Freitag, 17. Juni 2016

Bohnengeschichten von der Gartenanfängerin

Jedes Jahr stellt mich gärtnerisch vor neue Herausforderungen und immer wieder fühle ich mich wie ein Gartenanfänger, dabei gärtnere ich inzwischen das 4. Jahr. Naja, wenn ich so darüber nachdenke, kann man das ohne weiteres zum Gartenanfänger zählen. So in 20 Jahren werde ich wohl die Grundlagen des Gärtnern beherrschen.

In diesem Jahr gelingen mir einige Sachen besser, als ich es je für möglich gehalten habe. Meine Tomaten und Kartoffeln wachsen in den Himmel und waren nie zuvor schöner. Aber dafür bereiten mir die Bohnen und zwei der drei Quadratbeete Kummer.

Das Bohnendrama - erster Teil
In diesem Jahr habe ich das erste Mal Puffbohnen gesät. Einen Teil hatte ich vorgezogen, aber die weitaus meisten habe ich einfach ins Beet gesteckt. Die Pflanzen entwickeln sich trotz der hungrigen Schnecken großartig und tragen neben der Blüten auch schon Bohnen. Aber ... Die Bohnen stehen im Schrebergarten, wo ich auch meine Buschbohnen-Patensorte gesät habe. Da Puffbohnen mit kalten Temperaturen super zurecht kommen, blühen sie schon längst und tragen Früchte - ganz im Gegensatz zu meinen Buschbohnen, die gerade erst die Blätter aus der Erde strecken. Bohnen sind selbstbefruchtend und man muss sich keine Sorgen machen, dass sie sich mit anderen Sorten mischen, außer Bienen oder Hummeln beißen die Blüten auf, um an den Nektar zu kommen. Als ich zu Besuch im Schrebergarten war, hörte ich bei den Bohnen ein leises knacken und was sah ich? Eine Hummel, die die Blüten aufbiss. Prima, dachte ich mir, wenn meine Buschbohnen blühen, habe ich wohl ein Problem, sie sortenrein zu halten, außer ich schotte sie vor anderen Bohnen ab oder vernichte die eh schon viel zu selten auftretenden Hummeln.



Das Bohnendrama - zweiter Teil
In meinen drei Quadratbeeten habe ich jeweils ein Quadrat mit Buschbohnen bepflanzt, zwei davon mit der Bamberger Blauen und zwei mit den Yin Yang Bohnen. In Quadratbeet 3 sind alle Bohnen anstandslos angegangen, nicht so in den beiden anderen Beeten. In Quadratbeet zwei keimten die Bohnen, streckten mit etwas Glück die Keimblätter in die Höhe, die aber sofort verschrumpelten und abfielen. Von einer gesunden Bohnenpflanze war hier nichts zu sehen.
In Quadratbeet 1 ist nur eine einzige meiner Yin Yang Bohnen aus der Erde gekommen, aber diese Pflanze wächst jetzt wenigstens.
Meine Ursachen-Recherche führte mehr oder weniger ins Leere, die einzige Krankheit, die hier passen könnte, ist die Brennfleckenkrankheit, ein Pilz der schon im Saatgut sein kann. Das wäre natürlich ein Drama, ich habe zwar noch Saatgut aus dem Vorjahr, aber ich bin nicht sicher, was ich falsch gemacht habe.Ist es diese Krankheit oder liegt es vielleicht am Quadratbeet und der darin enthaltenen Erde? Selbstverständlich achte ich darauf, dass ich jedes Jahr ein anderes Quadrat bepflanze, aber die Erde im Beet mischt sich ja trotzdem.

Ach und dann noch das Randdrama: Im Schrebergarten keimen meine Buschbohnen sehr gut, obwohl es das gleiche Saatgut ist, aber dafür werden sie nahezu komplett von Schnecken gefressen. Hoffentlich bleiben noch genügend Pflanzen für eine Saatguternte.

Montag, 30. Mai 2016

Wasservesorgung - so nicht

Bei uns war der letzte Sommer warm und trocken, weswegen ich eine günstige Wasserversorgung für meine Kohlpflanzen testen wollte, die ich bei Pinterest fand. Die Idee war einfach und logisch und ich dachte, dass das auch funktionieren würde - hat es aber nicht. Aber erst mal zu der Idee:

  1. Schneide den oberen Teil einer 1,5 Liter Flasche ab, so dass du einen möglichst großen "Becher" erhältst.
  2. Stecke den Becher in den Boden - es sollten nur noch einige Zentimeter aus der Erde heraus schauen.
  3. Befülle den Becher mit Wasser.

