beschriftet in einem kleinen Plastiktopf auf potentielle Kunden wartete. Sie stand dort mit vielen anderen ihrer Art, aber auch mit Riesenkürbissen zusammen. Die Pflanze fand ihren Weg in eines meiner Quadratbeete und streckt nun von dort aus ihre Ranken in alle Richtungen. Eine Ranke bildete zeitig einen Kürbis aus, vielleicht der Einzige, den wir dieses Jahr ernten und essen können (das wäre dann einer mehr, als im letzten Jahr).


Der anfangs zierliche Kürbis mit zarter Schale wächst und wächst. Die Farbe ist noch immer ein zartes gelb, weit entfernt davon, ein echter Hokaido zu werden. Ich überlegte schon, ihm schmutzige Witze zu erzählen, vielleicht würde er endlich erröten. Aber ich bin ein so anständiger Mensch, dass mir partout keiner einfällt. Der gute Kürbis muss wohl weiterhin vornehm blass bleiben und vielleicht sogar weiter in die Breite wachsen.

Ob ich wohl doch einen Riesenkürbis erwischt habe? Oder braucht mein Hokaido einfach etwas länger, als andere? Vielleicht wird ja doch eine der beiden Mini-Kürbis-Varianten an der Pflanze reif, aber das ist in Anbetracht des fortgeschrittenen Jahres mehr als ungewiss. Kürbisgewächse und ich ... wir wollen nicht so recht warm werden miteinander. Vielleicht fehlt uns auch nur die Übung. Auch wenn es mit der Liebe auf den ersten Blick nicht klappt, werden wir nach ein paar Jahren vielleicht eine stabile, lange und ertragreiche Beziehung führen.

Donnerstag, 18. September 2014

Das geschenkte Hotel

Zum Geburtstag schenkte mir eine Freundin ein ganzes Hotel! Ich freute mich sehr, wusste nur nicht, wen ich in all den Zimmern unterbringen sollte. Als ich heute an meiner Pfefferminzpflanze vorbei lief, fand ich eine Lösung für mein Problem, denn die Blüten der Pflanze waren an einem der in diesem Jahr seltenen sonnigen Tagen über und über mit Insekten bedeckt.


Prima, dachte ich mir, holte einen Hammer, Nagel, das kleine Hotelchen und hängte es an unseren schiefen Schuppen auf. Ob dort jemand einzieht? Schön wäre es auf alle Fälle, wenn sich noch jemand findet, dessen Nachwuchs ohne Herberge ist. Falls ihr jemanden kennt: Das Hotel hat eine wunderbare Ostausrichtung, ein regensicheres Dach und bietet unterschiedlichen Völkern Unterschlupf. Die Einrichtung ist rustikal, hat aber einen unverwechselbaren, einzigartigen Charme. Von dem Hotel aus sind es nur wenige Flugsekunden bis zu den reichhaltigen Buffets der Umgebung. Natürlich achten wir in unserem Etablisement darauf, unseren geschätzten Gästen eine große Variantenvielfalt anbieten zu können. Diversity wird in diesem Hotel groß geschrieben, denn wir wissen, dass das Leben bunt und vielfältig ist. Genau dies soll unser Haus widerspiegeln.






S und ich planen für den Winter, weitere Hotels zu bauen, diese sollen aber mehr Zimmer haben, damit unsere Arbeit auch ausreichend Ertrag bringt.

Dienstag, 16. September 2014

Jetzt noch aussähen?

Aber sicher doch, denn auch im Winter, möchte ich noch etwas Grünes auf dem Tisch vorfinden, das aus dem eigenen Garten kommt. Als M und ich neulich durch den Baumarkt zogen, um neue Töpfe für unsere Zimmerpflanzen zu kaufen (ich topfe meine Blumen immer zu den unmöglichsten Zeiten um, weil mir im Frühling meist die Motivation dazu fehlt, also warum nicht im Herbst umtopfen?), fiel uns zum Einen ein Olivenbaum vor die Füße (klingt komisch, ist aber wirklich so), den wir daraufhin sofort adoptierten, zum Anderen kaufte ich aber eben auch Saatgut, für eine Aussaat im August/September. Was das wohl sein wird? Na, Tomaten ganz bestimmt nicht.

Feldsalat - oder wie ich es nenne: "Nüsschen" - durfte mit uns kommen, um in den Garten einzuziehen. In den Quadratbeeten werden nach und nach Plätze frei, die neu bestückt werden können, also liegt doch nichts näher, als einen späten und dazu leckeren Salat zu pflanzen.


Selbstverständlich säte ich die Samen nicht sofort aus, sondern ließ das Tütchen mit Saatgut draußen im Eingangsbereich liegen. Dort lag es, als ich meine Zimmerpflanzen umtopfte. Dort lag es, als ich die Pflanzen mit einer Gießkanne mit Brauseaufsatz duschte und dort lag es auch, als ich mich über den Regen freute, der den restlichen Staub von den Blättern meiner Pflanzen wusch. Hach, was freute ich mich. Bis ich das durchweichte Päckchen Saatgut fand. Vom Umtopfen war noch etwas Erde übrig geblieben, die ich sogleich nutzte, um ALLE Samen aus der Tüte zu sähen. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Samen in so einem kleinen Beutelchen sind. Ich streute sie großzügig in 5 Tontöpfe und füllte zusätzlich zwei Holzkisten mit den Samen, die jetzt langsam aber sicher zu keimen anfangen. Bald dürfen sie in andere Gefilde umziehen. In ein Quadratbeet oder den Schrebergarten. Eins ist auf jeden Fall sicher, sie sollen mehr Platz bekommen und bis dahin dürfen sie weiter unseren Eingangsbereich zieren.