     
  4. Nimm eine 5 Liter Wasserflasche und entferne den Boden

  5. Stelle die Wasserflasche über den Becher und versenke ihn etwas im Boden, damit er nicht beim ersten Windstoß davon weht.
  6. Setze neben diese Bewässerung Pflanzen.

In der Theorie entsteht unter der Wasserflasche so viel Wärme, dass Wasser aus dem Becher verdunstet, an der Flasche kondensiert und als Tropfen an dem Flaschenrand in die Erde fließt. Klingt logisch - funktionierte bei mir aber nur zum Teil. Die Flasche war tatsächlich beschlagen und wenn man ordentlich daran rüttelte, flossen die Tropfen auch herunter. Aber für diesen Effekt musste ich anwesend sein und dann ist gießen einfach effektiver. Vielleicht ist es in unseren Breitengraden zu kalt für diese Art der Bewässerung. In meinen Beeten war zum Ende des Jahres der Becher noch immer voll mit Wasser - und ich machte mir bereits beim Setzen der Wasserversorgung Gedanken, wie ich am besten Wasser nachfüllen könne.

Fazit: Muss man nicht haben.

Freitag, 31. Juli 2015

Schneckenblockade

Im letzten Jahr hatten die Schnecken mehr Freude an meinem Gartengemüse als ich. Sie waren sogar so gierig, dass sie mir teils nichts übrig ließen. Damit das nicht wieder passiert, habe ich im Kampf gegen die kleinen Plagegeister aufgerüstet. Mein Gemüse ist jetzt dreifach schneckengesichert.

1. Der Burggraben
Zwischen den Beete fing ich an Rindenmulch zu verteilen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich trockenen Fußes zwischen den Beeten herumlaufen kann, sondern der Mulch unterdrückt auch das Unkraut, bzw. Gras. Ich muss nichts mehr zurechtstutzen und die Schnecken können sich so nicht über Grashalme in die Beete schleichen und haben zudem weniger Unterschlupfmöglichkeiten.


2. Der Elektrozaun
Da die Beete alle mit Holz eingefasst sind, konnte ich leicht einen Schneckenzaun drum herum anbringen. Der Schneckenzaun besteht aus feinem Kupferdraht, den ich an das Holz tackerte. Angeblich sollen Schnecken einen Schlag bekommen, wenn sie mit Kupfer in Berührung kommen.



3. Die Pflanzenfestung
Zum krönenden Abschluss verzierte ich die besonders beliebten Schnecken-Leckereien mit Schneckenkragen. Sollten sie es wirklich schaffen an den ersten beiden Hindernissen vorbei zu kommen, möchte ich gern sehen, wie sie sich über die Kante des Kragens schleichen. Dieses Hindernis ist kaum zu schaffen.


Die Schneckenabwehrmaßnahmen sind gut für den Start der kleinen Pflanzen. Sobald sie aber größer werden, ragen die Pflanzen über die Schneckenhindernisse herüber. Der Kohl bekommt große Blätter, die auf dem Boden neben der Beete aufliegen und die Kürbisse und Zucchini ranken einfach aus dem Beet heraus. Aber auch wenn das so ist, hege ich die Hoffnung, dass die Pflanzen bis dahin groß genug sind, um dem Schneckenangriff stand zu halten.

Freitag, 24. Juli 2015

Endlich eine Krabbeldecke

Schon vor JFs Geburt hatte ich angefangen, eine Krabbeldecke zu nähen. Jetzt ist er schon eine ganze Weile da und endlich habe ich es geschafft, sie fertigzustellen. Nicht so einfach mit kleinem Kind, denn gefühlt habe ich nur 10 Minuten Zeit am Stück um an solchen Projekten zu arbeiten. Wenn es gut läuft, kann ich sogar eine Stunde konzentriert an einem Projekt arbeiten, bevor der Kleine, noch nicht krabbelnde Schatz wieder meine Aufmerksamkeit braucht.


Genäht habe ich die Decke nach dieser Anleitung. Es sind jede Menge Fehler drin, was aber nichts an der Schönheit der Decke ändert. Das Fertigstellen der Decke macht Lust auf weitere Projekte. Mal sehen, was als nächstes kommt. Vielleicht etwas Gestricktes oder eine Picknickdecke oder ein Bettüberwurf? Man weiß es nicht ...


Donnerstag, 2. Juli 2015

Viereinhalb Beete im Schrebergarten

Lange hat es gedauert, aber letztendlich haben M und ich es mit der Hilfe unseres Nachbarn und dem Werkzeug von S geschafft, die geplanten Beete im Schrebergarten zu bauen. M und ich holten noch während ich schwanger war Holz für vier Beete, gutes Lärchenholz, weil das nicht so schnell verrottet, wie Fichte oder ähnliches. Der Preis der Bretter hat mich ganz schön umgehauen. Das Aufbauen der Beete ging fix, denn das konnten M und ich allein bewerkstelligen. Am 11. April standen die Rahmen im Garten, waren aber noch nicht befüllt und ab diesem Zeitpunkt wurde es zusehends schwieriger.


Eine Aufgabe konnte ich noch übernehmen, Pappe sammeln und für die Beete zuschneiden. An der Stelle sei gesagt: Schneidet die Pappe immer erst dann zu und legt sie in die Beete, wenn ihr auch Erde darauf füllt. Wir haben die Pappe mehr als einen Monat Wind und Regen ausgesetzt, wodurch sie sich verzog und das Gras ganz leicht durch die Ritzen wachsen konnte. Blöder Fehler, denn jetzt jäte ich mindestens an den Rändern der Beete fast täglich. Bis zur Befüllung der Beete holte ich Mist aus dem Hühnerstall, den wir als Grundlage in das erste Beet gaben, das passierte immerhin kurz nach dem Aufbau der Beete am 14. April. Allerdings musste ich beim Ausmisten des Hühnergeheges nach etwa einem Drittel aufgeben, da mein Rücken und meine Beine schmerzten und der dicke Bauch im Weg war.


Zum Befüllen der Beete benötigten wir Erde von der Kompostanlage und dazu brauchten wir S kleinen Traktor samt Anhänger und die Hilfe des Nachbarn, denn ich durfte nicht schwer heben und M wollte außerdem nicht allein mit dem fremden Traktor durch den Ort tuckern. Bis wir zu einem gemeinsamen Termin kamen, verging viel Zeit - JF wurde geboren und ich verzweifelte, weil das Gartenjahr längst begonnen hatte und in meinem Garten noch nichts wuchs. Aber Ende Mai waren 2,5 Beete voll Erde und das mit nur einer Anhängerladung - ich konnte endlich anfangen, meine Beete zu bepflanzen.


Bevor die nächste Ladung Erde eingefahren wurde, holte M Holz für ein fünftes Beet, denn wenn man mit einem Anhänger voll Erde 2,5 Beete befüllen kann, dann geht da ja noch was. Dieses mal wurde es aber nur billiges Fichtenholz, dafür wurde das Beet aber 20 cm hoch, statt der 14 cm und preislich ergab das Ganze einen erheblichen Unterschied, so dass wir wohl bei der Fichte bleiben und lieber in ein paar Jahren in neue Beete investieren.


Pflanzen wollte ich eigentlich das hier. Geworden ist es aber das:

Beet 1: Mais, 1 x Butternut Kürbis, 2 x Kürbis Thelma Sanders (gekeimt ist er schon, die ersten Blätter schauen aus dem Boden, aber ob er noch was wird?), 1 x Zucchini (ein ungeplantes Geschenk vom Nachbarn).

Beet 2: Buschbohnen und Tagetes. 2 Reihen Bamberger Blaue und 2 Reihen Yin Yang Bohnen. Von den Bamberger Blauen hatte ich 20 vorgezogen, doch sie wurden auf der Fensterbank zu groß und knickten nahezu alle im unteren Fach des Kinderwagens ab, als ich sie in den Garten transportierte. Ich setzte präventiv Saatbohnen neben die zu dürren langen Pflanzen, die tatsächlich nahezu alle starben.


Beet 3: Völlig ungeplant, aber da gerade Platz war: Kartoffeln der Sorte Bamberger Hörnchen.

Beet 4: 3 x Rotkohl, 3 x Weißkohl (die Pflanzen habe ich vorm sicheren Tod aus unserem ortsansässigen Baumarkt gerettet, eigentlich eine Frechheit, dass ich für die halbtoten Pflanzen was bezahlen musste), 5 x ostfriesische Palme und einige Kohlrabi, die nicht mehr in mein Quadratbeet im Blumenweg passten. Dazu noch einige wenige Ringelblumen, eine fast vertrocknete Tagetes und 2 blaue Lampionblumen, die angeblich die weiße Fliege vom Kohl fernhalten soll.


Beet 5: Das ist ein richtiges Mischbeet. Hier sollen eine Reihe Zwiebeln, Möhren, Mangold und Pastinaken wachsen. Für die Möhren und die Pastinaken ist die Erde aber bei weitem nicht tief genug, denn die gekaufte Erde hatte doch nicht ganz für fünf Beete gereicht. Vielleicht schaffen sie es aber auch, ihre dicken Wurzeln durch die Pappe in die schwere Erde zu schieben. Nein, wohl eher nicht.

Auf dem letzten Foto sieht man schon zwei weitere Blogthemen. Sobald ich Zeit habe, werdet ihr hier einen Bericht zu diesen Themen finden:
Wie nennt man diese Gartenbeete eigentlich im Deutschen? Im Englischen heißen auch diese nur wenige Zentimeter erhöhten Beete "Raised Beds" aber sie im Deutschen "Hochbeet" zu nennen finde ich etwas übertrieben.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Gefiedertes Überfallkommando

Jedes Gartenjahr scheint eine ganz neue Herausforderung zu  sein, in diesem Jahr machen Vögel den Garten unsicher und der Regen ist einfach zu dürftig. Aber was soll das Lamentieren, man wächst ja mit seinen Aufgaben. Nachdem ich den Schrebergarten aufgrund der schlechten Erfahrungen im Vorjahr schneckensicher machte - ein Post hierzu folgt bei Gelegenheit - machen mir in diesem trockenen Gartenjahr nicht die Schnecken zu schaffen, sondern unsere gefiederten Freunde. Hier hatte ich noch ganz stolz berichtet, welchen Fortschritt die Beete gemacht haben. In Quadratbeet 2 war die Rote Beete angegangen und auch die Karotten wuchsen trotz des Mists im Beet. Die Kohlrabi hatte ich aus ihren Kokosquelltöpfchen befreit und ins Beet gesetzt - alles schien so schön zu wachsen.

Nur Tage nach diesem Post fand ich das erste ausgebuddelte Kokosquelltöpfchen nebst enthaltener Kohlrabi-Pflanze. Die Bohnen lagen nicht mehr unter der Erde, sondern verstreut darauf. Karotten und Rote Beete schien ich nie gepflanzt zu haben. Sogar die Schalotten wurden bis auf eine vernichtet. Einzig die gestützten Erbsen haben den Angriff der Killervögel überlebt. Das Beet war und ist ein einziges Chaos. Meine erste Vermutung: Da war ein Hund am Werk - denkste - es waren viele kleine Vögel. S berichtete mir, dass sie das Beet schon fast als Sandbad benutzten und darin ihren Schabernack trieben.


Was nun zu tun bleibt ist einfach. Etwas Zeit investieren (ist im Moment nicht so einfach) und neu anfangen. Der Nachbar hat mir vorgezogene Kohlrabipflanzen versprochen, die demnächst einziehen sollen, vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen auch noch Karotten und Rote Beete nachzupflanzen. Die neue Saat wird dann aber ganz sicher mit einem Netz vor meinen gefiederten Freunden geschützt. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann einmal mit Vögeln auf Kriegsfuß stehe. Dabei mag ich diese kleinen Tierchen doch so gern und freue mich über deren Anwesenheit im Garten.

Sonntag, 7. Juni 2015

Vatertag

Lang ist es her, als hier der letzte Post erschienen ist. Deswegen wollte ich euch einmal den Grund dafür verraten. Am 14. Mai, pünktlich zum Vatertag, sind M und ich Eltern eines gesunden Jungen geworden.


Der Kleine hat unseren Alltag ordentlich auf den Kopf gestellt. Das Leben besteht jetzt aus 2 Stunden Intervallen, in die alles gepackt werden muss: Essen, Füttern, Wickeln, Haushalt, Garten, Hund, Schlafen ... nicht einfach, aber machbar und schön. M und ich sind zufriedene, stolze Eltern, die ihr Elternsein wohl ganz gut hin bekommen, nur der Garten leidet. Nicht unbedingt unter mangelnder Pflege, sondern unter Trockenheit und zurzeit unter Vögeln. Wenn ich die Zeit finde, berichte ich euch darüber - das Schreiben steht auf meiner Prioritätenliste leider ganz ganz weit hinten - lieber kümmere ich mich um den kleinen JF und ein recht erfolgloses Gartenjahr.